"Die Dekoration haben wir in den vergangenen Wochen gebastelt", erklärt Lisanne Schulze. Die gelernte Ergotherapeutin zieht gemeinsam mit dem therapeutischen Mitarbeiter Wolfgang Schoene die organisatorischen Fäden des Faschings. "Wir bündeln die Ideen und setzen sie in Spielen sowie kleinen Wettbewerben um", sagt Schulze. "Es werden alle Bereiche einbezogen."
Für den stimmungsvollen Auftakt jedoch sorgen die Gäste aus der AWO-Einrichtung in Kemlitz. Die Herren legen einen erotischen Auftritt auf das Parkett. Das Publikum ist begeistert und fordert Zugaben. Wettangeln ist als nächstes angesagt, allerdings ohne Wasser. Wer fischt am erfolgreichsten? Nicht jeder Fang wird belohnt. Wer etwa einen alten Reifen am Haken hat, bekommt Punktabzug. Die Teilnehmer sind bei der Sache, einige mit Unterstützung der Betreuer.
"Wir wollen möglichst alle Bewohner einbeziehen", sagt Lisanne Schulze. Deshalb seien die verschiedenen Krankheitsbilder bei den einzelnen Wettbewerben berücksichtigt. Für die besten Angler gibt es Preise, für alle Narren Getränke an der Bar. Auch die ist in diesem Jahr neu gestaltet worden.
Haus-DJ Roberto dreht die Musik lauter. Polonaise ist angesagt. Hildegard Schneider, Betreuerin der Außenwohngruppe, macht den Anfang und schiebt eine Frau im Rollstuhl vor sich her. Die bunte Schlange wird immer länger, zieht auch durch benachbarte Räume. Inzwischen wird das nächste Spiel vorbereitet. Dafür werden drei Freiwillige gebraucht, denen die Augen verbunden werden. Lisanne Schulze steckt ihnen vorsichtig kleine Häppchen in den Mund. Die Kandidaten sollen die Früchte am Geschmack erkennen. Das klappt gut, es kommt zum Stechen. Später müssen sich die Spielteilnehmer den Inhalt einer Schatzkiste merken.
"Höhepunkte wie der Fasching haben auch immer therapeutischen Wert", erklärt die Ergotherapeutin. Körper und Geist würden so in Schwung gehalten.