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| 12:57 Uhr

Kreissynode
Glaubensfragen wieder mehr in den Fokus rücken

Auf ihrer Herbsttagung beschlossen die Synodalen der Kreissynode des evangelischen Kirchenkreises Niederlausitz den Stellen- und Haushaltsplan sowie den Kollektenplan für 2018.
Auf ihrer Herbsttagung beschlossen die Synodalen der Kreissynode des evangelischen Kirchenkreises Niederlausitz den Stellen- und Haushaltsplan sowie den Kollektenplan für 2018. FOTO: Birgit Keilbach
Luckau. Synode diskutiert zur Lage in den Kirchengemeinden.

Die Problemfelder sind vielfältig im Kirchenkreis Niederlausitz. Einerseits fehlen derzeit fünf Pfarrer, andererseits fühlen sich Christen von ihrer Kirche nicht immer verstanden und angenommen. Die Kreissynode befasste sich mit Wegen für die Zukunft.

Generalsuperintendent Martin Herche regte zu einem lebendigen Austausch über Glaubensfragen und Meinungsvielfalt an. „Ich wünsche mir eine offene Kirche, in der wir lachen, weinen aber auch miteinander streiten können.“ Gerade die Streitkultur sollte wieder mehr Raum erhalten. Denn vielfach gehe es hauptsächlich um Konsens. Dieser werde zu oft dadurch erreicht, dass Menschen mit abweichenden Meinungen an den Rand gedrängt würden und sich ausgeschlossen fühlten. „Jeder muss sagen können, was ihn bewegt“, so Herche.

Gerade im Reformationsjubiläumsjahr sei deutlich geworden, wie es gelingen kann, die Sprachfähigkeit im Glauben wiederzufinden. Im Kirchenkreis habe es großartige Veranstaltungen gegeben, „mit denen wir über unsere Kirchenmauern hinaus strahlten. Daran müssen wir weiter arbeiten“, erklärte Superintendent Thomas Köhler. Viel zu oft werde nur die Kerngemeinde erreicht, doch es gehe darum, alle Christen mitzunehmen und sie über den Gottesdienst hinaus Gemeinschaft erleben zu lassen.

Dass es gelingen kann, wurde am Beispiel der Kirchengemeinde Werenzhain deutlich. Dort gibt es nicht nur zu Weihnachten sondern zu musikalischen Andachten auch im Sommer regelmäßig eine volle Kirche. „Wir bündeln in der ökumenischen Zusammenarbeit die Kräfte, denn beide Kirchen  haben die gleichen Probleme“, berichtete Achim Willeke. In die Gottesdienste kämen nur wenige Menschen. Die musikalischen Andachten jedoch entwickelten Anziehungskraft über die eigene Gemeinde hinaus. Es kommen Gäste aus den Nachbarorten. Danach pflegen sie den gemeindlichen Austausch bei Essen und Trinken.

Im zweiten Teil ihrer Sitzung beschlossen die Synodalen den Haushalts- und Stellenplan für 2018. Das Haushaltsvolumen beträgt rund 4,5 Millionen Euro. Drei Viertel davon sind Personalkosten für die rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Finanziert werden zudem die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die Kirchenmusik, die Beteiligung am Diakonischen Werk Lübben sowie Aus- und Weiterbildungen. Rund 600 000 Euro werden an die Gemeinden weitergegeben. Auf der Einnahmenseite stehen landeskirchliche Zuweisungen sowie Zahlungen aus einem Finanzausgleich zwischen den Kirchenkreisen innerhalb der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz. Im Kirchenkreis Niederlausitz gibt es 28 925 evangelische Christen.

Die Personalsituation im Kirchenkreis ist angespannt. Aktuell sind fünf Pfarrstellen vakant. Einige konnten neu besetzt werden. In Altdöbern trat Pfarrerin Astrid Schlüter, in Luckau Pfarrer Martin Meyer und in Massen Pfarrerin Kerstin Höppner –Miech ihren Dienst an. 2018 wird die Pfarrstelle in Golßen von Pfarrerin Alina Erdem übernommen, kündigte der Superintendent an. Ein neuer Pfarrer im Entsendungsdienst werde die Pfarrstelle für Waldow und Krausnick übernehmen. Durch Vakanzvertretungen laste viel Arbeit auf den Pfarrerinnen und Pfarrern. Das bringe Einschränkungen für die Gemeindemitglieder. „Vorrang haben muss die Lebensbegleitung und der Beistand für die Menschen“, betonte Thomas Köhler.

Die Kreissynode ist die Vertreterversammlung der Kirchengemeinden im Kirchenkreis Niederlausitz. Das Gremium besteht aus 88 Mitgliedern. Sie entschieden am Freitag auch über die Verwendung der Kollekten 2018. Diese werden für

ein Partnerschaftsprojekt in Rumänien, die Notfallseelsorge, den ambulanten Hospizdienst der Malteser, Flüchtlingsprojekte, die Kriegsgräberfürsorge sowie für den Förderkreis Alte Kirchen der Luckauer Niederlausitz gesammelt. Auf ihrer Tagung spendeten die 72 anwesenden Synodalen 550 Euro für die Diakonie Katastrophenhilfe.