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Junge Kunst in alten Mauern

Die alte Schlossruine in Dahme hat sich in ein Kunstatelier verwandelt. Die Grundschüler konnten dabei ihre kreativen Fähigkeiten ausprobieren.
Die alte Schlossruine in Dahme hat sich in ein Kunstatelier verwandelt. Die Grundschüler konnten dabei ihre kreativen Fähigkeiten ausprobieren. FOTO: Grundschule
Dahme. Für einen Tag hat sich die Dahmer Schlossruine in eine Kunstruine verwandelt. Die Grundschule der Stadt ließ nach rund zehn Jahren das Projekt in Eigenregie wieder aufleben. Birgit Keilbach / bkh1

Die Kunstlehrerinnen Ute Fischer, Simone Zapf und Jelena Trivic hatten dazu angeregt, diese Idee in Anlehnung an die früheren Kunstruine-Workshops mit einem Projekttag wieder aufleben zu lassen. "Es war damals eine schöne Sache und wäre gut, wenn sie fortgeführt werden könnte", sagte Simone Zapf.

Künstler der Galerie "Kunstpause" in der Dahmer Hauptstraße unterstützten diesen kreativen Tag. "Ich freue mich, dass die Lehrer diese Idee wieder aufgegriffen haben", sagte Kerstin Heinze, die das Projekt bereits vor zehn Jahren begleitete.

Geometrische Formen und Figuren waren das Leitthema. So gestalteten die ersten und zweiten Klassen Kopfschmuck. Unter Anleitung des Künstlers Hartmut Fischer verzierten die Kinder Stirnbänder mit Quadraten, Rechtecken, Dreiecken und Schmucksteinen. Jedes Kind fertigte seine ganz individuelle Krone.

Für die dritten und vierten Klassen hatten die Kunstlehrerinnen Werke von Wassili Kandinsky und Piet Mondrian als Vorlagen ausgewählt. "Die dritten Klassen gestalten Tiere im Stil von Piet Mondrian", sagte Simone Zapf. Für die Viertklässler galt es, Bäume aus Zeitungspapier auf Papier zu kleben. Farbige Kreise aus Tonpapier wurden zum Blattwerk.

Für die fünften und sechsten Klassen hatten die Künstler Torsten und Doris Bieth Bilder der Aborigines als Vorlagen mitgebracht. "Die australischen Ureinwohner haben ihre Bilder aus Farbpunkten gestaltet, das ahmen die Kinder mit Wattetupfern nach", erläuterte Torsten Bieth. Mit dieser Technik ließen sich Tiere, Landschaften und eben auch geometrische Muster aufs Papier bringen. Der Phantasie seien keine Grenzen gesetzt. Darauf komme es auch an, erläuterte Kerstin Heinze. Sie regte dazu an, Kreise, Rechtecke, Quadrate oder Dreiecke in Farbflächen zu integrieren. "Die Kinder genießen diesen anderen Tag in einer anderen Umgebung." So könnten sie ihren Kopf frei bekommen und sich auf ihr Innerstes besinnen, ergänzte die Dahmer Malerin und Grafikerin, die auch als Kunsttherapeutin arbeitet.

"Kunst zeigt uns auch, wie wir unser Leben selbst formen können", erklärte Kerstin Heinze. Ein unbeabsichtigter Klecks auf dem Papier sein nichts Schlimmes. "Auch aus einem vermeintlichen Missgeschick lässt sich etwas Neues formen", auch diese Erkenntnis nähmen die Kinder mit.

Eingebettet in den kreativen Tag war eine Theateraufführung der Flunkerproduktionen in Wahlsdorf. Eltern, Förderverein der Schule sowie regionale Unternehmen sorgten laut Schulleiterin Elke Thier für ein gesundes Frühstück und das Mittagessen. Am Nachmittag konnten die Kinder auch die Stationen wechseln und sich weiter künstlerisch-kreativ ausprobieren oder bei Bewegungsspielen ausleben.

"Alle Schüler und Schülerinnen waren von diesem außergewöhnlichen Tag mehr als begeistert. Viele leuchtende Kinderaugen waren zu sehen und an den einzelnen Stationen entstanden wunderbar kunstvoll-kreative Exponate", resümierte die stellvertretende Schulleiterin Lydia Lehmann. Diese sollen demnächst im Schulgebäude sowie in der Galerie "Kunstpause" ausgestellt werden. Auch die beteiligten Künstler seien sich einig, dass sie an einer Fortsetzung des Projektes Kunstruine gern mitwirken wollen, sagte Kerstin Heinze.

Zur Einstimmung auf den kreativen Tag in der Dahmer Schlossruine erlebten die Grundschüler das Märchen "Der Teufel mit den drei goldenen Haare", aufgeführt von den Flunkerproduktionen aus Wahlsdorf.
Zur Einstimmung auf den kreativen Tag in der Dahmer Schlossruine erlebten die Grundschüler das Märchen "Der Teufel mit den drei goldenen Haare", aufgeführt von den Flunkerproduktionen aus Wahlsdorf. FOTO: bkh1