„In den 1990er Jahren gab es viele Imbisse am Straßenrand, heute ist das selten“, sagt Lutz Witkowski. Er ist dienstlich auf Achse und legt am Imbisswagen von Heiko Metzner in Kemlitz einen Zwischenstopp fürs Frühstück ein. „Es geht schnell und schmeckt“, lobt der Kunde.
Der Wagen direkt an der B 102 vor dem ehemaligen Konsum fällt auf. Der günstige Standort, ausreichend Parkplätze seien Gründe gewesen, sich für Kemlitz zu entscheiden, sagt Heiko Metzner. Zuvor habe er mit einem Partner einen Imbiss in Leipzig betrieben. Doch als der Compagnon sich zurückzog, war das allein nicht zu stemmen. Den Wechsel von der Großstadt aufs Land habe er bislang nicht bereut.

Imbiss bringt neues Leben in alten Konsum von Kemlitz

Wie er erzählt, hat er den alten Konsum vom privaten Eigentümer gepachtet und inzwischen vor dem Haus aus hellem Holz einen Anbau errichtet. „So können die Kunden, wenn es draußen ungemütlich wird, beim Essen warm und trocken sitzen. Es gibt auch eine Gasheizung“, sagt der Wirt. Bauleute, Monteure, Trucker gehören ebenso zu den Gästen wie Familien auf der Durchreise.
Doch Corona hinterlässt auch in seinem Geschäft Spuren. „Zwar hatte ich das Glück, nicht schließen zu müssen. Doch die Umsätze sind im Lockdown um rund 70 Prozent zurückgegangen. Und auch jetzt sind viel weniger Leute, vor allem weniger Urlauber, auf der Bundesstraße unterwegs“, so Heiko Metzner.
Nicht nur werktags, sondern bei gutem Wetter auch sonnabends und sonntags wärmt und bruzzelt der Imbissbetreiber Würste und Bouletten für hungrige Einkehrer. Das mache ihm nichts aus. „Es gibt ja im Moment sonst nicht viel, was man am Wochenende machen kann“, sagt er. In einem kleinen Ort im Vogtland aufgewachsen, genieße er nach dem Leipziger Großstadttrubel in Kemlitz die Ruhe. Solange sein Geschäft ihn ernährt, will Heiko Metzner im Fläming blieben.