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Baustelle
Kirchengemeinde saniert Gemeindehaus

Bauberatung am Gemeindehaus in Groß Leuthen, das gegenwärtig saniert wird. Von links: Bauunternehmer Hardy Kutscher, Architektin Christina Straße, Pfarrer Arndt Klemp-Kindermann und Ronald Schenker von der Firma Elektro-Schenker.
Bauberatung am Gemeindehaus in Groß Leuthen, das gegenwärtig saniert wird. Von links: Bauunternehmer Hardy Kutscher, Architektin Christina Straße, Pfarrer Arndt Klemp-Kindermann und Ronald Schenker von der Firma Elektro-Schenker. FOTO: F. Dorn
Groß Leuthen. In Groß Leuthen wird gegenwärtig die sehr alte Immobilie saniert. Für das Gebäude und deren Nutzer ist es höchste Zeit. red/bt

Wie alt das Gemeindehaus in Groß Leuthen ist, kann nicht genau festgestellt werden. Der Bau wird auf die Mitte des 19. Jahrhunderts datiert. "Grundriss, Fundament, die verwendeten Materialien und die ungenormten Türen sprechen für eine vorwilhelminische Zeit", sagt Pfarrer Arndt Klemp-Kindermann. Damals wurde das zweigeschossige Haus, das sich unweit der Kirche befindet, als Wohnhaus des Pfarrers angelegt. Später sind im Obergeschoss Gemeinderäume eingerichtet worden. So ließ es die vorgefundene Raumaufteilung vermuten, bestätigt Architektin Christina Straße.

Jüngst beherbergte das Haus zwei Gemeinderäume, ein Büro und eine Einliegerwohnung. Hier kommen Frauen- und Seniorenkreise, der Gemeindekirchenrat, der Besuchsdienst- und der Gemeindebriefkreis, die Krabbelgruppe, die Kinder der Christenlehre, die Konfirmanden und die Junge Gemeinde zusammen. Auch Gemeindesekretärin Kerstin Krüger hat hier ihren Arbeitsplatz. In einem Bereich des Hauses betreibt die Diakonie ihre Tagespflege. Täglich gehen Menschen ein und aus. "Der Zustand der Räume lässt schon lange zu wünschen übrig. Wenig entspricht den heutigen Anforderungen an ein öffentliches Gebäude", sagt Pfarrer Klemp-Kindermann.

Die letzten Sanierungsarbeiten liegen mehr als zwanzig Jahre zurück. Davor gab es in der DDR-Zeit Umbauarbeiten, vermutlich wegen Schwammbefall. Stets wurde nur stückweise oder provisorisch gearbeitet. Nach einem langen Prozess hat die Kirchengemeinde sich für Groß Leuthen als künftiges Zentrum ausgesprochen und schließlich die grundlegende Sanierung des Hauses beschlossen. Vorausgegangen war ein Zusammenschluss der Kirchengemeinden. Ohne die Neugründung zur Hoffnungskirchengemeinde Groß Leuthen und Umland wäre eine Finanzierung des Umbaus nicht zustande gekommen.

Im Jahr 2015 konnte das Berliner Architekturbüro Biehler gebunden werden, nach dessen Plänen nun die Handwerker zugange sind. Im großen Gemeinderaum im Erdgeschoss sind Böden, Wände und Fenster dringend erneuerungsbedürftig. Die Kohleöfen verschwinden. Eine von zwei Küchen weicht einem modernen barrierefreien WC. Der Bereich für die Diakonie wird um einige Quadratmeter erweitert und grundsaniert. Im Obergeschoss bleibt die kleine Gästewohnung erhalten. Drei Räume, die gegenwärtig Abstellkammern sind, werden mit neuem Fußboden und umfangreichen Innenausbau zu einem Jugendraum umgestaltet. Das macht den Bau einer giebelseitigen Brandschutztreppe erforderlich. Mehrere Wasserschäden haben dem Haus in der Vergangenheit zugesetzt. Die notwendige Dachsanierung ist ein großer Posten im Sanierungsplan. Damit nicht nur die Klienten der Diakoniestation es einfacher haben, soll der Eingangsbereich mit einer Rampe barrierefrei erschlossen werden. Und schließlich müssen Teile der Elektro- und die Heizungsanlage komplett erneuert werden. Finanziert wird der etwa 205 000 Euro teure Umbau aus Eigenmitteln der Gemeinde, die durch Haus- und Grundstücksverkäufe, eine Baurücklage, ein Darlehen sowie durch Spenden bereitgestellt wurden. Der Kirchenkreis Niederlausitz fördert den Umbau mit 40 000 Euro. "Eine Bestandssanierung erfordert stets individuelle Lösungen. Trotz des begrenzten Budgets haben wir für Groß Leuthen eine optimale und nachhaltige Lösung gefunden. Ziel ist es, alten Bestand, wie etwa die Dielen oder die Originalfenster, zu erhalten", sagt Christina Straße. Seit Anfang September sind die Handwerker, die allesamt aus der Region sind, in dem Haus tätig. Bis Ende Dezember sollen die Arbeiten weitestgehend abgeschlossen sein. Für Pfarrer Arndt Klemp-Kindermann ist das Gemeindehaus nicht die erste Baustelle in den Gemeinden, aber eine wichtige. Er freut sich auf freundliche und einladende Räume für die Menschen in seiner Gemeinde.