ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:08 Uhr

Kritik, aber auch helfende Angebote

Lubolz.. Morgen um 10 Uhr treffen sich die Fußball-Verantwortlichen aus dem Spreewald in Lubolz zur Saisonauswertung und bereiten das neue Spieljahr vor. Über Pläne, Erfolge und Probleme sprach der Vorsitzenden des Spreewälder Fußballkreises Dieter Dünnbier vorab. Archivfoto: Wawro


Herr Dünnbier, Bilanz zu ziehen heißt, Positives herauszustellen und neue Wege für noch nicht Geglücktes aufzuzeigen. Wo liegen die Schwerpunkte in ihrem Referat„
Zuerst im Nachwuchsbereich. Denn angesichts der Tatsache, dass im Land Brandenburg 450 Jugendmannschaften im Nachwuchsbereich abgemeldet wurden, spielten wir im Spreewald hervorragende Meisterschaften und dies nicht nur in den größeren Vereinen wie Grün-Weiß Lübben und 1885 Golßen, sondern auch in Gießmannsdorf, wo unter Stefan Teske ein neuer Platz eingeweiht wurde, und Drahnsdorf. Blicken wir nach Cottbus, dann stehen dort mit Denny Matthes und Romano Lindner zwei Talente aus der Region unter Vertrag. Die Jugendarbeit gehört zu den großen Gewinnern der letzten Saison.

Doch es gibt auch Verlierer“
Die Unterlagen sagen deutlich, dass die Zahl der „Roten Karten“ anstieg, eine Häufung von Schiedsrichter-Beleidigungen und sogar Spielabbrüche registriert werden musste. Dies kann nicht so hingenommen werden, wobei die Ursachen oftmals in ungenügender Leitungstätigkeit zu sehen sind. Dazu werde ich deutliche Worte sagen. Doch Kritik ist die eine Seite, die andere sind helfende Angebote. Hier haben wir mit der Sparkasse des Landkreises und dem Goyatzer Jürgen Staude auch künftig helfende Partner an der Seite, die mit ihrer Unterstützung das Fairplay nach vorn bringen wollen.

Sie sprachen die Schiedsrichter-Leistungen an. Kritik ist hier aus den Vereinen zu hören. Berechtigt oder nur Meckerei„
Leider steht oftmals die Bewertung durch den Schiedsrichter und nicht der Fehler des Spielers im Mittelpunkt des Interesses. Nach einem Beinbruch wird zuerst nach der Bestrafung gefragt, nicht nach der Gesundheit des Spielers, da müssen in den Köpfen von Spielern, Trainern und Zuschauern völlig neue Denkprozesse einsetzen.

Blicken wir noch einmal auf die vergangene und kommende Saison.
Mein Glückwunsch geht nach Groß Leuthen und Vetschau, die mit Bravour in der Landesliga mitspielten. Eine interessante Konstellation ergibt sich in der Landesklasse, wo die TSG Lübbenau unter Trainer Gerd Wagner mit der Jugend einen Neuanfang wagt und Grün-Weiß Lübben mit starker brasilianischer Unterstützung den Aufstieg anstrebt. Bereits beim direkten Aufein andertreffen am ersten Spieltag ist ein sportlicher Knüller angesagt.
Für Rot-Weiß Luckau heißt es, die Klasse zu halten. Das ist ein schwieriges Unterfangen, wie die Alemannen aus Altdöbern schmerzhaft erfahren mussten.

Kam der Luckauer Erfolg im Kreis für Sie nicht überraschend“
Ich hatte bereits zur Halbserie die Luckauer als Geheimfavorit auf meiner Rechnung, denn unter Klaus-Ulrich Tölpe und Uwe Trautmann wird hervorragende Arbeit geleistet. Die Ver stärkungen aus Dahme kamen gerade im richtigen Moment, um den 1.SV Lok Calau, der überraschend nicht mehr unter Volldampf stand, abzufangen. Wobei der Hecht im Karpfenteich der Liga aus Golßen kam, denn die Golßener haben mit ihrem erfrischenden Spiel die Meisterschaft vor heimischem Publikum entscheidend beeinflusst und sind am Saisonende nach einem packenden Finale mit dem Pokal belohnt wurden.

Zählt 1885 Golßen zu den Favoriten der Saison 2003/2004„
Eric Papenhusen leistet hervorragende Arbeit. Seine Elf wird um den Titel mitspielen, doch die Favoriten werden Grün-Weiß Schlepzig, das sich mit Aktiven aus der Landesliga verstärkte, und der 1.SV Lok Calau sein. Dritter im Bund ist für mich das junge, aufstrebende Team von Blau-Weiß Straupitz.

Wie sieht der Blick nach unten aus“
Eine ganz bittere Pille mussten die sympathischen Wittmannsdorfer schlucken, denen am Ende ein Tor zum Klassenerhalt fehlte. Doch mit dem neuen Sportplatz und gewohntem Schwung gehören sie zu den Favoriten für den direkten Wiederaufstieg. Das Thema Abstieg sollte in Walddrehna dieses Jahr nicht anstehen, denn mit couragierten Leistungen wie im letzten Spiel gegen den TSV Missen ist ein guter Mittelfeldplatz drin.

Ein Wort zu den Aufsteigern.
Die Sensation kam aus Drahnsdorf, worauf diese stolz sein können, das ist mein Fazit für die 1.Kreisklasse. Im letzten Augenblick sprang man verdient auf den Aufstiegsexpress auf und sollte den Schwung nutzen. Die Enttäuschung ist der FSV Kaden/Duben, der wie ein sicherer Aufsteiger die Chance des Augenblicks nicht nutzen wollte.

Reserven gilt es aber künftig nicht nur bei den Männern zu nutzen . . .
. . . sondern auch im Frauenfußball. Trotz einiger Wackeleien wird auch im nächsten Spieljahr eine Meisterschaft ausgespielt. Dank der fleißigen Arbeit von Elke Briese von Blau-Weiß Lubolz und dem Engagement in Groß Leuthen, Schönwalde und anderer "kleinerer" Vereine ist das möglich. Doch die Zukunft muss hier in Luckau, Lübben, Lübbenau und Vetschau bei den "großen" Vereinen liegen, wo die Rahmenbedingungen besser sind. Mein spezieller Dank wird morgen an die „kleinen“ Vereine gehen, die oftmals ohne finanzielle Unterstützung aus kommunalen Kassen den Fußball zum Wochenendvergnügen werden lassen.

Das Gespräch führte Frank Selbitz.