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| 16:57 Uhr

Klezmer-Konzert
Eine gefühlvolle Ablenkung vom grauen Alltag

Jossif Gofenberg, der „Klezmer-König“ von Berlin (sitzend),  spielte Akkordeon und erzählte jüdische Witze. Anna Metaxa sang mit kraftvoller und warmer Stimme  während Stanislav Tim dazu vituos Geige spielt – das Ganze begleitet von Eduard Scharlak an der Bass-Gitarre.
Jossif Gofenberg, der „Klezmer-König“ von Berlin (sitzend), spielte Akkordeon und erzählte jüdische Witze. Anna Metaxa sang mit kraftvoller und warmer Stimme während Stanislav Tim dazu vituos Geige spielt – das Ganze begleitet von Eduard Scharlak an der Bass-Gitarre. FOTO: Benjamin Wepprich
Luckau. Zu den jüdischen Kulturtagen ist „KlezBanda“ am Freitagabend in der Kulturkirche Luckau aufgetreten. Von Benjamin Wepprich

Die Kulturkirche in Luckau hat sich am Freitagabend gut gefüllt. Die vollen Reihen haben das Interesse der Besucher an einer besonderen Musikrichting gezeigt: dem Klezmer. Der „Klezmer-König von Berlin“ Jossif Gofenberg gab mit seiner Band „KlezBanda“ jüdische, hebräische und russische Musik zum Besten. Mit dem Akkordeon haben er und seine Bandkollegen Eduard Scharlak am Bass, Stanislav Tim an der Geige und Anna Metaxa mit Tamburin und Gesang, die Stücke mit viel Seele und Gefühl interpretiert.

Die KlezBanda, deren Mitglieder überweigend aus Tschernowitz (Bukowina) stammen und heute in Berlin leben, spielten so auf, wie es früher auf jüdischen Festen Brauch war. Gofenberg animierte die Zuschauer zum gemeinsamen Singen und Klatschen. Während der gesamten Veranstaltung waren wippende Füße im Pulikum zu beobachten.

„Wir kannten die Musik bisher nur aus dem Fernsehen und eigentlich müsste man dazu tanzen. Wir sind durch die Zeitung auf die Veranstaltung aufmerksam geworden und unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht“ berichteten Annett Görsch und Marko Hassler. Vor allem in der jetzigen Jahreszeit sei es eine schöne Ablenkung vom grauen Alltag gewesen.

Warmherzige Gesänge über Frauen, die durch Weinberge lustwandeln, nichtankommende Reisezüge oder Pomeranzen, die ihr Glück in den fernen USA versuchten, ertönten. „Wir finden die Musik toll und sehr temperamentvoll. Von tieftraurig bis ganz lebendig hat man oftmals alles zusammen in einem Lied“, sagten Ulrike Acksteiner und Helga Fröschke aus der Sängerstadt Finsterwalde, die sich regelmäßig Veranstaltungen zum Thema Klezmer aussuchen.

Lustig oder traurig, Musik zum in-sich-Verweilen und Nachdenken oder einladend zum Mittanzen, sofern eine Tanzfläche vorhanden wäre, – die Musik von KlezBanda ließ niemanden der Anwesenden kalt.

„Die Leute haben großes Interesse an den Veranstaltungen und haben hier die Möglichkeit, weltbekannte Künstler nach Luckau zu bringen. Wir möchten die jüdische Musik bekannt machen, auch für die Leute, die etwas ländlicher wohnen und so die Möglichkeit haben, das hier zu erleben“ erklärte Arkadij Schwarz, der stellvertretende Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Königs Wusterhausen. Diese bezuschusst die Konzerte teilweise. Finanzielle Unterstützung gab es ebenfalls durch den Landkreis Dahme-Spreewald.