Sylvia-Maria Schmidt, mobile Jugendbetreuerin im Amt Golßener Land, würde den Jugendtreff gern wieder öffnen. Auch Matthias Klauck (CDU) liegt dies am Herzen (RUNDSCHAU berichtete).

Nur zwei Interessenten
Der Vorsitzende des Bildungsausschusses setzte die Jugendarbeit in der Stadt Golßen insgesamt zur jüngsten Sitzung auf die Tagesordnung. Nach vorhergegangenen Gesprächen musste er einräumen: „In Altgolßen gibt es derzeit nur zwei Interessenten, die den Treff nutzen würden. Bei den anderen Jugendlichen sind die Eltern strikt dagegen“ , verweist Matthias Klauck darauf, „dass der Jugendtreff bei den Einwohnern verschrien ist“ . Das sei um so bedauerlicher, da unter dem Leerstand auch das Gebäude leide.
Hartmut Laubisch (SPD) versteht die jetzige Aufregung der Eltern nicht. „Keiner von ihnen hat sich vor einem Jahr gegen die 'Drogen-Leute' zur Wehr gesetzt und sie aus dem Ort verwiesen“ , so der Bürgermeister.
Matthias Klauck lässt diese Argumentation nicht so absolut gelten. „Inzwischen ist eine andere Generation an Jugendlichen herangewachsen. Das Gros der Eltern macht sich einfach Sorgen um ihre Kinder, wenn sie die öffentliche Einrichtung nutzen“ , weiß er.
Für Annett Schmidt ist die Qualität eines Jugendclubs „auch eine Frage der Führung und Leitung. Außerdem müssen die Ursachen für den damaligen Missstand aufgedeckt werden“ , meint sie.
Der Treff in Altgolßen gehört zum Aufgabenbereich des mobilen Jugendbetreuers des Amtes. Seit Januar dieses Jahres ist es Sylvia-Maria Schmidt.

Ins Dorfleben einbinden
Sie sagt: „Im Amt Mittenwalde hatte ich viel mit Rechten und Suchtkindern zu tun. Man kann dem begegnen, so ist meine Erfahrung, wenn man die jungen Leute in das dörfliche Leben einbindet“ . Sie will die Jugendlichen dazu bringen, sich etwa bei Dorffesten mit einem eigenen Stand Geld zu verdienen und so den Umgang damit zu lernen. „Ein Clubrat könnte über die Verwendung entscheiden“ , meint Sylvia-Maria Schmidt. Sie appelliert an die Altgolßener Eltern, ihren Kindern mehr Vertrauen zu schenken.
Renè Schadow ist der Ansicht: „Sportliche Aktivitäten machen sich in einem Jugendclub immer gut.“ Noch in der Sitzung hatte Matthias Klauck spontan ein Volleyball-Turnier der Jugendlichen gegen Stadtverordnete vorgeschlagen.
Den Altgolßener Jugendtreff will man jetzt erst einmal ruhen lassen. „Das Dorffest im Sommer ist eine gute Gelegenheit, über eine eventuelle Wiedereröffnung zu reden“ , meint der Ausschussvorsitzende.
Für die Jugendarbeit in der Stadt Golßen stehen laut Klauck insgesamt in diesem Jahr 4 000 Euro zur Verfügung.