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"Jugendarbeit macht mir einfach Spaß"

Johanna Eilzer will ihre Erfahrungen aus Luckau in Lübben einbringen.
Johanna Eilzer will ihre Erfahrungen aus Luckau in Lübben einbringen. FOTO: bkh1
Luckau. Die sympathische junge Frau hat in Luckau ihre Berufung entdeckt. "Mir liegt die Jugendarbeit, sie macht einfach Spaß. bkh1

Ich möchte nichts anderes machen", sagt Johanna Eilzer. Als sie im Oktober 2009 nach ihrer ersten Station als Erlebnispädagogin bei einem freien Träger in Schwerin nach Luckau kam, war das für sie noch nicht so klar. Sie wollte mit der Arbeit etwas näher an ihrer Heimat nahe Radeberg heranrücken. Da kam das Stellenangebot für eine zweijährige Elternzeitvertretung gerade passend. Nicht nur deshalb. Schon in Schwerin habe sie gemerkt, "dass der Glaube in meinem Leben eine große Rolle spielt. Das konnte ich beim Christlichen Verein Junger Menschen gut mit der Jugendarbeit verbinden. Auch mit den Kollegen hier hatte ich eine gemeinsame Basis."

Von Anfang an habe sie sich in der Kleinstadt Luckau mit viel Grün und kurzen Wegen wohlgefühlt. "Hier ist es nicht so anonym wie in einer größeren Stadt", nennt sie einen Punkt. Schnell knüpfte sie Kontakte, wuchs in die Gemeinschaft hier hinein. So fiel ihr die Entscheidung, länger als ursprünglich geplant zu bleiben, nicht schwer. "Ich habe sie bewusst getroffen und damit ganz anders auf die Bedingungen und Möglichkeiten hier in Luckau geschaut", sagt die 31-jährige Diplom-Sozialpädagogin. Sie entwickelte Ideen, konnte sich ausprobieren. "Viele meiner Vorschläge hat der Vorstand aufgenommen, zum Beispiel den Kids-Treff." Angefangen habe es damit, dass ständig Kinder klingelten und auch ins Haus wollten. Jetzt geben die inzwischen älteren Kinder aus dem Kids-Treff ihre Erfahrungen weiter, gestalten Programme für die Jüngeren mit. Johanna Eilzer gibt ihnen Anregungen dazu. "Das habe ich hier gelernt, die Initiativgeberin zu sein, Projekte selbstständig zu organisieren. Und ich habe viel Selbstvertrauen gewonnen", beschreibt sie ihre Entwicklung. Dabei sei die Arbeit immer Teamarbeit, mit den Kollegen, dem Vorstand und den Ehrenamtlichen. Wichtig sei auch die Netzwerkarbeit mit den Sozialarbeitern der anderen Träger in der Stadt. "So konnte beispielsweise unser Hockey-Angebot erhalten bleiben."

Die Arbeit in Luckau war für Johanna Eilzer sehr abwechslungsreich, viele Geschichten hat sie mit den Jugendlichen erlebt. "Ich durfte eine komplette Generation begleiten, von der siebten Klasse bis zum Beginn des Berufslebens. Wenn ich überlege, dass ein Jugendlicher, der die achte Klasse geradeso geschafft hat, dann später in der Tür steht und sagt: Ich weiß jetzt, was ich machen will, und dann auch die zehnte Klasse abschließt, dann ist das eine sehr schöne Erfahrung", nennt sie ein Beispiel. Doch nicht jeder schafft so etwas. Auch das müsse verkraftet werden. Gerade bei Drogenabhängigkeit gehe das sehr schwer. Entweder sie bekommen die Kurve oder nicht. "Das sind schon schwierige Momente. Doch man kann nichts machen, muss sie gehen lassen", sagt Johanna Eilzer nachdenklich. Wichtig sei es, den Jugendlichen Wertschätzung entgegen zu bringen, die sie woanders nicht bekommen.

All diese Erfahrungen wird sie in ihrer neuen Stelle ab Oktober bei der evangelischen Kirchengemeinde Lübben einsetzen.