Von Birgit Keilbach

„Es ist noch Platz in der Arche“, singen die Kinder während ihrer Aufführung „Die Arche Noah“ zur Andacht in der Luckauer Nikolaikirche. Knapp drei Wochen lang befassten sie sich in der Kinderbibelwoche mit der Geschichte.

Diese ist Bestandteil der religionspädagogischen Arbeit in der evangelischen Kita „Gottessegen“. Eltern schätzen es, dass ihren Kindern hier christliche Werte von kleinauf vermittelt werden. Die Kita mit ihren 70 Plätzen ist voll ausgelastet, wie Leiterin Anke Kullick während der Andacht zum Jubiläum mitteilt. Zehn Erzieherinnen betreuen die Mädchen und Jungen im Alter von einem bis sechs Jahren.

Am 1. September 1974 übernahm das evangelische Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin die Trägerschaft der früheren kommunalen Einrichtung. „Wir blicken heute mit Stolz und Freude auf 25 Jahre gute Zusammenarbeit mit der Stadt Luckau und danken allen, die sich für die Kita eingesetzt haben“, sagt Sabine Oster, scheidende Geschäftsführerin Teilhabe und Bildung des Diakonissenhauses.

Den Anstoß dazu gab der damalige Luckauer Bürgermeister Harry Müller. Die nach der politischen Wende gewonnene persönliche Freiheit, seinen Glauben offen zu leben, sei ein großes Glück gewesen. „Eine evangelische Kita zu etablieren, war für mich eine sehr mentale Angelegenheit“, sagte Harry Müller. Die Skepsis gegenüber konfessionellen Einrichtungen sei in Luckau bereits verflogen gewesen. Diakonie-Sozialstation und Evangelisches Krankenhaus hatten längst ihre Leistungsfähigkeit bewiesen.

Maßgeblich im Rathaus mit auf den Weg gebracht habe Maria Brümmer diesen Prozess, ergänzte Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos). Sie habe auch die Anregung zum Namen gegeben. Seit 1999 heißt die Kita „Haus Gottessegen“. Mit 45 Kindern und der Übernahme aller Erzieherinnen startete das konfessionell gebundene Haus in der Nordpromenade 24. Es habe auch Bedenken der Mitarbeiter gegeben, vom öffentlichen Dienst zu einem anderen Arbeitgeber zu wechseln. „Doch es ging darum, neue Wege aufzuzeigen. Aus heutiger Sicht ist es ein guter Weg mit Zukunft“, resümierte der Verwaltungschef. Dieser führte 2012 zum Umzug in das Gebäude der Wäscherei im ehemaligen Knast. Als der Vorschlag unterbreitet wurde, sei dies anfangs sehr skeptisch aufgenommen worden. Doch die Bedenken zerstreuten sich mit dem Fortschreiten der Planung, wie sich Harry Müller in der Jubiläumsausgabe der Kitazeitung erinnert.

Doris Milde arbeitet seit 42 Jahren als Erzieherin und erlebte den Trägerwechsel mit. „Ich fand die Idee gut. Viele hatten Existenzängste, weil überall die Kinderzahlen zurückgingen. Wir bekamen mit dem neuen Träger mehr Sicherheit“, erinnert sie sich. Für sie als Christin sei es sehr schön gewesen, in einer evangelischen Einrichtung zu arbeiten. Rüstzeug habe sie sich bei der Pfarrerin geholt, später kamen Weiterbildungen in Religionspädagogik dazu. „Ich bin bis heute froh, dass ich bei diesem Träger arbeiten kann“, sagt Doris Milde.

Kerstin Reimann absolvierte ihre Ausbildung in der Krippe des Hauses in der Nordpromenade. 2009 kam sie in die Kita zurück. „Es war damals wie ein Nachhausekommen“, erinnert sie sich. Mit dem Umzug auf das ehemalige JVA-Gelände habe sie keine Probleme gehabt. „Für mich stand im Vordergrund, wir haben dann schöne helle, große Räume und viel Platz für die Kinder“, sagt Kerstin Reimann.

Die eigene Erfahrung als Kita-Kind bei Doris Milde ließ Stefanie Wildau für die Betreuung ihrer zwei Kinder die evangelische Kita wählen. „Sie bietet Kontinuität in der christlichen Erziehung“. Das neue Haus sei im Unterschied zu früher viel schöner und größer, ein bisschen wie ein Abenteuerspielplatz, der die Kreativität der Kinder anrege. Stefanie Wildau arbeitet im Kita-Ausschuss mit. „Wir Eltern wollen das Beste für die Kita und bringen unsere Ideen ein.“ So gebe es seit 2018 eine Kitafahrt als Abschluss für die Vorschulkinder. Auch für die Jubiläumsfeier haben sich die Eltern engagiert, Kuchen gebacken, Bänke und Tische organisiert, das Kuchenbuffett betreut und bei vielen weiteren Dingen mitgeholfen.