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Jugendklub bald wieder nutzbar

Baustellenatmosphäre herrscht noch am neuen Walddrehnaer Jugendklub. Am Wochenende richteten die Jugendlichen in einer 48-Stunden-Aktion ihr Domizil her.
Baustellenatmosphäre herrscht noch am neuen Walddrehnaer Jugendklub. Am Wochenende richteten die Jugendlichen in einer 48-Stunden-Aktion ihr Domizil her. FOTO: Birgit Keilbach
Walddrehna. Seit in der Nacht vom 4. zum 5. August 2016 die Container des Jugendklubs in der Walddrehnaer Pilzheide ausbrannten, ist auf dem Gelände schon einiges passiert. Von Birgit Keilbach

Gebrauchte, gut erhaltene Container für das neue Domizil wurden durch die Gemeinde angeschafft und Ende vergangenen Jahres aufgestellt. Doch mit weiteren Arbeiten mussten die Jugendlichen warten, bis die Baugenehmigung vorlag. Diese traf Ende Juni in der Gemeinde ein.

"Außen haben wir schon den Weg zur Tischtennisplatte gepflastert und den Volleyballplatz umgegraben", berichtet Klubchef Christoph Klinkmüller.

In einer 48-Stunden-Aktion arbeiteten die Jugendlichen von Freitag- bis Sonntagabend in ihrem neuen Klub. Der neue Fußbodenbelag ist am Samstagmittag schon verlegt, das Vordach über dem Eingang angebracht und auch das Eingangstor am Zaun hat einen dazu farblich passenden grauen Anstrich erhalten. Die Verbindung zwischen der Bodenplatte vor dem Sanitärcontainer und der Fläche vor dem Club muss noch gepflastert werden. Innen nimmt die künftige Bar allmählich Gestalt an. Ausgediente Europaletten bilden das Grundgerüst und werden anschließend mit Spanplatten verkleidet. Für ihre 48-Stunden-Aktion hatten die Jugendlichen eine Zuwendung aus dem gleichnamigen Fördertopf des Landkreises Dahme-Spreewald in Höhe von rund 990 Euro erhalten. "Wir haben davon das Material, Farbe und Malerutensilien gekauft", sagt Christoph Klinkmüller.

Bis zu 14 junge Walddrehnaer im Alter von 15 bis 28 Jahren treffen sich regelmäßig im Klub. "Als er voriges Jahr abgebrannt ist, war das für uns ein Schock. Wir hatten gerade angefangen, alles grundlegend neu zu machen, der Zaun war aufgestellt und Sonntagnacht brannte alles aus", erinnert sich der Klubchef. Doch der Zusammenhalt blieb bestehen. "Wir trafen uns abwechselnd bei einem von uns zu Hause", erzählt Tim Goyn. Sie fuhren weiterhin gemeinsam ins Kino, trafen sich zum Fußball und seit dem Sommer auch wieder auf dem Klubgelände zum Volleyball und gemeinsamem Grillen. "Hier kann man mit den anderen über alles reden", sagt der 21-jährige Alexander Weißmüller. Auch der 18-jährige Dave Großmann schätzt die Gemeinschaft. "Auf jeden ist Verlass und man findet immer jemanden zum Zuhören. Wir können hier draußen gemeinsam schöne Abende verbringen."

Die Jugendlichen sind dankbar für die Unterstützung durch Ortsvorsteher Carsten Peters und Remo Schütze vom Ortsbeirat sowie die Walddrehaner Gemeindevertreter René Weigel und Frank Klinkmüller. "Sie haben sich in der Gemeindevertretung für uns stark gemacht und uns mit Maschinen und Material ihrer Firmen unterstützt. Sehr motiviert hat uns auch, dass die Container so schnell wieder hier standen", sagt Alexander Weißmüller. Eine ganze Reihe von Arbeiten seien in den nächsten Wochen noch zu erledigen. Der Volleyballplatz muss noch vom wieder sprießenden Unkraut befreit, Muttererde verteilt und die Grünflächen gemäht werden. Auch einen Carport zum draußen sitzen bei schönem Wetter wird der Klub an gleicher Stelle wie vorher noch erhalten. Diesmal soll er jedoch von einer Fachfirma aufgestellt werden. Die gepflasterte Fläche ist noch vorhanden.

"Wenn alles fertig ist, soll es einen Tag der offenen Tür geben. Der Termin steht aber noch nicht fest", kündigt Christoph Klinkmüller an.

INFO
Der Treffpunkt für die Jugendlichen des Heideblicker Ortsteils war in der Nacht zum 5. August 2016 ausgebrannt. Der entstandene Schaden belief sich laut Gemeindeverwaltung auf rund 50 000 Euro. Im Oktober 2016 beschlossen die Gemeindevertreter den Neuaufbau des Jugendklubs. Für die Neuanschaffung der gebrauchten Container konnte die Gemeinde finanzielle Mittel aus der Versicherung sowie eine Zuwendung des Landkreises Dahme-Spreewald in Höhe von 4 000 Euro einsetzen. (bkh1)