| 02:40 Uhr

Bohnstedt-Schülerpreis
Klimawandel, Aborigines und Blues

Die Schülerinnen Hanna-Sophia Henschke (16, l.) und Franziska Schniese (15) sind zwei der 15 diesjährigen Bohnstedt-Preisträger.
Die Schülerinnen Hanna-Sophia Henschke (16, l.) und Franziska Schniese (15) sind zwei der 15 diesjährigen Bohnstedt-Preisträger. FOTO: D. Friedrich
Luckau. Der Bohnstedt-Schülerpreis ist in diesem Jahr an 15 Luckauer Gymnasiasten verliehen worden, deren wissenschaftliche Arbeiten die Jury besonders überzeugt haben. Daniel Friedrich

Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf Familien in Deutschland? Wie komponiert man einen Blues-Song? Und was ist das Besondere an den legendären Präsentationen von Apple-Gründer Steve Jobs gewesen? Fragen, die Schüler des Luckauer Bohnstedt-Gymnasiums im zurückliegenden Schuljahr in Facharbeiten untersucht haben. Die besten Ergebnisse sind nun mit dem Bohnstedt-Schülerpreis prämiert worden.

Helmut Donath, ehemaliger Biologie-Lehrer und Jurymitglied für den Förderverein Naturpark Niederlausitzer Landrücken zeigte sich beeindruckt von der Qualität der Arbeiten: "Ich habe den Eindruck, dass die Arbeitsergebnisse jedes Jahr etwas anspruchsvoller werden."

Mit dabei ist auch die Facharbeit von Hanna-Sophia Henschke: Die 16-Jährige hat sich mit Anglizismen im deutschen Sprachgebrauch beschäftigt. "Das hat negative und positive Auswirkungen. Zum Beispiel leidet die Rechtschreibung darunter. Aber es hilft auch beim Kommunizieren in anderen Sprachen, wenn man bestimmte englische Begriffe kennt", sagt die Schülerin. Insgesamt werde der Einfluss englischer Wörter auf die deutsche Sprache größer. "Das liegt besonders an jungen Menschen, die vermehrt englische Begriffe eintragen", so ihr Fazit.

Ihre Facharbeit komplett in Englisch verfasst hat Franziska Schniese (15). Sie hat sich mit den Aborigines, den australischen Ureinwohnern, beschäftigt. "Ich war zwar noch nie dort, aber fand das Thema sehr interessant und wollte mehr darüber erfahren", erzählt sie. So erforschte sie unter anderem die bis in die 1970er-Jahre staatlich organisierten Entführungen von sogenannten Mischlingskindern. "Man versuchte, die Ureinwohner auszurotten - mit schlimmen Folgen für die betroffenen Kinder und ihre Eltern", sagt Franziska.

Eigens ein Musikstück komponiert hat Lukas Bruhn: Der 19-Jährige ist beim Klavierunterricht auf den Geschmack von Bluesmusik gekommen und erarbeitete sich ein breites Theoriewissen zu diesem Musikstil. Auf dieser Basis schrieb er schließlich ein Blueswerk, das er seinem Musikkurs am Klavier präsentieren musste.

Der Wettbewerb am Luckauer Gymnasium ist Alexander Reinhold Bohnstedt gewidmet, einem Luckauer Naturwissenschaftler und früheren Lehrer am Gymnasium. "Den Bohnstedt-Preis gibt es seit fast 30 Jahren. Die Verleihung von Bohnstedts Namen an unsere Schule 2007 hat ihm einen großen Schub gegeben. Die Schüler identifizieren sich jetzt viel stärker damit", sagt Lehrerin Andrea Werner, die den Wettbewerb organisiert.

Zum Thema:
Klasse 9: Clara Schulze (Kleopatra), Franziska Schniese (Aborigines), Hanna-Sophia Henschke (Anglizismen), Hermine Wenzel (Geiger Niccolò Paganini), Leonie Lehmann (Michael Stifel - Mathematiker und Reformator), Hannah Sikorski (Klimawandel)Klasse 12: Emilia Liebsch (Komponist Carl Orff), Lukas Bruhn (Bluesmusik), Leo Strelow (Präsentationstechniken von Apple-Gründer Steve Jobs), Til Schniese (3D-Programmierung), Max Osswald (Netzwerkanalyse mithilfe von Matrizen), Marlene Rothe (Verbindung zwischen Mathematik und Chemie), Johanna List (Sensorische Systeme), Laura-Jane Elsholz (Down-Syndrom), Anna Erpel (Diabetes als Volkskrankheit)

Lukas Bruhn (19) hat ein Blues-Musikstück komponiert.
Lukas Bruhn (19) hat ein Blues-Musikstück komponiert. FOTO: L. Mickein