Lydia Schneider präsentiert vier Fotos. Sie zeigen eine Eule, eine Blaumeise, eine Spinne und eine Fliege. Wer frisst wen, ist die Frage, die die Kinder beantworten müssen, wenn sie auf ihrer Teilnahmekarte der Familien safari drei Punkte erhalten wollen. „Die Kinder sollen die Nahrungskette erkennen“ , erklärt die 25-Jährige. Die Luckauerin ist zurzeit als Ein-Euro-Jobberin im Naturparkzentrum tätig und betreut einen Stand.
Neben ihr sitzt Marc Beyer. Auf dem Tisch vor dem 17-Jährigen liegen zehn Schädel wilder Tiere - und ein Gewaff. Was das ist, nämlich die Eckzähne eines männlichen Wildschweins, erfahren die Besucher von dem jungen Mann aus Lieberose ebenso wie die richtige Zuordnung der Schädel. Marc Beyer absolviert im Naturparkzentrum zurzeit sein freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ). Dass er ausgerechnet diesen Stand betreut, ist kein Zufall. „Ich habe im März die Jagdprüfung bestanden“ , erzählt Marc Beyer. Jetzt dürfe er als „Jungjäger“ beispielsweise gemeinsam mit seinem Großvater auf die Pirsch gehen. Die Jagdgene hat der Lieberoser nämlich von seinem Opa. „Er hat mich schon als kleiner Junge mitgenommen.“ Wie es für den Lieberoser nach dem FÖJ weitergeht, weiß er noch nicht ganz genau. Deswegen gönne er sich mit dem freiwilligen Jahr eine Pause zum Nachdenken. „Ich würde gern im grünen Bereich arbeiten“ , fügt er an. „Förster wäre mein Traumberuf.“ Leider würden aber genau in der Branche Stellen abgebaut.
Vor dem 17-Jährigen sitzt inzwischen der achtjährige Niklas mit seiner Mutter Annett Metelka (34) aus Luckau. Den Schädel einer Hirschkuh errät Niklas mit Marc Beyers Hilfe schnell: „Das Männchen hat ein großes Geweih“ , gibt der Jäger einen Tipp. Auch das Reh ist schnell identifiziert. Bei Dachs, Steinmarder, Fuchs und Schaf müssen Metelkas allerdings passen. „Selbst ich musste bei einigen Schädeln überlegen, bis ich die Lösung hatte“ , beruhigt der junge Fachmann.
Für Familie Metelka hat sich der Nachmittag bereits gelohnt. „Wir sind gern hier. Die Kinder sind in der Natur“ , sagt die Mutter. In Wanninchen gebe es immer etwas Neues zu entdecken.
Zum Beispiel einen Steinadler. Falk ner Dirk von Bargen (43) aus Werchow hat diesen und andere Greifvögel ausgestellt. Der erst vier Monate alte Greifvogel ist ein Hingucker und wird von den Besuchern immer wieder fotografiert. „Den werde ich noch vererben“ , sagt der Falkner. „Steinadler werden 50 bis 60 Jahre alt.“