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| 17:42 Uhr

Tierschutz
Katze von der Schanze wartet auf Frauchen

Das Kätzchen wurde An der Schanze gesichtet.
Das Kätzchen wurde An der Schanze gesichtet. FOTO: Tierheim Langengrassau
Luckau. Anwohner brachten sie ins Tierheim. Ordnungsamt wehrt sich gegen Vorwürfe.

Eine kleine Katze hat bei Anwohnern des Wohngebietes An der Schanze für Aufregung gesorgt. Das Tier sei dort aufgetaucht und habe zwei Nächte lang „schlimm geschrien“, erzählen Evelyn und Franz Morotini. Das Kätzchen habe sich auch nicht vertreiben lassen, es sei immer wiedergekommen. Es habe einen gepflegten Eindruck gemacht, sei handzahm und kastriert. „Das muss eine Hauskatze sein, womöglich ausgesetzt“, vermuteten die Eheleute und brachten die Katze ins Tierheim nach Langengrassau. Dort erfuhren sie, dass für die Einweisung von Fundtieren im Stadtgebiet das Ordnungsamt zuständig sei. Als Ordnungsamts-Leiter Thomas Schäfer kein grünes Licht gab, verstanden Morotinis die Welt nicht mehr. Sie sahen den Tierschutz verletzt.

Der Ordnungsamts-Leiter weist das zurück. Grund für seine Entscheidung sei die kurze Zeitspanne von zwei Tagen gewesen, in denen das Tier beobachtet wurde. Er sei selbst Katzenbesitzer. Auf dem Land sei es normal, dass die Samtpfoten auch länger durch die Gegend streifen, insbesondere jetzt, wo sie auf Brautschau sind. „Man kann so ein Tier dann nicht einfach mitnehmen und ins Tierheim bringen“, sagt er. Denn es sei davon auszugehen, dass es einen Besitzer hat, der seinen Stubentiger vermisst.

Es habe erst unlängst so einen Fall gegeben, als eine Katze auf dem Luckauer Markt gefunden und in sozialen Netzwerken angeboten wurde. Auch sie habe jemandem gehört, sagt Thomas Schäfer.

Handlungsbedarf bestehe, wenn ein Tier den Eindruck mache, dass sich schon länger niemand kümmert, oder wenn es verletzt ist. Dann sollte umgehend das Ordnungsamt informiert werden, das alles Weitere veranlasst, sagt der Amtsleiter. Er habe schon viele Katzen und andere Fundtiere an das Tierheim übergeben, kürzlich sogar eine Schildkröte. „Die Katze von der Schanze ist der erste Fall, in dem wegen der kurzen Zeitspanne anders entschieden wurde“, sagt er. Helga Druschke vom Terheim bestätigt die gute Zusammenarbeit.

Bei dem strittigen Kätzchen, sagt sie, handele es sich um ein Haustier. Öfter aber brächten Leute Wildkatzen, so genannte Streuner. „Das ist Tierquälerei, solche Katzen gehen ein, wenn sie ihre Freiheit verlieren“, so die Fachfrau. Wo sich Streuner häufen, kümmert sich der Tierschutzverein um eine Kastration.

Der Stubentiger von der Schanze ist im Moment noch in Langengrassau. Das Tierheim hat ein Foto geschickt. Die Hoffnung: Der Besitzer erkennt seinen Vierbeiner, und das Kätzchen kommt wieder nach Hause.