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Kippen alte Zahlen die Kreisreform?

Es steht ein wenig versteckt im Ratsinformationssystem des Landkreises Dahme-Spreewald. Im Kreisausschuss thematisierte es niemand: Das Eingeständnis der obersten Statistiker Brandenburgs, dass die Bevölkerungsprognosen für das gesamte Land schon nach zwei Jahren überholt sind.

Eingeräumt wurde das auf Anfrage von Landrat Stephan Loge (SPD), der damit aus Dahme-Spreewald-Sicht begründeten Zweifeln an der Einwohnerentwicklung nachgehen wollte.

Zu Recht, wie sich jetzt zeigt. Nur: Wenn die Einwohnerprognosen tatsächlich für das gesamte Land von der Realität überholt worden sind, das Leitbild aber als wichtigsten Eckpunkt die Bevölkerungszahlen benennt, wäre es dann nicht an der Zeit, die Pläne zumindest auf Eis zu legen? So lange, bis aktuellere Prognosen vorliegen, mit denen allerdings frühestens im Herbst gerechnet wird? Dann steht schon die Landtagsentscheidung über die geplanten Fusionen und Einkreisungen an. Sollte die rot-rote Landesregierung die Abgeordneten wirklich vor die Gewissensentscheidung stellen, eine so tiefgreifende Veränderung auf der Basis von veralteten Zahlen zu beschließen? Und wie würde diese Gewissensfrage ausgehen? Solche Fragen stellen sich jetzt, und sie beinhalten Sprengstoff. Das Eingeständnis der Landes-Statistiker hat das Zeug, die Kreisreform kippen zu lassen.