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| 13:08 Uhr

Teenie-Tag
Nach dem Sport kommt der Rausch

Berauscht beim Teenie-Tag? Beim Selbstversuch mit den Rauschbrillen sind die Jugendlichen erschrocken über die Wirkung von Alkohol. Selbst das Ballwerfen wird zur Herausforderung.
Berauscht beim Teenie-Tag? Beim Selbstversuch mit den Rauschbrillen sind die Jugendlichen erschrocken über die Wirkung von Alkohol. Selbst das Ballwerfen wird zur Herausforderung. FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau
Luckau. Jugendsozialarbeiter der Region organisieren ersten Teenie-Tag in Luckau. Von Anja Brautschek

Konzentriert starrt Emil auf die Zielscheibe. Mit seinen Fingern spannt er den Bogen soweit er kann. Noch kurz zielen, dann schnellt der Pfeil blitzschnell Richtung Ziel. Alle sind gespannt. Und Treffer! Der Luckauer freut sich. Die goldene Mitte hat er nur knapp verpasst. „Ich habe aber auch schon ein paar Mal zu Hause mit Pfeil und Bogen geübt“, gibt er zu. Dieses Mal hat er sich beim Bogenschießen jedoch nicht im heimischen Garten ausgetobt, sondern mit Freunden und Schulkameraden einen Teenie-Tag im Freibad in Luckau erlebt. Es ist die erste Auflage dieser Veranstaltung. Verschiedene Stationen bieten Spaß für jeden Geschmack – ob Kreativköpfe, Sportfanatiker oder Feinschmecker.

Organsiert wurde der Teenie-Tag von den Jugendsozialarbeitern der Region. Mitarbeiter von AWO, DRK, ASB, CVJM und von Tannenhof haben dafür gemeinsam Ideen gesponnen und Aktionen geplant.  „Als Klein-Vernetzung tauschen wir uns regelmäßig aus und organisieren gemeinsam Angebote. Davon profitieren alle“, sagt Birgit Neumann. Jeder trägt etwas bei, so entsteht für die Jugendlichen ein abwechslungsreicher Tag. Das kommt bei den Mädchen und Jungen gut an. Mehr als 50 Jugendlche aus Luckau, Golßen, Walddrehna und Dahme wollen sich an den verschiedenen Stationen ausprobieren.

Emil probiert sich am Bogenschießen. Sozialarbeiter Peter Dahlke leitet die Jugendlichen an.
Emil probiert sich am Bogenschießen. Sozialarbeiter Peter Dahlke leitet die Jugendlichen an. FOTO: LR / Anja Brautschek

Dazu gehört auch die zwölfjährige Angelina. Sie ist gemeinsam mit ihren beiden Freundinnen Sophie und Johanna ins Freibad gekommen. „Wir wollten einfach Spaß haben und mal etwas anderes ausprobieren“, erzählt Angelina. An ihrem Arm trägt sie ein selbstgebasteltes Armband. Das sorgt gleichzeitig noch für einen kleinen Snack zwischen durch. Denn statt Holzperlen hat Angelina bunte Cornflakes auf einen Bindfaden gefädelt. „Zu Hause hätte ich so etwas nie gemacht. Aber es ist schon irgendwie cool“, sagt sie.

Linda Vogel und Tobias Laurisch mixen leckere, alkoholfreie Cocktails für die Jugendlichen.
Linda Vogel und Tobias Laurisch mixen leckere, alkoholfreie Cocktails für die Jugendlichen. FOTO: LR / Anja Brautschek

Die drei jungen Luckauer haben wie die anderen Besucher sichtlich Spaß. Sie albern mit den Jugendsozialarbeitern herum, spielen ausgelassen und bewerfen sich mit Wasserbomben. „Nun geht es aber zum Wassermelonen-Wettessen. Mal gucken, wer gewinnt“, sagt Sophie. Alle drei holen kurz Luft und verschlingen die saftig roten Stücke. Nach wenigen Minuten steht fest: Angelina war die schnellste. Sie hat gleich zwei Stücke verputzt.

Für weitere Erfrischung sorgt auch Linda Vogel vom Tannenhof. Gemeinsam mit Tobias Laurisch vom CVJM mixen sie bunte Cocktails – natürlich ohne Alkohol. „Wir wollen die Jugendlichen damit sensibilisieren, aber auch Alternativen aufzeigen. Es muss ja nicht immer Alkohol sein“, erklärt Linda Vogel. Frisch und lecker sollte es sein. Das geht auch alkoholfrei. Sie mischt Mandelsirup, Blue Curacao mit Orangen- und Maracujasaft. Schon ist der Paradiesvogel fertig. Den Jugendlichen schmeckt’s.

Zum Abschluss gibt es aber doch noch ein Rausch-Erlebnis. Denn die Jugendlichen dürfen die Rausch-Brillen ausprobieren. Diese simulieren einen Alkoholpegel von 1,3 Promille. „Krass, was ist das denn?“, sind sie über die veränderte Wahrnehmung erstaunt. Selbst das Ballspielen wird damit zur Herausforderung. Auf der Wiese torkeln die Jugendlichen umher, kriechen auf allen Vieren, um den Ball zu bekommen. „So erleben die Jugendlichen, welche Auswirkungen Alkohol haben kann. Verbote bringen nichts“, erklärt Linda Vogel.

Nach diesem „drehenden“ Erlebnis sorgt ein Sprung ins kühle Nass wieder für einen klaren Kopf. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Teenie-Tag. Wenn alle Lust haben, könnte es im nächsten Jahr durchaus eine Wiederholung geben“, sagt Birgit Neumann.