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| 09:33 Uhr

Keine Lust auf Langeweile

Nicole aus Herzberg (vorne links) war schon neunmal im Ferienlager bei Familie Schüler in Beesdau. Nach ihrem 18. Geburtstag darf sie sich in diesem Jahr erstmals als Betreuerin um die Jüngeren kümmern.
Nicole aus Herzberg (vorne links) war schon neunmal im Ferienlager bei Familie Schüler in Beesdau. Nach ihrem 18. Geburtstag darf sie sich in diesem Jahr erstmals als Betreuerin um die Jüngeren kümmern. FOTO: Nicole Freyler
19 Drahtesel stand gestern im Fahrradständer vor dem Luckauer Laga-Gelände. Sie gehörten den 18 Jungen und Mädchen, die seit Montag im Ferienlager bei Susanne Schüler in Beesdau zu Gast sind. Gemeinsam mit ihrer Herbergsmutter waren die Kinder gestern in die Berstestadt geradelt. Ihr Ziel war der Wasserspielplatz – doch der lag auf dem Trockenen. Ein Picknick im Park ließ sie die Enttäuschung aber schnell vergessen. Von Nicole Freyler


Schon vom Eingang des Laga-Geländes sind das Lachen und die fröhlichen Rufe der Kinder zu hören. Einige klettern noch auf den Spielgeräten beim Wasserspielplatz herum, andere haben sich schon auf dem Rasen um Susanne Schüler geschart, die sich gerade anschickt, die von ihrem Mann Bodo mit dem Auto herbeigebrachte Verpflegung zu verteilen.
Sobald die ersten Würstchen samt Kartoffelsalat auf Papptellern lagen, kam schnell die komplette Meute zur "Fütterung" zusammen. "Wo ist das Ketchup? Das Ketchup muss her", rief ein Hungriger. Und als auch dieses dringende Bedürfnis gestillt war, zog allgemeine Zufriedenheit ein – Schülers hatten mit dem Menü den Geschmack der Jugend getroffen.
Prall gefülltes Freizeitprogramm
Auch bei der Freizeitgestaltung wissen die Beesdauer, was bei den Mädchen und Jungen angesagt ist. "Wir unternehmen total viel", erzählt die zehnjährige Jessica aus Brenitz bei Sonnewalde, die schon zum zweiten Mal im Ferienlager bei Schülers ist. Und diesmal hat sie sich gleich ihre Freundinnen Melissa, Anne und Josephine mitgebracht. "Gleich nach der Ankunft am Montag habe wir eine Radtour zum Kranichbeobachtungsturm gemacht und prompt auch Kraniche gesehen", berichtet Jessica. Auch Stockbrote am Lagerfeuer haben sie schon gebacken, und am Dienstag stand eine Käferexpedition in Wanninchen auf dem Programm.
Heimweh ist schnell vergessen
"Heute Abend machen wir eine Nachtwanderung", erzählt Dominic. Auf die Frage, ob das nicht gruselig sein, meint der zehnjährige Berliner: "Naja, ein bisschen schon. Aber das muss so sein". Während es die größeren Mädchen und Jungs "cool" finden, mal eine Ferienwoche ganz ohne Eltern zu verbringen, wird Dominic doch ein wenig vom Heimweh geplagt. "Ich vermisse vor allem meine Schwester", verrät er. Aber wenige Augenblicke später hat das Treiben und Reden um ihn herum die Gedanken an Zuhause aus seinem Kopf verdrängt.
Und ganz ohne Begleitung ist auch Dominic nicht nach Beesdau gekommen. Er hat seine Freundin Julie-Lucy mitgebracht, die von allen nur "Krümel" genannt ist, weil sie mit ihren sechs Jahren die Jüngste ist. "Die größeren Mädchen, die mit ihr im Zimmer schlafen, haben sich gleich ihrer angenommen und bemuttern das Krümelchen", freut sich Susanne Schüler. Und tatsächlich scheint sich Julie-Lucy ganz wohl zwischen den anderen Kindern zu fühlen.
Ramon aus Glienig und sein Kumpel Patrick aus Nächstneuendorf können sich unterdessen nicht einigen, ob sie die Nachtwanderung oder das Bowlen am Besten finden. "Mir gefällt alles gleich gut", meint dagegen Krümel nach kurzem Überlegen. Aber auch die größeren Jungs, wie Florian aus Vetschau, der gestern im Ferienlager seinen 14. Geburtstag gefeiert hat, kommen auf ihre Kosten. "Man muss gar nicht weit weg fahren, um was zu erleben", sagt er.
Langeweile scheint in diesem Ferienlager wirklich nicht aufzukommen. Ein Programmpunkt reiht sich an den nächsten: Auf das Picknick folgt die Kahntour, es gibt einen Geschicklichkeitstest, ein etwas anderes Volleyballturnier und am Freitag zum Abschluss den großen Talentwettbewerb. Ausreichend Abwechslung heißt Susanne Schülers Rezept gegen Langeweile. Nach Jahre langer Erfahrung mit Ferienlagern weiß sie, wie man einen Sack Flöhe hütet: "Wir machen die Kinder müde, dann schafen sie auch gut", meint sie lachend.
Aber denkste! "Die Nächte sind doch am aufregendsten" – da sind sich die mit 16 Jahren fast schon erwachsenen Katja und Melanie mit der 18-jährige Betreuerin Nicole einig. Wenn die Kleinen schlafen, sei die richtige Zeit für echte "Frauengespräche".

Urlaubs-Tipp
Ferienlager in Beesdau
Für Kinder und Jugendliche, die noch eine Lücke in ihrer Urlaubsplanung haben, gibt es in der 3. und 4. Ferienwoche noch einige
freie Plätze in den Ferienlagern von Susanne Schüler. Und auch für die Herbstferien können sich Interessierte schon vormerken
lassen. Anmeldung und Infos unter der Telefonnummer 0 35 44/1 20 26.