Von Benjamin Wepprich

Anlässlich des Volkstrauertages gedachten Luckauer Bürger in der Kapelle der Nikolaikirche den Kriegstoten beider Weltkriege und der Opfer von Gewaltbereitschaft und Gewaltherrschaft. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wird der Gedenktag zwei Wochen vor dem ersten Advent begangen.

Im Seitenschiff der großen Kirche und unter der Überschrift „Sehnsucht nach Frieden und Frieden mit dir selbst“ eröffnete Pfarrer Martin Meyer seine Andacht: „Die Erinnerung verblasst, da es kaum noch Überlebende gibt. Und die Kirche hat tausende Bilder davon, was Frieden oder Frieden mit dir selbst bedeuten könnte.“

Mahnende Worte und Fürbitten gingen über seine Lippen, gerichtet an alle, die wissen, wer an den aktuellen Kriegen und Unrechtstaten beteiligt ist, auch wenn nur am Rande. Gemeint war damit auch, dass Deutschland weiterhin sein eigenes Päckchen zu tragen hat und jene, die durch ihr Handeln mehr Kriege anzetteln, als sie letzten Endes selbst zur Heilung beitragen können.

Ergänzende Worte zum Verständnis und Bedeutung des Volkstrauertages fand der Luckauer Bürgermeister Gerald Lehmann vor dem christlichen Altar: „Nur dort, wo wir uns menschlich begegnen, nur dort ist Frieden keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Chance“. Es sei wichtig, den Toten in mahnender Weise zu gedenken, und er sprach die fortdauernde Aktualität zum 73. Volkstrauertag durch ein Zitat von Konfuzius an: „So, wie ein Volk seine Toten verehrt, so offenbart sich deine Seele vor dir.“ Die Kranzniederlegung mit Beteiligten des Gottesdienstes und Mitgliedern der Stadtverordnetenversammlung wurde dann an den Kiegsdenkmälern der Stadt Luckau durchgeführt.

Auch in Lubolz nahmen etwa 20 Bürger an einer kleinen Feier zum Volkstrauertag teil, die durch die Kreismusikschule musikalisch umrahmt wurde. Lübbens Bürgermeister Lars Kolan hielt die Ansprache und verlas das Totengedenken.