ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 20:26 Uhr

Jugendsozialarbeit
Sozialarbeiter sind gefragt

Cahnsdorf. Ansprechpartner sind über die Grenzen der Stadt Luckau hinweg eng vernetzt. Der Beratungsbedarf besonders an Schulen steigt.

Drei Säulen hat die Jugendsozialarbeit in Luckau und seinen Ortsteilen: offene Treffpunktarbeit, mobile Jugendarbeit und Schulsozialarbeit. Wie sich diese konkret gestaltet, war Thema im jüngsten Schul- und Sozialausschuss. In der Oberschule „An der Schanze“ sind Stefanie Schulz und Detlef Reinicke Ansprechpartner für die Jugendlichen. „Sozialarbeit an der Schule ist unabhängig von der Schule“, macht Stefanie Schulz deutlich. Die Sozialarbeiter sind vertrauensvolle Zuhörer für Fragen und Probleme der Jugendlichen. Die Mädchen und Jungen kommen in den Pausen oder in Ausfallstunden, können einfach nur quatschen oder Angebote, wie Kreativ- und Holz-AG, nutzen.

Der Beratungsbedarf habe deutlich zugenommen, erläutert Stefanie Schulz. „Jugendsozialarbeiter unterliegen der Schweigepflicht und das ist für die jungen Leute ganz wichtig“, betont sie. Etwa drei Beratungsgespräche führe sie täglich mit Schülern, bis zu fünfmal monatlich sei Streit zu schlichten. Detlef Reinicke ist für die Integration zuständig und führt täglich bis zu drei Gespräche mit Kindern aus Flüchtlingsfamilien. „Dabei geht es um Probleme mit deutschen Mitschülern und zugleich um solche, die Flüchtlingskinder aus verschiedenen Nationen miteinander haben“, sagt der Jugendsozialarbeiter, der zudem für die Gemeinde Heideblick als Jugendkoordinator arbeitet. Aus diesen beiden Funktionen ergäben sich für ihn Synergieeffekte, weil Kinder von dort auch die Luckauer Oberschule besuchen.

ASB-Jugendsozialarbeiterin Birgit Neumann widmet sich im Luckauer Capitol den “LückKids“. Der Name beschreibt das Anliegen: Für Kinder, die für den Hort zu alt, für einen Jugendklub aber noch zu jung sind, soll dieser offene Treffpunkt eine Lücke schließen. Derzeit kämen maximal fünf Kinder regelmäßig. Um es bekannter zu machen, ist ein Tag der offenen Tür angedacht. Erster Schritt war der Mädchentag zu Beginn der Herbstferien, eine gemeinsame Aktion aller Sozialarbeiter der Stadt. 33 Mädchen nutzten ihn. Gut angenommen werde zudem der KidsTreff für die Sieben- bis 13-Jährigen beim Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) am Bebelplatz. Die Älteren nutzen den Jugendtreff. „Der CVJM ist ein fester Bestandteil der Jugendsozialarbeit in Luckau, freitags sind manchmal bis zu 30 Leute da“, sagt Peter Dalke, der mit mobiler Jugendarbeit „dorthin geht, wo die Jugendlichen sind.“ In Luckau ist das die Trendsportanlage. Nicht jeder wolle in einen festen Treff. Es sei auch nicht leicht, die jungen Leute zu erreichen. Zudem beobachten die Sozialarbeiter einen Trend zunehmenden Rückzugs Jugendlicher in Privaträume.

Negativ wirke sich auch die Verkehrsanbindung der Ortsteile aus. Die Busverbindungen richten sich nach den Schulschlusszeiten. „Wer den Ganztag nutzt, dem bleibt kaum mehr Zeit für Angebote der offenen Jugendarbeit“, zeigt Detlef Reinicke auf. In den Dörfern laufe die Jugendclubarbeit immer abhängig davon, wo sich Jugendlichen gerade für ihren Club engagieren, erläutert Birgit Neumann. Sie ist für die 13 Jugendclubs in Luckaus Ortsteilen zuständig. In Cahnsdorf, Kaden, Fürstlich Drehna und Terpt seien sie sehr aktiv, während in anderen Jugendclubs derzeit nicht viel los sei. Diese Wellenbewegung gebe es immer wieder. „Manche fahren dann eben in den Club im Nachbardorf“, so Birgit Neumann. Gut angenommen würden Ferien- und Sportangebote sowie weitere gemeinsame Aktionen der Sozialarbeiter. Dazu zählen Mädchen- und Jungstage, Exkursionen, Ferienfahrten sowie Sportturniere, wie zum Beispiel das Fußball-Hallenturnier im Winter.