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Karoline Herfurth zeigt ihren Film in der Dubener Justizvollzugsanstalt

Die Schauspielerin und Regisseurin Karoline Herfurth war kürzlich in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Luckau-Duben zu Gast.
Die Schauspielerin und Regisseurin Karoline Herfurth war kürzlich in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Luckau-Duben zu Gast. FOTO: Andreas Staindl
Duben. Schauen sich Mörder, Totschläger, Betrüger und Co. eine romantische Komödie an? In Gefangenschaft schon. 50 inhaftierte Frauen und Männer haben sich den Film „SMS für Dich“ kürzlich in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Luckau-Duben angeschaut. Andreas Staindl

Die Hauptdarstellerin war persönlich vor Ort. Karoline Herfurth hat in dem Streifen nicht nur die Clara gespielt, sie hat auch Regie geführt. Der Film war das Regiedebüt der 33-jährigen deutschen Schauspielerin und Regisseurin. Er kam im September des vergangenen Jahres in die Kinos.

Jetzt war er auch im Knast zu sehen. Die Universal-Stiftung Helmut Ziegner in Berlin hat es möglich gemacht. "Wir wollen den Gefangenen Abwechslung bieten", sagt Tilman Adolph, Bereichsleiter Straffälligenhilfe der Ziegner-Stiftung. "Sie sollen zumindest für ein paar Stunden auf andere Gedanken kommen."

Zeit genug war. "SMS für Dich" ist 107 Minuten lang. Die romantische Komödie handelt von Clara. Sie schickt SMS an die Handynummer ihres verstorbenen Verlobten. Was sie nicht weiß: Die Nummer ist bereits neu vergeben. Clara verliebt sich in den neuen Besitzer - den Journalisten Mark. Karoline Herfurth kennt jede Szene des Films auswendig. Logisch. Deshalb hat sie die 107 Minuten genutzt, um sich die Justizvollzugsanstalt anzuschauen. Für die Schauspielerin und Regisseurin war es der erste Besuch im Knast, wie sie sagt. Schnell hat sie festgestellt: Das Leben hinter Gittern in Luckau-Duben hat nichts mit dem Leben in Gefangenschaft zu tun, das in Fernsehfilmen gezeichnet wird. Die Gefangenen im Süden des Landkreises Dahme-Spreewald werden bestmöglich auf das Leben nach dem Knast vorbereitet. Bildung und kulturelle Angebote gehören dazu.

Die Ziegner-Stiftung sichert zahlreiche Maßnahmen und Veranstaltungen. "Wir ergänzen bestehende Angebote in der JVA", sagt Tilman Adolph. "Unsere Stiftung schlägt seit 60 Jahren eine Brücke zwischen hinter und vor den Gefängnismauern. Das Engagement für die Gefangenen lohnt sich." Die Häftlinge bekommen nicht nur anspruchsvolle Kunst und Kultur geboten, sondern immer auch Gelegenheit, mit den jeweiligen Akteuren ins Gespräch zu kommen. Auch diesmal gab es diese Möglichkeit. Karoline Herfurth traf sich mit den Inhaftierten nach dem Film am Buffet. Das gemeinsame Speisen von Strafgefangenen mit Gästen von außerhalb der Gefängnismauern nach Veranstaltungen ist Tradition in der JVA in Luckau-Duben. Auch hier hat die Ziegner-Stiftung Anteil daran. Sie sichert die Ausbildung von Inhaftierten im Gastgewerbe, die jeweils leckere Buffets herrichten. "Die Anstaltsleitung hier in Luckau-Duben ist sehr offen für unsere beruflichen und kulturellen Angebote", sagt Tilman Adolph. "Das erleichtert die soziale und berufliche Wiedereingliederung Strafgefangener, die auch unser Ziel ist." "Die Anstaltsleitung hier in Luckau-Duben ist sehr offen für unsere beruflichen und kulturellen Angebote."