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| 14:20 Uhr

Hingucker
Edle Oldtimer rollen durch den Spreewald

Udo Klauke hat als  Vorsitzende des MC Lübbenau das Privileg, die einzelnen Teilnehmer und ihre Karossen vorzustellen.
Udo Klauke hat als Vorsitzende des MC Lübbenau das Privileg, die einzelnen Teilnehmer und ihre Karossen vorzustellen. FOTO: Uwe Hegewald
Lübbenau. Die Spreewald-KFZ-Veteranenrallye zieht schon beim Start in Lübbenau alle Blicke auf sich.

Augenweiden prägten am Wochenende das Bild im Spreewald. Nach der Folklorelawine zog am Samstag und Sonntag eine Blechlawine die Blicke auf sich. Wobei die Bezeichnung „Blechlawine“ in diesem Fall ausschließlich positiv behaftet ist.

135 edle Karossen und Motorräder zählt die 19. Spreewald-KFZ-Veteranenrallye mit Start und Ziel in Lübbenau. Für Axel Kopsch und seinem Sohn Leon ist es eine Premiere: „Wir nehmen erstmals an einer Veteranenrallye teil“, so der Lübbenauer, der sich mit einem Cabrio Ford Anglia Sport (Baujahr 1947) einreiht. 18 Jahre später erblickt der Spreewelten-Badleiter das Licht der Welt, der seinen Oldtimer vor drei Jahren erworben hat. „Es ist das einzige Fahrzeug dieser Art in Deutschland. Ursprünglich kommt die Limousine aus Australien“, erklärt er.

Vor der Deutschlandfahne heißt es anhalten. Lisa Pursche (28) hebt oder senkt die Flagge und gibt somit das Signal zum Stopp oder zur Weiterfahrt. Zum vierten Mal in Folge macht sie das und wie immer in Spreewaldtracht.

Zu den optischen gesellen sich an der Startlinie noch akustische Genüsse: Udo Klauke, Vorsitzender des veranstaltenden MC Lübbenau und Hajo Lipinski stellen die Teilnehmer in ihren edlen Karossen vor, informieren über Baujahre, Hubraum, Herkunft, aber auch über die Leute hinter den Lenkrädern.

Aus Bad Muskau haben sich Ute und Hagen Schmidt auf den Weg in die Spreewaldstadt gemacht. „Nach der Veteranenrallye geht es am Montag mit einem weiteren, befreundeten Gespann weiter in Richtung Ostsee. Greifswald ist unser Ziel, wenn alles nach Plan läuft, wollen wir bis nach Rügen“, erzählt das Paar.

Mit ihrem Opel Kapitän (Baujahr 1939) ziehen die Neißestädter ebenso die Aufmerksamkeit auf sich, wie mit ihrer Garderobe. „Stilechter Auftritt verleiht diesen Veranstaltungen noch etwas mehr Flair“, begründet Hagen Schmidt und deutet auf seine Frau. Gemahlin Ute hat sich für einen bordeauxroten Hut entschieden und einem dekorativen, schützenden Fuchspelz für den Hals.

Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) zeigt sich beeindruckt: „Eine tolle Bereicherung für Lübbenau und die Bestätigung einer guten Zusammenarbeit des Motorsportclubs mit der Stadt“, resümiert er.

Dass das Gros der Vereinsmitglieder ihre Oldtimer in den Garagen verschlossen halten muss, ist der Ausrichterolle zuzuschreiben. Eckert Marek zählt zu denen, die eine Ausnahme bilden. Mit der Startnummer 112 rollt er mit seiner 250er MZ als erster vom Parkplatz in der Lübbenauer Poststraße. „Seine Hilfe wird in Dürrenhofe benötigt, wo nach 66 Kilometern bei der Agrargenossenschaft eine Mittagspause vorgesehen ist“, erklärt Udo Klauke dafür den Grund.

Insgesamt sind es 118 Kilometer, die die Oldtimerfreunde am Samstag zurückzulegen haben. Unter anderem werden Burg, Straupitz, Lübben oder Schlepzig angefahren, bevor für den gestrigen Sonntag eine zweite 43,8 Kilometer lange Ausfahrt angekündigt ist. Brisant: Bei fünf Aufgaben müssen die Teilnehmer das optimale Beherrschen ihrer Fahrzeuge unter Beweis stellen. Die erste Herausforderung wartet bereits wenige Meter hinter der Startlinie. Bis auf 95 Zentimeter müssen die Fahrzeuglenker an ein Gatter heranfahren. Bei Unter- oder Überschreitungen gibt es Punktabzug. Werner George, Ehrenvorsitzender des MC Lübbenau gelingt mit gemessenen 58 Zentimetern eine recht ordentliche Leistung, bevor auch er sich auf Oldtimertour durch den Spreewald begibt.