| 02:58 Uhr

Klein Leuthen sucht alternativen Standort für neuen Rinderstall

Groß Leuthen. Der geplante Rinderstall für 200 Tiere in Klein Leuthen (Märkische Heide) hat in der Vergangenheit zu verhärteten Fronten geführt. Doch jetzt sind die Beteiligten im Gespräch. Andreas Staindl/asd1

Während einer Einwohnerversammlung wurden Argumente ausgetauscht und Alternativen aufgezeigt. Zudem wurde Gesprächsbereitschaft signalisiert. "Ich bin optimistisch, dass wir eine zufriedenstellende Lösung für alle Betroffenen finden", sagt Dieter Freihoff (SPD). Der Bürgermeister kündigte an, alternative Flächen für das Bauvorhaben zu prüfen: "Wir haben schon eine Fläche im Blick", sagte er

Das Rinderstallprojekt hatte zu heftigem Widerstand geführt. Eine Bürgerinitiative (BI) wehrt sich gegen die Pläne des Landwirts Karl Materne Junior. Der BI stört vor allem, dass der Stall nur etwa hundert Meter von der nächsten Wohnbebauung sowie dem Ferien- und Freizeitzentrum (FFZ) gebaut werden soll, der Standort zudem noch im Landschaftsschutzgebiet (LSG) liegt.

Drei Viertel aller Einwohner seien gegen den Bau des Rinderstalls am vorgesehenen Standort, erklärte Peter Müller von der Bürgerinitiative. "Die geplante Fläche ist unser Eigentum", argumentiert wiederum Ilona Materne und erklärt: "Wir haben schon 120 Tiere in unserem Bestand, wollen mit dem Neubau unsere Arbeitsbedingungen verbessern sowie optimale Voraussetzungen für eine artgerechte Tierhaltung schaffen."

Die Fronten waren verhärtet, sachliche Gespräche kaum noch möglich. Jetzt gab es eine Einwohnerversammlung. Ortsvorsteherin Christine Exler hatte dazu eingeladen. "Wir wollten Argumente austauschen und gemeinsam nach Alternativen suchen", erklärte sie. "Beides ist uns gelungen, und das in sehr sachlicher Atmosphäre", resümierte sie.

Sie teilt die Befürchtungen der BI: "Auch wir im Ortsbeirat hatten von Beginn an arge Bedenken wegen des Projekts. Wir wollen allerdings keinesfalls den landwirtschaftlichen Betrieb kaputtmachen, sondern helfen, einen alternativen Standort zu finden."

Auch Dieter Freihoff möchte, dass der Stall außerhalb des Landschaftsschutzgebiets gebaut wird. "Wir haben eine geeignete Fläche im Blick, müssen aber noch mit den Beteiligten reden", erklärt er auf RUNDSCHAU-Nachfrage. "Unser Ziel ist es, Landwirtschaft und Naturschutz in Einklang zu bringen sowie dem jungen Landwirt eine Zukunft zu bieten. Landwirtschaft gehört nun mal zu unserer Region dazu."

Der Bürgermeister will verhindern, "dass es in Klein Leuthen zu einer Zerreißprobe kommt". Die Kommune ist allerdings nicht die Genehmigungsbehörde, sondern darf lediglich Stellung beziehen. Dieter Freihoff geht aber davon aus, "dass die zuständige Behörde des Landkreis Dahme-Spreewald unseren Argumenten und Vorschlägen folgt".