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| 02:51 Uhr

Kröten haben noch etwa 14 Tage Vorfahrt

Tausende Tiere haben sich in diesem Jahr relativ früh auf den Weg zu ihren Laichgewässern gemacht.
Tausende Tiere haben sich in diesem Jahr relativ früh auf den Weg zu ihren Laichgewässern gemacht. FOTO: dpa
Riedebeck. Molche, Frösche und Kröten begeben sich derzeit in den Endspurt: Seit Mitte Februar sind sie bereits auf Wanderschaft und verlassen ihre unterirdischen Winterquartiere, um zu Laichgewässern zu ziehen. Ein 360 Meter langer Krötenschutzzaun steht an der B 96. sob

Denn dort wandern die Tiere aus dem Wald in Richtung Bornsdorfer Teiche.

In den Morgenstunden werden die Amphibien eingesammelt und über die Straße getragen. "Dabei werden sie gezählt und nach Arten erfasst", erklärt Ulf Bollack von der Naturwacht des Naturparks Niederlausitzer Landrücken. Bisher seien 3700 Tiere registriert worden. Ein Rekordwert, wie Ulf Bollack sagt. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 wurden 3100 und 2011 beispielsweise nur 820 Tiere erfasst. Den erfreulichen Anstieg der Tierpopulation führt er auf die relativ feuchten Jahre und die verbesserte Wassersituation im Teichgebiet zurück. Es seien mittlerweile gute pH-Werte zu verzeichnen.

Registriert wurden seit Februar hauptsächlich Erdkröten, Teichmolche und Moorfrösche. Aber auch Grasfrösche und der streng geschützte Kammmolch waren in diesem Jahr auf Wanderung. Lediglich ein Laubfrosch hat sich bisher in einen Eimer verirrt. "Laubfrösche wandern meist erst sehr spät", sagt Ulf Bollack, und ergänzt: "Ich habe aber auch das Gefühl, dass Fressfeinde sich diese gern heraussammeln." Für manche Säugetiere seien die Eimer gut gedeckte Tische mit wohlschmeckenden Tieren.

Bis voraussichtlich Mitte April werden die Krötenschutzzäune noch dafür sorgen, dass die Amphibien nicht von vorbeifahrenden Autos auf der Bundesstraße getötet werden. Dann ist die Wanderung vorbei. Weitere Schutzzäune stehen in Kreblitz und Willmersdorf-Stöbritz. Dort unterstützen ehrenamtliche Helfer die Naturschutzarbeit.

Damit den Tieren in den letzten Tagen ihrer Wanderung ein sicherer Weg zu den Laichgewässern gewährleistet wird, mahnt der Naturwachtleiter vor allem dort, wo keine Zäune stehen, Autofahrer zu besonderer Vorsicht und Rücksichtnahme.