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| 18:20 Uhr

Tempo-30-Zone
Keine Einigung zur Tempo-30-Zone

Eine Busspur trennt die Kita von der B 96. Nun soll geprüft erneut werden, ob dennoch ein direkter Zugang zur Straße gegeben ist.
Eine Busspur trennt die Kita von der B 96. Nun soll geprüft erneut werden, ob dennoch ein direkter Zugang zur Straße gegeben ist. FOTO: Anja Brautschek / LR
Gießmannsdorf. Straßenverkehrsamt des Landkreises will Sachlage nach Vor-Ort-Termin erneut prüfen. Von Anja Brautschek

Vorerst bleibt es dabei: Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer wird in Gießmannsdorf nur auf Lkws beschränkt. Das hat ein Vor-Ort-Termin mit allem Beteiligten ergeben. Allerdings räumt das Straßenverkehrsamt des Landkreises ein: „Wir werden die Sachlage noch einmal prüfen.“

Vor allem die Bushaltestelle des Ortes hat am Dienstagabend zu heftigen Diskussionen gesorgt. In Gießmannsdorf trennt eine von der Hauptstraße abzweigende Busspur den Kita-Eingang von der viel befahrenen B 96. Für Ortsbeiratsmitglied Uwe Vogt ist die Situation eindeutig: „Das ist keine eigenständige Straße. Damit ist der direkte Zugang zur Bundesstraße gegeben.“

Die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung sieht vor, innerhalb geschlossener die Geschwindigkeit auf 30 km/h zu beschränken, wenn Kindereinrichtungen, Schulen oder Pflegeheime über einen direkten Zugang zur Straße verfügen. Darauf berufen sich die Gießmannsdorfer. „Wir müssen regelmäßig die Straße überqueren. Erst am Dienstag sind die Kinder im Ort zampern gewesen“, erzählt Kita-Literin Silke Wehner. Ob zum Sportplatz, in die Natur oder zum Dorfkern – immer steht die B 96 zwischen Kita und Ziel. Besonders für die kleinen Kinder birgt die Straßenüberquerung großes Gefahrenpotenzial. Auf jeder Seite befinden sich enge Kurven, die die Sicht sowohl für Autofahrer als auch den Fußgänger beeinträchtigen. „Sollen wir darauf warten, dass etwas schlimmes passiert?“, fragt Ortsvorsteher Thomas Weichert. Für die Anwohner ist die Situation daher eindeutig. Die Tempo-30-Zone muss her.

Für das Straßenverkehrsamt des Landkreises Dahme-Spreewald gestaltet sich die Situation in Gießmannsdorf weniger eindeutig. „Die Drosselung der Geschwindigkeit bedeutet eine Herabsetzung der Rechte von Pkw-Fahrern. Das muss begründet werden“, erläutert Amtsleiterin Judith Keil. Zwei Verkehrszählungen aus den Jahren 2015 und 2016 haben ergeben, dass in einer Woche 2245 bzw. 2505 Fahrzeuge die Ortsdurchfahrt passieren. Damit sei kein erhöhtes Verkehrsaufkommen zu verzeichnen. In den vergangenen acht Jahren habe es zudem vier Unfälle in Gießmannsdorf gegeben. Hinzu kommt, dass durch die zurückgesetzte Bushaltestelle aus Sicht der Behörde kein direkter Zugang zur Hauptverkehrsstraße vorhanden ist. „Allerdings, wirft Uwe Vogt ein, habe die Kita als Anschrift die Luckauer Straße, die Straßenbezeichnung der B 96 in diesem Bereich. Das beweise den direkten Zugang. Wir werden noch einmal klären, wo diese Spur zuzuordnen ist“, sagt Baudezernent und 1. Beigeordneter Chris Halecker.

Um das Gefahrenpotenzial in Gießmannsdorf zu mindern, wurde im vergangenen Jahr die Geschwindigkeitsabsenkung für Lkws durchgesetzt. Dies soll die Sogwirkung der Fahrzeuge minimieren. „Es geht hier um die Kinder. Eine generelle Tempo-30-Zone würde eine wesentlichen Gefahrenschwerpunkt entschärfen“, sagt Silke Wehner.