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Köppchenhaus aller Ehren wert

Bürgermeister Gerald Lehmann (2.v.r.) stimmt an, und die Besucher, die zur Auszeichnung des Denkmals des Monats für das Köppchenhaus in Luckau am Kirchplatz gekommen sind, lassen sich nicht lange bitten und singen mit. Weitere Fotos: www.lr-online.de/bilder.
Bürgermeister Gerald Lehmann (2.v.r.) stimmt an, und die Besucher, die zur Auszeichnung des Denkmals des Monats für das Köppchenhaus in Luckau am Kirchplatz gekommen sind, lassen sich nicht lange bitten und singen mit. Weitere Fotos: www.lr-online.de/bilder. FOTO: Hoberg
Luckau. "Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum …", stimmen die Senioren an, die am Dienstagnachmittag unter der Linde am Köppchenhaus in Luckau sitzen. Sie folgen der spontanen Anregung von Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos). Ingrid Hoberg

Der Regen hat sich verzogen und es lässt sich gut verweilen auf dem Kirchplatz unter dem stattlichen Baum.

Anlass des geselligen Beisammenseins ist nicht nur die Zusammenkunft von Bewohnern und Besuchern, es gibt eine Auszeichnung für das Wohn- und Geschäftshaus Kirchplatz 1 bis 4, das in Luckau als Köppchenhaus bekannt ist. Bodo Broszinski, Bürgermeister der Stadt Doberlug-Kirchhain und Vorsitzender der Regionalgruppe Süd-Ost der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadtkerne, überbringt die Urkunde zur Plakette "Denkmal des Monats". Er unterstreicht den Mut und das Engagement, ein historisches Objekt zu sanieren und wiederzubeleben.

Und Leben ist in dem Haus, das von LAFIM (Landesausschuss für Innere Mission) vor dem Verfall gerettet wurde. 13 Seniorenwohnungen und eine Begegnungsstätte sowie ein Beratungsbüro befinden sich nun im Köppchenhaus. "Hier ist selbstbestimmtes Leben für Ältere möglich", sagt Tilmann Henke, LAFIM-Vorstandsvorsitzender.

Bürgermeister Lehmann gibt einen kurzen historischen Rückblick und verweist darauf, dass 1,6 Millionen Euro investiert werden mussten, um das Gebäude in den jetzigen Zustand zu bringen. Rund 862 000 Euro sind über die Städtebauförderung geflossen.

Das harte Ringen mit dem Denkmalschutz hat sich gelohnt. Ob Martina Höhnke (59), eine ehemalige Beesdauerin, oder der gebürtige Luckauer Hans-Joachim Philipp (88), sie fühlen sich wohl im Köppchenhaus. Die eine liebt die Selbstständigkeit in der eigenen Wohnung, der andere ist mit dem Versorgungsangebot zufrieden. "Jeder wird mal älter", sagt Helga Drößigk, als interessierte Besucherin dabei.

Zum Thema:
Gegenwärtig steht eine Wohnung mit Blick auf den Stadtgraben zur Vermietung. Im Dachgeschoss gelegen, sind die Räume per Fahrstuhl gut zu erreichen. Über die Medikus gGmbH können Pflegedienstleistungen in Anspruch genommen werden. Jeden Dienstag von 14 bis 16 Uhr wird in der Begegnungsstätte eine unentgeltliche Pflegeberatung angeboten. Weitere Infos unter: www.lafim.de