Von Carmen Berg

Luckaus kommunale Kitas sind gut besucht, aber noch nicht überfüllt. Das ist das Fazit des jüngsten Berichtes der Stadtverwaltung vor dem Schul- und Sozialausschuss. Aktuell liegt Sachgebietsleiterin Yvette Poser zufolge die durchschnittliche Auslastung   bei  81 Prozent. Bis zum Ende des Kita-Jahres am 1. August 2020 werden es laut Anmeldelisten 95 Prozent sein. Eltern, die ihre Steppkes beispielsweise in der stark nachgefragten Kita Cahnsdorf unterbringen möchten, brauchen dann Geduld, bis durch Schulanfänger dort wieder Plätze frei werden. Im Uckroer „Spatzennest“ sowie in Luckaus größter Einrichtung, der Kita „Sonnenblume“ bleibt den Hochrechnungen zufolge hingegen noch etwas Luft. So könnten jungen Familien, die neu nach Luckau kommen, Betreuungsplätze angeboten werden, sagt die Sachgebietsleiterin.

Insgesamt 26 Kinder aus Flüchtlingsfamilien verzeichnet die Stadt in den kommunalen Kitas, davon 16 in der „Sonnenblume“, vier im „Spatzennest“ und sechs in der Gießmannsdorfer Kita „Waldwichtel“. Weitere 19 Migrantenfamilien haben laut Verwaltung Bedarf angemeldet, der jedoch erst 2020 nach und nach bedient werden kann, so Yvette Poser. Lothar Treder-Schmidt (SPD/Grüne) kritisiert das. Gerade für diese Kinder sei die Kita wichtig, um die deutsche Sprache zu lernen, sagt er. Die Eltern seien nicht mobil und der Kleinbus, mit dem Flüchtlings- und bedürftige einheimische Kinder in Landkitas mit freien Plätzen gefahren werden, sei ausgelastet,  benennt Yvette Poser das Problem. „Wir brauchten dann einen zweiten Bus, den die Stadt finanzieren müsste, und  einen zweiten Fahrer,“ stellt Hauptamtsleiterin Birgit Lehmann klar.

Zugleich werde nicht angestrebt, alle wartenden Migrantenkinder in der „Sonnenblume“ unterzubringen, sagt Yvette Poser weiter. Es müssten reine Flüchtlingsgruppen gebildet werden. Wenn diese Kinder jedoch nur unter sich blieben, sei das nicht förderlich für die Integration, sie würden die Sprache nicht lernen, gibt sie zu bedenken.

Gießmannsdorfs Ortsvorsteher Uwe Vogt sieht das genau so. Von den aktuell 34 „Waldwichteln“ dort haben sechs einen Migrationshintergrund. „Das funktioniert sehr gut“, so der Ortsvorsteher.

Aus den Nähten platzt der Hort „Freundetreff“ mit 279 Kindern, davon sieben aus Flüchtlingsfamilien. Die Kapazität des Hortes wurde befristet von 260 auf 290 Plätze erhöht. Ebenfalls an akuter Platznot leidet die Grundschule, weshalb die Stadt für beides noch die beste bauliche Dauerlösung prüft.

Im Jahr 2014 waren 207 Kinder im städtichen Hort angemeldet, 72 weniger als heute, vergleicht  Yvette Poser. Steigende Geburtenzahlen und die Qualität der Betreuung seien Gründe dafür, sagt sie auf Nachfrage von Lothar Treder-Schmidt. Außerdem wüssten Eltern die Nähe des Hortes zur Grundschule zu schätzen. Das zeige sich auch bei ältern Kindern der fünften und sechsten Klassen, für die bei berufstätigen Eltern ebenfalls Bedarf besteht. Für sie sei der Freizeittreff „Lückkids“ der Arbeiterwohlfahrt im Capitol gedacht, der aber wegen der Entfernung vom Schulhaus nicht so angenommen werde wie erhofft.

Insgesamt werden in Kitas, Hort und Tagespflege 586 Kinder betreut, vor fünf Jahren waren es 527. „Damals haben wir überlegt, ob wir Kitas schließen müssen. Ein Glück, dass es dazu nicht gekommen ist“, sagt die Sachgebietsleiterin.