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| 02:48 Uhr

Karnevalisten gehen auf Zeitreise

Mit Beifall wurden ihre Lieblichkeit Ines I. und seine Tollität Andreas I. sowie das Kinderprinzenpaar Stella und Marek begrüßt.
Mit Beifall wurden ihre Lieblichkeit Ines I. und seine Tollität Andreas I. sowie das Kinderprinzenpaar Stella und Marek begrüßt. FOTO: Uwe Hegewald
Calau. Aufgemacht in die Vergangenheit haben sich Calaus Narren beim Umzug durch die Stadt. Dabei nicht fehlen durfte ein Dinosaurier.

(uhd) Als Bürger der Witzestadt sehen sich Calauer geradezu in der Pflicht an den jährlichen Karnevalsumzügen festzuhalten, in der 39. Session unter dem Motto "Der CCC macht sich bereit für eine Reise durch die Zeit". Seit nunmehr 20 Jahren werden sie dabei von Seelenverwandten aus dem Stadtteil Altnau begleitet. Allen voran von Fred Jank, der stets mit ungewöhnlichen Bildern überrascht.

Rund 60 Arbeitsstunden und 250 Euro investierte der Tüftler dieses Mal, um einen lebensgroßen Dinosaurier zu gestalten und fahrtüchtig zu bekommen. "Der steckt immer sehr viel Herzblut rein. Wir sind jedes Mal wieder baff, wo er die Einfälle und die Ausdauer für die Umsetzung seiner Projekte hernimmt", lobt Manfred Kamenz.

Sein Dinosaurier zählte zum Gesamtensemble von Zugteilnehmern, die die Familie Feuerstein verkörperten. "Dino nimmt selbstverständlich am Umzug kommenden Sonntag in Cottbus Teil. Den können wir gar nicht zuhause lassen", beteuert CCC-Vorstand Patrick Wölfel. CCC-Präsident Frank Hering ergänzt, dass Calauer in Cottbus bereits ein Ausrufezeichen gesetzt haben: Die Kinderkarnevals-Gala "Heut steppt der Spatz" ist von unserem Nachwuchstalent Hannes Schwarz moderiert worden.

Wenig überraschend, stecken doch in dem Knaben die Entertainer-Gene von Papa Thomas, der den Junior zum Auftritt in die Stadthalle Cottbus chauffierte. Fred Zickert übernahm den Calauer Job, moderierte im Konvoi und von der Rathaustreppe.

In seinem Blick auf das lokale Zeitgeschehen hielt er sich mit Lob und Kritik nicht zurück. "Eine schöne Geschichte ist die künstlerische Gestaltung der Transformatorenhäuschen in der Stadt, wogegen die Zeit am Bahnhofsgebäude stehen geblieben scheint", so der temporäre CCC-Sprecher.

Für die Zeitmaschine galt es indes, Schwerstarbeit zu verrichten. Vom Garten Eden mit Adam und Eva bis in das von Astronauten besetzte Universum wurde der Zeitbogen gespannt. Selbst die lokale Karnevalsgeschichte bekam einen kolorierten Anstrich und wieder waren es Altnauer, die es verstanden, sich in Szene zu setzen. So reihten sich alle Prinzenpaare, die aus dem Calauer Stadtteil stammten, in den Karnevalszug ein. Unter ihnen Kerstin II. und Steffen I., die in ihrem Kostümfundus stöberten, in historische Garderobe schlüpften und alte Erinnerungen weckten. 1998/99 regierte das Paar, das auch im richtigen Leben vereint ist. Mit Erleichterung stellte ihre Ex-Lieblichkeit fest: "Schön, dass das Prinzessinnenkostüm auch noch nach 19 Jahren passt."

Auf diese und andere wohlwollende Erkenntnisse konnte mit warmen "Mammutblut" angestoßen werden, das verblüffende Parallelen mit Glühwein aufwies. Seit rund einem Dutzend Jahren wird die stimulierende Weindroge per Waschkessel im Umzugskonvoi mitgezogen.

Zehn Jahre davon durch Manfred Kamenz. Dass Karnevalisten und das zuwinkende närrische Volk inzwischen von der Nachfolgegeneration aus dem Kessel beköstigt werden, ficht ihn nicht an. Beim Karneval sei es wie im richtigen Leben. Man müsse rechtzeitig Verantwortung in jüngere Hände legen, so Kamenz.

Mehr Informationen unter:

www.ccc1978ev.de