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| 16:06 Uhr

In Luckau
Kosmetik nach Frevel im Laga-Park 

Luckau. Hohe Baumstümpfe werden entschärft und die größten Schadstellen aufgehübscht. Von Carmen Berg

 „Die Pflegearbeiten an Bäumen und Sträuchern sollen das Parkkonzept von Heinz Eckebrecht nicht infrage stellen. Radikale Einschnitte werden nicht mehr vorkommen.“ Das verspricht Thomas Rohr, der zurzeit ehrenamtlich den erkrankten Geschäftsführer der Laga-GmbH, Jörg Kirstein, vertritt. Kirstein hatte im Park, der zur Landesgartenschau 2000 nach den Plänen des Landschaftsgestalters Heinz Eckebrecht entstand, umfangreiche Rodungen beauftragt, die in Luckau für Wirbel sorgen. Begründet hatte er die Aktion mit einem Nachholbedarf bei der Pflege. Richtig sei, dass ein Eingriff in den Bewuchs notwendig war. Die Ausführung sei jedoch von der Firma „laien- und stümperhaft“ erfolgt, erklärt dazu Thomas Rohr.

Die Laga-GmbH sei jetzt um Schadensbegrenzung bemüht, sagt er. Die Zeit drängt: In wenigen Wochen, am 22. April, werden zum Tulpenfest im Park wieder mehrere Tausend Besucher erwartet. Bis dahin sollen die größten Schadstellen optisch wieder aufgewertet und Unfallquellen nach dem Roden entschärft werden. Wie Thomas Rohr sagt, fand dazu in der Vorwoche ein Vor-Ort-Termin mit der Unteren Naturschutzbehörde Dahme-Spreewald statt. Jede Maßnahme, die noch erfolgen muss, sei abgestimmt worden. Das sei auch deshalb nötig, weil Eingriffe in den Bewuchs ab März nur noch in Ausnahmefällen erlaubt sind.

Laut Thomas Rohr werden die hohen Baumstümpfe am Spielplatz und im Mühlenbereich gekürzt. Am Weiher seien noch einige Pflegeschnitte nötig. Trockene Äste müssten ausgeschnitten und zwei vom Sturm abgeknickte Bäume entfernt werden. Damit werde ein neues Unternehmen beauftragt.

Thomas Rohr zufolge war der Aufsichtsrat der Laga-GmbH von der radikalen Umgestaltungsabsicht im Park nicht informiert. „Das hat der Geschäftsführer im Alleingang gemacht.“ Der Aufsichtsrat trage die Veränderungsabsicht nicht mit.

Jörg Kirstein soll nach seiner Rückkehr Gelegenheit bekommen, seine Sicht der Dinge darzulegen. Viele Fragen stehen im Raum, auf die nicht nur der Aufsichtsrat, sondern auch Stadtverordnete und Bürger Antworten erwarten. Das wurde erst jüngst in mehreren Ausschuss-Sitzungen deutlich.

Rund 8000 Euro haben laut Laga-GmbH die Rodungen gekostet. Die Chancen, die Firma für unsachgemäße Arbeit in Regress zu nehmen, stünden schlecht. „Der Leistungsinhalt ist im Auftrag unvollkommen beschrieben worden“, so Thomas Rohr. Er selbst hatte über Jahre neben seiner hauptamtlichen Tätigkeit als Stadtkämmerer die Geschäftsführung der Laga-GmbH ehrenamtlich ausgeübt, bis Jörg Kirstein den Job hauptamtlich übernahm. „Mein Herz hängt am Park“, sagt Thomas Rohr. Deshalb sei er bereit, vorübergehend nochmals zu helfen. Zugleich gibt er zu: „Menschlich bin ich enttäuscht über die Dinge, die verbockt wurden.“

Die Tulpenfest-Gäste sollen davon möglichst wenig merken. Zwar werde es auf der extrem gestutzten Streuobstwiese diesmal kein Freiluft-Café geben, „aber wir finden dafür ein anderes lauschiges Plätzchen im Park“, sagt Fest-Organisatorin Angelika Malarczuk. Auch würden Entscheidungen von Laga-Chef Kirstein bei der Bepflanzung korrigiert. Soll heißen: Weitere Tulpen und andere Frühlingsblüher werden, sobald es das Wetter zulässt, in die Erde gebracht. Auch die zwei großen Kahlflächen in der Anlage „Romantik hinter Hecken“ bekommen Frühlingsschmuck. Im Eingangsbereich werden an besonders geschädigten Stellen insgesamt rund 15 Quadratmeter Rollrasen ausgebracht. „Es wird ein schönes Tulpenfest werden mit einem tollen Programm“, kündigt Angelika Malarczuk an.