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Kahn am Baum befestigt: Verwarnungsgeld

Knöllchen der Kette - Dietmar Komorowski aus Lübben kann das nicht verstehen.
Knöllchen der Kette - Dietmar Komorowski aus Lübben kann das nicht verstehen. FOTO: Ingvil Schirling
Lübben. Da kollidiert wohl Spreewälder Gewohnheitsrecht mit Gesetzen auf Papier. "Seit 14 Jahren mache ich meinen Kahn mit einer Kette am Baum fest", sagt Dietmar Komorowski. Ingvil Schirling

Der Lübbener ist einer von mehreren, die sich dieser Tage mit einer "Verwarnung wegen einer Ordnungswidrigkeit" auseinandersetzen mussten. Kostenpunkt: 20 Euro. Verletzt worden waren nach Ansicht der kontrollierenden Wasserschutzpolizisten gleich mehrere Paragrafen des Landeswassergesetzes und der -schifffahrtsverordnung. Kurz: Der Kahn wurde mit einer Kette am Baum festgemacht. Das darf nicht sein, denn Bäume sind nicht zum Festmachen da, bezieht sich das Landesamt für Bauen und Verkehr auf die zungenbrecherische BinSchStrO (Binnenschifffahrtsstraßenordnung). Warum? Weil möglicherweise die Rinde beschädigt wird, kann sich der Lübbener da nur vorstellen. Tatsächlich sind am Tatort Borke leichte Spuren erkennbar. Nur: "Was soll denn dann der Biber sagen? Bekommt der dann auch ein Ordnungswidrigkeitsverfahren?", fragt er spitz.

Dem Landesamt geht es nicht so sehr um die Kette als um die Sicherheit, dass der Kahn wirklich still liegt und andere Wassersportler sicher vorbeifahren können. Eine Sprecherin sagt, dass es wie im Straßenverkehr Festlegungen gebe, deren Verstoß - wenn auch geringfügig - geahndet wird. Der Besitzer eines falsch abgestellten Autos müsse ebenso mit einem Knöllchen rechnen - auch, wenn er es "schon immer" an der Stelle geparkt habe.

Dietmar Komorowski weiß, dass Schwarz auf Weiß mit Stempel mehr zählt als die gewohnte Abstellweise. Aber aus seiner Sicht gäbe es doch Wichtigeres zu tun.