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| 17:03 Uhr

Kommunales
Kompromiss im Streit um Außenstellen in Werbig

Bausprechstunden der Amtsverwaltung vor Ort bleiben, für die Kitas laufen sie im August aus.

Mit dem Beitritt der Gemeinde Niederer Fläming zum Amt Dahme entstand das größte Amt im Land Brandenburg. Um bei weiten Wegen Bürgernähe zu sichern, wurde zusätzlich zum Verwaltungssitz in Dahme eine Außenstelle in den ehemaligen Verwaltungsräumen der Gemeinde Niederer Fläming in Werbig-Lichterfelde installiert. Dass es diesen Anlaufpunkt auch künftig geben soll, war in der ersten Sitzung des neuen Dahmer Amtsausschusses nach der Kommunalwahl am Donnerstagabend im Rathaussaal unstrittig. Wohl aber gingen die Meinungen über den Umfang der angebotenen Leistungen auseinander.

Nicht infrage gestellt wird die dauerhafte Außenstelle des Einwohnermeldeamtes. Daneben aber werden bislang für die Bereiche Kita/Schulen/Dorffeste sowie Bau- und Ordnungsamt zusätzliche feste Außensprechstunden jeweils dienstags nachmittags angeboten. Das Problem: Diese Sprechstunden werden kaum genutzt. Deshalb schlug die Amtsverwaltung vor, sie ab August nicht mehr zu besetzen.

Der Statistik zufolge kamen seit Jahresbeginn 2019 dienstags nur vier Bürger in Kitaangelegenheiten in die Außensprechstunde nach Werbig-Lichterfelde, in Baubelangen waren es 17. Dem standen im selben Zeitraum 85,5 Arbeitsstunden von Mitarbeitern der Amtsverwaltung für diesen Service gegenüber. Die Nutzung war seit dem Vorjahr immer weiter rückläufig. Das sei nicht wirtschaftlich, so die Verwaltung.

Bei den Kitas wirke sich die Einrichtung einer gemeinsamen Kita-Leitung für alle Häuser im Niederen Fläming aus. „Viele Bürger wenden sich jetzt direkt an die Kita-Leiterin“, erklärte die zuständige Abteilungsleiterin Michelle Schlomach. Matthias Wäsche, ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Niederer Fläming, hatte mit den Schließungsabsichten ein grundsätzliches Problem. „Vor allem, wenn sich das Bau- und Ordnungsamt zurückzieht, bedeutet das eine Verschlechterung für den Niederen Fläming“, sagte er. Lutz Löffler, Ortsvorsteher von Bärwalde, befürchtete: „Erst ein Schritt, dann noch ein Schritt, und irgendwann ist Lichterfelde zu.“ Reiner Wäsche aus Herbersdorf gab zu bedenken, dass das Amt gegenüber dem Niederen Fläming womöglich vertragsbrüchig werde. Amtsdirektor David Kalzua stellte klar, dass eine Schließung des Einwohnermeldeamtes in Werbig nicht beabsichtigt ist. Auch die Einrichtung eines Bürgerbüros dort bewähre sich. So würden beispielsweise Anträge entgegengenommen und umgehend ins Rathaus weitergeleitet, sagte er. „Das funktioniert gut“, bestätigte auch Michelle Schlomach.

Viele Redner wie unter anderem Sandra Klimaschewski aus Hohenseefeld oder André Weigt aus Rosenthal schlugen vor, einen Kompromiss zu finden. Das Gremium folgte schließlich dem Vorschlag des Dahmer Bürgermeisters und Amtsausschuss-Vorsitzenden Thomas Willweber: Die Außensprechstunden im Kita-Bereich werden geschlossen, für den Baubereich bleiben sie bestehen, und die Statistik wird weitergeführt. Wichtig sei, die Bürger zu informieren, dass es diese Möglichkeit in Werbig weiter gibt, sagte er.