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Kreis will richtig Fahrt aufnehmen beim Radwegebau

Lübben.. „In den nächsten fünf Jahren soll sich ein komplettes Netz attraktiver Radwanderwege durch den Landkreis ziehen und die Verbindungen im Norden nach Berlin, im Süden nach Cottbus und im Osten an den Schwielochsee herstellen“, sagte Landrat Martin Wille (SPD) während Uta Schmidt

eines Pressegesprächs. "Wir brauchen dazu die Mitarbeit in den Kommunen, um die wichtigen Lückenschlüsse zu schaffen."

Prioritätenliste aufgestellt
Nachdem die regionalen Radwanderwege - der Hofjagdweg, Gurken-, Spree- und Fürst-Pückler-Radweg sowie die Kranich-Tour - rund um Lübben, Luckau und Königs Wusterhausen seit Mitte der 90er-Jahre realisiert sind, räumt der Landkreis derzeit der Fertigstellung des Dahme-Radwanderweges als Nord-Süd-Verbindung Priorität ein. Diese Trassen sollen das Grundgerüst für das Radwegekonzept des Kreises bilden, das zurzeit in den Kommunen diskutiert wird, hieß es.
Amtsdirektoren und Bürgermeistern sei die künftige Radwegekonzeption auf der Basis von kommunalen Planungen vorgestellt worden. "Wir haben es geschafft, dass sich die Kommunen jetzt intensiver mit diesem wichtigen Thema befassen", ergänzte Baudezernent Stephan Loge. Ein Umdenkungsprozess sei in Gang gekommen: Der Landkreis wolle sich um die regionalen Verknüpfungen kümmern, die Kommunen um den Ausbau der Wege in ihren Territorien. An der Entstehung und Umsetzung dieser Konzeption arbeite auch die Regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaft, deren Aufgabe es unter anderem ist, die Zuschussmöglichkeiten von Land, Bund und EU auszuloten. Sechs verschiedene Fördertöpfe könnten zum Ausbau des Radwegenetzes angezapft werden. Dazu würden auch geförderte Radwege entlang von Bundes- und Fernstraßen gehören, um die Verkehrssicherung zu erhöhen.
Rückenwind bei diesem Vorhaben erhalten Landkreis und Kommunen durch eine landesweite Studie zum Fahrradtourismus, die diesem ein großes Wirtschafts- und Wachstumspotenzial bescheinigt. Das Land Brandenburg will aber nur noch Radwege fördern, wenn sie zu einer besseren Vermarktung der Regionen beitragen. Für den Landkreis stehen deshalb die Verbindungen zwischen dem Dahmeland, dem Spreewald und dem Niederlausitzer Landrücken ganz oben auf der Agenda. "Das neue Konzept soll sich nahtlos in das Landeskonzept einpassen und ist Voraussetzung für eine Landesförderung", erklärte Heiko Jahn von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Einen Förderschwerpunkt seien künftig dabei die Städte mit historischem Stadtkern sowie Kur- und Erholungsorte.

Dahmeweg vor Fertigstellung
Der sich seit vier Jahren im Ausbau befindliche Dahme-Radwanderweg soll im Jahr 2007 abgeschlossen werden. Er führt von der Stadtgrenze Berlins nach Märkisch Buchholz, wo er sich in die Richtungen nach Dahme und in den Unterspreewald trennt. Von Lübben wird der Weg über den Bahndamm der Spreewaldbahn nach Straupitz und Burg führen, aber auch zum Schwielochsee über Goyatz mit der Anbindung zum Landkreis Oder-Spree. Der Radwanderweg in Richtung Dahme mit seiner Vernetzung der Kra nich-Tour rund um Luckau sowie Wildau-Wentdorf mit dem Skaterweg im Landkreis Teltow-Fläming stehen ebenso im Augenmerk des Landkreises.
"Wenn uns diese Verknüpfungen gelingen, dann werden wir in den nächsten Jahren ein gutes Radwanderwegenetz haben, an dem auch die Städte und Gemeinden sehr interessiert sind", so Loge. Nur so könnten Touristen länger in der Region gehalten werden. Doch es gebe noch Schnittstellen, an denen das Fahrrad nicht oder nur schwer rollen könne. Eine für den Tourismus wichtige Strecke sei der Weg von Lübben bis Briesensee, der durch den märkischen Sand führt. Solche fehlenden Verbindungen würden zur gemeinsamen Sache von Landkreis und Kommunen, so Loge. Doch dazu sei viel Geld nötig. Die Planer würden zum Beispiel für den drei Kilometer langen Abschnitt zwischen Friedersdorf und Wolzig Kosten von 270 000 Euro prognostizieren, für den reichlich acht Kilometer langen Lückenschluss vorhandener Strecken zwischen Burg und Schwielochsee 700 000 Euro und für die 4,5 Kilometer lange Strecke Straupitz-Byhlen 400 000 Euro. "Dabei sind die Nebenkosten wie Waldumwandlung, Grunderwerb und Vermessung oft ebenso hoch wie die eigentlichen Baukosten", so Landrat Wille. 90 000 Euro müssten für einen Kilometer ausgebauten Fahrradweg gerechnet werden.

Von Berlin bis nach Polen
Gelinge der Anschluss an den Oder-Spree-Radweg über den Lückenschluss bei Wolzig, könnten künftig die Fahrradtouristen von Berlin bis Polen durchradeln. Nach vorsichtigen Schätzungen dürfte die Umsetzung dieses Konzeptes insgesamt 70 Millionen Euro kosten. Neben dem Wegeausbau sei aber auch eine neue Beschilderung nach den Kriterien des Landestourismusverbandes nötig. Stephan Loge schlug deshalb die Gründung einer Initiative zur Gründung eines Netzwerkes Radtourismus vor, um alle Beteiligten in diesen aufwändigen Prozess einzubinden.