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Kinder und Jugendliche entdecken die Dunkelheit

Sarah Gwiszcz und Leon Elstermann sind hochkonzentriert bei der Arbeit an der Nähmaschine.
Sarah Gwiszcz und Leon Elstermann sind hochkonzentriert bei der Arbeit an der Nähmaschine. FOTO: Franziska Minkner
Lübbenau. Die Sommerferien haben vergangene Woche Donnerstag begonnen. Viele Schüler nutzen die Zeit, um sich zu entspannen und Spaß zu haben. Eine Möglichkeit dafür bietet das Sommerlager in der Lübbenauer Dammstraße. Franziska Minkner

Erde, Wasser und Chemikalien bereiten Sam-Jonah Triebel Spaß. In der Station des Jugendfördervereins Lübbenau in der Dammstraße untersucht er gerade mithilfe verschiedener Indikatoren Boden- und Wasserproben, die er mit seiner Projektgruppe "Umwelt AG" im Spreewald gesammelt hat. "Man lernt etwas wie in der Schule und hat sogar noch Spaß dabei", sagt der 15-Jährige. Dieses Jahr nimmt er zum vierten Mal am Sommerlager des Jugendfördervereins teil. Dieser ermöglicht es vielen Schülern, seit 1996 eine Woche ihrer Sommerferien mit ihren Altersgenossen zu verbringen.

Die Kinder und Jugendlichen konnten sich in dieser Woche in der Dammstraße an verschiedenen Projektgruppen ausprobieren und neue Erfahrungen sammeln. Die Auswahl ist groß. So gibt es zum Beispiel das Multimedia-Projekt mit dem Namen "Entdecke die Dunkelheit", in dessen Rahmen durch bestimmte Kameraeinstellungen und verschiedene Lichtquellen bei Nacht eindrucksvolle Bilder, auch Lightpainting genannt, entstehen sollen. Außerdem gibt es eine Videogruppe, an der auch die Jugendlichen Marvin Richter und Sebastian Petrick beteiligt sind. Am Ende des Sommerlagers soll jedem Teilnehmer eine CD mit dem 30-minütigen Film überreicht werden.

Marvin und Sebastian sind 25 Jahre alt und haben schon oft am Sommerlager teilgenommen. Die meisten Jugendlichen kennen sich seit Jahren und freuen sich immer wieder aufs Neue, die Zeit mit der Gruppe zu verbringen. Pro Jahr gibt es in der Regel ein bis zwei Neuzugänge. "Wir gehören schon zur Stammtruppe", sagt Marvin. "Es ist schön zu sehen, wie sich die Knirpse im Laufe der Jahre entwickeln", erzählt Sebastian.

Wer Interesse daran hat, seine Nähkünste bei der Herstellung von Kostümen unter Beweis zu stellen, für den kommt das LARP-Projekt (Live Action Role Play/ Liverollenspiel) infrage. Diese Festivals finden überall in Deutschland statt. Dabei verkleiden sich die Teilnehmer und stellen beispielsweise eine mittelalterliche Schlacht dar. Karsten Willer, der dieses Jahr das Drachenfestival besuchen möchte, ist dankbar, dass er im Rahmen des Sommerlagers die Möglichkeit bekommt, sein Kostüm selbst zu nähen. Die Lübbenauer Modedesignerin Sarah Gwiszcz steht ihm und den beiden weiteren Teilnehmern Theo Nopper und Leon Elstermann hilfreich zur Seite. "Hilfe beim Nähen haben wir auch bitter nötig", sagt Karsten Willer.

Ihre Zeit können sich die Kinder und Jugendlichen selbst einteilen. Um für Abwechslung zu sorgen, ging es am vergangenen Mittwoch zur gemeinsamen Paddeltour durch den Spreewald. Daniel Michael, einer der drei ehrenamtlichen Betreuer gefällt besonders das familiäre Verhältnis der Gruppe: "Es gibt zwar immer kleine Reibungspunkte, aber im Großen und Ganzen funktioniert die Gruppe gut".

Das Sommerlager geht hervor aus den Spezialistenlagern in der DDR und wurde seit 1990 weitergeführt. Eine Woche lang Spaß in der Dammstraße hatten dieses Mal 18 Kinder und Jugendliche aus dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz.