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"Kleine Feder" baut Tipi-Dorf

Marco Blasi ist Hobby-Indianer. Der 48-Jährige nennt sich "Kleine Feder" und errichtet ein Tipi-Dorf in Alt Schadow (Märkische Heide).
Marco Blasi ist Hobby-Indianer. Der 48-Jährige nennt sich "Kleine Feder" und errichtet ein Tipi-Dorf in Alt Schadow (Märkische Heide). FOTO: Andreas Staindl/asd1
Alt Schadow. Marco Blasi ist Hobby-Indianer. Er nennt sich "Kleine Feder" und lebt in Alt Schadow (Märkische Heide). Auf seinem 6000 Quadratmeter großen Grundstück entsteht ein Tipi-Dorf. Andreas Staindl

Marco Blasi liebt die Natur. Er lebt in und vor allem mit ihr. In Alt Schadow ringt er der Natur gerade ein Stück Land ab. Der 48-Jährige baut ein Tipi-Dorf. 6000 Quadratmeter hat er im Raatschweg erworben. Der Neuendorfer See befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft.

Noch ist viel Platz auf dem Grundstück von Marco Blasi. Seit August des vergangenen Jahres hat er Naturpfade angelegt, separate Felder geschaffen und erste Tipis aufgestellt. "Ohne Technik und Firmen", sagt der 48-Jährige. Er bearbeitet seinen Boden selbst, verwendet ausschließlich einen Spaten. "Ich habe keinen Plan", sagt er. "Mein Spaten läuft mit mir über mein Gelände. Ich lasse mich von der Natur leiten."

Marco Blasi sagt, dass er in zwei Welten lebt. Eine davon ist die Welt der nordamerikanischen Indianer. "Ich gehe mit offenen Augen durch die Gegend, lerne, die Natur zu verstehen." Wer sein Tipi-Dorf betritt, soll dort einfach nur Mensch sein, die friedliche indianische Lebensweise kennenlernen. "Ein Professor etwa ist hier nichts Besseres als ein Kind." Der 48-Jährige errichtet quasi einen "Mensch zu Mensch"-Ort, unabhängig von Religionen, jedoch gewaltfrei. Begegnungen dort sollen von Respekt und gegenseitiger Achtung geprägt sein.

Marco Blasi lebt diese Werte und möchte sie auch anderen Menschen vermitteln. Allerdings ist er nicht ständig in Indianer-Kleidung unterwegs. "Ich hätte zwar kein Problem damit, doch praktisch ist das nicht." Hin und wieder präsentiert er sich auf Festen. Im vergangenen Jahr war er auf "Burglehn" in Lübben. Der Verein "Wild Dancing Boots" hatte dort ein Country-Fest veranstaltet. Kinder haben Stoffe für ein Tipi bemalt. Marco Blasi hatte sie dazu ermutigt. Kreative Motive sind entstanden. Sie zieren inzwischen ein Zelt im Tipi-Dorf in Alt Schadow. Allerdings ist noch viel Platz auf dem weißen Stoff. Der Hobby-Indianer würde das Tipi gern während des nächsten Country-Festes des Vereins Ende August dieses Jahres auf "Burglehn" aufstellen und die noch freien Stellen bemalen lassen. "Ich bin mit den ,Wild Dancing Boots' im Gespräch."

In seinem Indianer-Dorf stehen weitere Tipis. Eines wurde in München bemalt und trägt unter anderem die Handschrift verschiedener arabischer Hoheiten, wie er sagt. "Ein absolut wertvolles Unikat." Ein anderes Tipi wurde auf der Chris Corner Ranch in Gersdorf (Unterspreewald) bemalt. Noch ist Platz für weitere Indianer-Zelte. "Wer möchte, kann mich gern für ein Projekt ansprechen", sagt Marco Blasi. Er taucht dann mit den Interessenten in die Welt der Indianer ein, die Vermittlung des handwerklichen Geschicks der Indianer inklusive. Der 48-Jährige näht seine Tipis selbst, fertigt zudem seine Kleidung per Hand an. "Ich möchte vor allem Kinder anregen, kreativ zu sein."

Vom 10. bis 12. Juli dieses Jahres ist eine große Feier geplant. Die "Kleine Feder" feiert dann den ersten Jahrestag des Tipi-Dorfs. "Wer mitfeiern möchte, ist herzlich willkommen." Auch zu anderen Zeiten kann sein Gelände gern genutzt werden. "Ich stelle meine Felder gern den verschiedensten Hobbyisten zur Verfügung." Seine Liebe zu den Indianern müssten sie nicht teilen, nur den Respekt vor der Natur und anderen Menschen. Und noch etwas ist Marco Blasi wichtig: "Mein Tipi-Dorf soll keine kommerzielle Einrichtung werden." Er selbst fühlt sich in Alt Schadow willkommen. "Die Menschen hier würdigen meine Lebensweise und meine Arbeit. Sie sehen ja mit eigenen Augen, wie sich mein Land verändert und was hier Spannendes entsteht."