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| 15:45 Uhr

Streitpunkt in Golßen
Ausschreibungspraxis der Verwaltung in der Kritik

Hartmut Laubisch fordert ein klärendes Gespräch.
Hartmut Laubisch fordert ein klärendes Gespräch. FOTO: Michael Setzpfandt / Michael Setzpfandt/EnviaM
Golßen. Golßener Stadtverordnete beklagen: Einheimische Firmen werden nicht bedacht. Von Andreas Staindl

(asd) Golßener Stadtverordnete sind sauer. Sie kritisieren, dass Firmen in der Kleinstadt bei Ausschreibungen der Verwaltung des Amts Unterspreewald nicht berücksichtigt werden. Das hat Konsequenzen. „Wir wollen ein klärendes Gespräch“, sagte Hartmut Laubisch (SPD) während der Stadtverordnetenversammlung kürzlich. Golßens Bürgermeister kritisierte, dass ortsansässige Handwerksbetriebe an der Ausschreibung für die Errichtung von Doppelstabmattenzäunen in der Kleinstadt nicht beteiligt wurden: „Darüber werden wir mit dem zuständigen Verwaltungsmitarbeiter reden, zumal das nicht das erste Mal war.“

Michael Jahn (CDU) bestätigt ihn: „Es war schon immer so, dass Firmen aus Schönwalde und Umgebung zur Abgabe eines Kostenangebots aufgefordert wurden, Handwerker aus Golßen aber nie.“

Im konkreten Fall hatte die Verwaltung vier Firmen angeschrieben und sie zu Kostenangeboten aufgefordert. Zum einen soll ein Doppelstabmattenzaun um die ehemalige Kita im Stadtwall und zum anderen ein gleicher Zaun im Freibad in Golßen errichtet werden. Drei der vier angeschriebenen Unternehmen hatten Angebote abgegeben. Der Bauhof des Amts Unterspreewald unterbreitete laut Verwaltung jeweils das wirtschaftlichste Angebot, und das deutlich. 7928 Euro beträgt die Auftragssumme für den Zaun an der früheren Kita, rund 15 000 Euro für den Zaun im Freibad. Die Mitbewerber aus Freiwalde (Unterspreewald) und Walddrehna (Heideblick) gingen leer aus. Die angeschriebene Firma aus Schönwalde gab kein Angebot ab.

Die Stadtverordneten stimmten der Vergabe an den Bauhof zu. Michael Bock (CDU) hat dennoch eine klare Forderung: „Das Problem muss geklärt werden, denn es ist nicht das erste Mal, dass Firmen aus Golßen an Ausschreibungen nicht beteiligt werden. Wenn das weiterhin passiert, müssen Vergabebeschlüsse halt zurückgestellt werden.“

Auch für Gerd Pietrzok (SPD) ist „nicht nachvollziehbar, warum örtliche Firmen wiederholt nicht angeschrieben und berücksichtigt wurden. Diese Praxis hatten wir schon im Bauausschuss kritisiert.“

Reinhard Knöfel (Die Linke) ist skeptisch, ob der Bauhof „fachlich in der Lage ist, die Arbeiten auszuführen. und ob er überhaupt Zeit dafür hat“. Bürgermeister Laubisch ist davon überzeugt, denn „das ist ja kein Hexenwerk. Der Bauhof hat schon mehrere Zäune errichtet. Und wenn er keine freien Kapazitäten hätte, würde er sich ja kaum um die Arbeiten bewerben.“

Hartmut Laubisch fordert ein klärendes Gespräch. Foto:
Hartmut Laubisch fordert ein klärendes Gespräch. Foto: FOTO: Andreas Staindl