Die Abgeordneten des Kreistages informierte er auf deren Sitzung am Mittwochabend über die neuesten Empfehlungen zur Kreisreform, zu der sich derzeit eine Enquetekommission Gedanken macht. Am Montag hatte sie ein Papier vorgelegt, das die bisherigen Überlegungen konkretisiert. Demnach soll sich die Anzahl der Landkreise in Brandenburg nach der Reform zwischen sieben und zehn bewegen. Und "bei der Bildung neuer Landkreise sollen die vorhandenen Kreisgrenzen grundsätzlich beachtet werden. Ausnahmen sollten beispielsweise bei der Möglichkeit zur Schaffung zusammenhängender Gebiete mit bestimmter historischer/landsmännischer Verbundenheit oder bei dem (freiwilligen) Zusammenschluss (als Einheitsgemeinde oder Amtsgemeinde) von Ämtern und Gemeinden entlang der alten Kreisgrenzen möglich sein." Dieser lange Satz ist Punkt zwei von drei Empfehlungen. Der dritte betrifft den Kreissitz des neuen Gebildes, der vom Gesetzgeber festgelegt werden soll.

In der aktuellen Diskussion, den Landkreis Dahme-Spreewald betreffend, bleiben damit zunächst alle Möglichkeiten offen. Vor längerer Zeit hatte CDU-Kreisverbandsvorsitzender Carsten Saß eine freiwillige Fusion mit dem Nachbarkreis Teltow-Fläming vorgeschlagen, was vor allem im Norden von Dahme-Spreewald heftig diskutiert worden war. Es gibt aber auch Ideen, die anstehende Reform zu nutzen, um den auf drei Landkreise aufgeteilten Spreewald wieder zu einem zusammenzuführen. Das würde nach dieser Empfehlung unter die Ausnahme fallen - ebenso wie die Überlegung, Gebiete mit engen Beziehungen wie Luckau oder Dahme wieder in einem Landkreis zu haben.

Die Befürchtungen des Landrats gehen allerdings in eine ganz andere Richtung. Es gebe Denkmodelle, wieder einen großen Lausitz-Kreis zu schaffen. Dann würden die Altkreise Lübben und Luckau dem Süden zugeschlagen, während der Norden des LDS einem Landkreis Teltow zugeordneten werden könnte.

Als Beispiel, das in eine ähnliche Richtung zeigt, führte Loge die Novellierung des Sorbengesetzes an, das Ende 2013 beschlossen werden soll. Dort heißt es ihm zufolge sinngemäß, dass bei der Neugliederung adminis trativer Einheiten das angestammte sorbische Siedlungsgebiet beachtet werden solle.

"Das wird große Gefahren mit sich bringen", so Loge. "Es wird Vermögensauseinandersetzungen geben, die tief in den Spreewald hineinragen." Beispiele wären geänderte Kreisumlagen oder auch die Frage, wem dann zukünftig die 51 Prozent am Klinikum Dahme-Spreewald oder andere Beteiligungen wie die an der Mittelbrandenburgischen Sparkasse gehören sollen und wer wen auszahlen müsste.

Als "mindestens zweitstärkster Landkreis in Brandenburg", machte Loge seine Position deutlich, "setzen wir weiterhin auf das Solidarmodell". Demnach wirkt die Wirtschaftskraft im Norden mit den zahlreichen Ansiedlungen großer Firmen strukturell ausgleichend für den Süden, der eher ländlich und weniger industriell geprägt ist.