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| 16:53 Uhr

IFA-Treffen auf dem marktplatz
(N)ostalgie auf Rädern

Trabi, Simson und Co. wollen Stephan Heiden, Hannes Günther, Madlen und Florian Stirnal (v.l.n.r.) am ersten Augustwochenende auf dem Luckauer Marktplatz versammeln. Sie organisieren das erste IFA-Treffen in der Region.
Trabi, Simson und Co. wollen Stephan Heiden, Hannes Günther, Madlen und Florian Stirnal (v.l.n.r.) am ersten Augustwochenende auf dem Luckauer Marktplatz versammeln. Sie organisieren das erste IFA-Treffen in der Region. FOTO: LR / Anja Brautschek
Luckau. Junge Luckauer organisieren erstes IFA-Treffen auf dem Markplatz. Ausfahrt ist am ersten August-Wochenende geplant. Von Anja Brautschek

Glänzendes Chrom, schnurrende Motoren und ein intensiver Benzingeruch, der sofort in die Nase steigt. Das ist die große Leidenschaft von Florian Stirnal und Hannes Günther. Die beiden Luckauer nutzen jede freie Minute, um an ihren motorisierten Schätzen zu schrauben. Doch dabei sind sie nicht etwa auf modernste Autos oder hochmotorisierte Motorräder aus. Vielmehr herrscht ein Hauch (N)ostalgie in den Garagen der Männer. Sie sammeln und arbeiten alte IFA-Fahrzeuge auf. Ihr Hobby wollen sie nun dazu nutzen, weitere Gleichgesinnte kennenzulernen. Dafür organisieren zum ersten Mal ein IFA-Treffen auf dem Luckauer Marktplatz.

Ob Moped, Trabi, Lkw oder sogar Fahrrad – alle Fahrzeuge des Industrieverbandes Fahrzeugbau (IFA) sind willkommen, sagen die Veranstalter. „Wir wollen eine Plattform bieten für Jung und Alt. So kann man Erfahrungen austauschen, Gleichgesinnte kennenlernen und natürlich gemeinsam einen Ausflug machen“, erklärt Hannes Günther die Idee. Er ist gemeinsam mit Florian Stirnal und 20 anderen Hobby-Schraubern Teil einer Simson-Gruppe in Luckau. Schon frühzeitig konnten sich beide für die Mopeds begeistern. Mit 14 lernte Florian Stirnal das Metier in einer benachbarten Werkstatt kennen. Durch Praktika und Aushelfen in den Ferien habe er so einiges an Technik-Verständis vermittelt bekommen. „ Alles auseinanderzunehmen und später zusammenzubauen – das Schrauben macht mir einfach total Spaß“, erzählt der 21-Jährige.

Mit dem ersten eigenen Moped wurde die Sammelleidenschaft der Männer dann so richtig entfacht. Nach und nach kamen mehr Fahrzeuge dazu – Simson, MZ und auch ein Trabi. Viele werden nach der Aufarbeitung wieder weiterverkauft. Doch besondere Schmuckstücke werden in der heimischen Garage gepflegt und regelmäßig ausgeführt. „Ich habe noch mein allererstes Moped. Das werde ich nie verkaufen“, so Florian Stirnal. Vor allem das Schrauben am Motor reizt den 21-Jährigen sehr. Die Leidenschaft hat ihn so sehr gepackt, dass er sein Hobby sogar zum Beruf gemacht hat und als Landmaschinenmechatroniker arbeitet.

Weniger Hightech als bei modernen Traktoren gibt es jedoch bei den Simsons der Luckauer. Die IFA-Fans legen viel Wert auf Originalität. Lack und Chromteile werden je nach Zustand erhalten und aufpoliert. Auch die optische Linie wird nicht verändert. Selbst bei Ersatzteilen halten die Luckauer in erster Linie Ausschau nach originalen Teilen aus DDR-Zeiten. Auf der Suche nach dem passenden Stück fahren sie zu vielen Trödelmärkten in der Region und scheuen auch mehrere hundert Kilometer Anfahrt nicht. „Es muss nicht immer alles neu sein. Auch früher gab es eine gute Qualität“, sagt Hannes Günther. Mit ein bisschen Zeit- und Arbeitseinsatz können die alten Ersatzteile wieder zum Erstrahlen gebracht werden.

Schnurren die Motoren dann wieder, werden die alten Mopeds natürlich auch gerne ausgeführt. „Vor einigen Jahren haben wir eine große Ausfahrt mit rund 50 Fahrern mitgemacht. Das war toll“, erzählt Madlen Stirnal, die ebenfalls vom Simson-Fieber infiziert ist. Dieses Gefühl der Gemeinschaft und die Bewunderung der Vorbeilaufenden wollen die jungen Luckauer auch mit anderen teilen. Aus diesem Grund hoffen sich auf großen Zuspruch beim ersten IFA-Treffen für Jung und Alt.