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| 12:40 Uhr

Offene Ateliers
Über Vorbilder und ein schwer erreichbares Idealbild

 Beim Rundgang durch seine Ausstellung „Meistergrafik“ erläuterte Jürgen Villmow (r.) den Besuchern, was ihn an den Arbeiten besonders beeindruckt, beispielsweise der 1987 geschaffenen Lithografie „Khajuraho“ von Arno Ring (links).
Beim Rundgang durch seine Ausstellung „Meistergrafik“ erläuterte Jürgen Villmow (r.) den Besuchern, was ihn an den Arbeiten besonders beeindruckt, beispielsweise der 1987 geschaffenen Lithografie „Khajuraho“ von Arno Ring (links). FOTO: Birgit Keilbach
Jürgen Villmow lud ins „offene Atelier“ und die Galerie „Kleines Haus“ in Rosenthal ein.

Weit geöffnet ist das Tor zum Elternhaus des in Berlin lebenden Malers, Grafikers und Architekten Jürgen Villmow  am Samstagnachmittag. Wie viele weitere Künstler im Land Brandenburg hat er am Wochenende zu den „Tagen des offenen Ateliers“ eingeladen. Diese Möglichkeit der Begegnung mit Künstlern und ihren Werken bot sich Interessierten zum 21. Mal.

Jürgen Villmow präsentiert zu diesem Anlass nochmals die schon einmal gezeigte „Meistergrafik“ in der Galerie. „Diese Grafik ist für mich eine Zielvorgabe. Sie zeigt mir, wo man als Künstler mit Druckgrafik hinkommen kann“, erläutert er den interessierten Gästen.

Er selbst habe allerdings nicht die Kapazitäten für solch große Werkstätten, wie sie seine Vorbilder für ihre Arbeiten benötigten; beispielsweise die Steindruck-Lithografie „Khajuraho“ von Arno Rink. Auf Stein gezeichnet habe ebenso Peter Paul, in der Ausstellung zu sehen ist dessen „Korrektur eines Idealplanes“. Diese Lithografie zeigt ein Kuppelgebäude in drei Varianten. Die ihn beeindruckenden Aspekte erläutert Jürgen Villmow beim Rundgang.

An der Radierung  „Boddensteg“ von Walter Herzog ist es die filigrane Darstellung der Einzelheiten. „Jeder Grashalm, jedes Stöckchen ist erkennbar“, sagt Jürgen Villmow. Der Leipziger Grafiker Wolfgang Böttcher sei „einer von den ganz perfekten Kupferstich-Künstlern“, davon können sich die Besucher gleichfalls überzeugen.

In den vergangenen drei Jahren habe er auf gemeinsamen Reisen und Workshops mit anderen Künstlern seine Liebe zum Zeichnen wiedergefunden, viel gelernt und zahlreiche neue Anregungen für seine künstlerische Arbeit bekommen, erzählt er. Manche Blätter wurden getauscht, andere erwarb er, darunter einen farbenkräftigen Siebdruck des amerikanischen Künstlers Michael Knigin, „der schon Andy Warhol gedruckt hat“, wie Jürgen Villmow dazu erläuterte.

Die Lithografie „Tagebau“ seines Lehrers Prof. Heinz Wagner erinnert ihn an die ersten Strukturübungen zu Beginn des Studiums an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig.

Im Atelier, das er sich in der früheren Scheune auf dem elterlichen Grundstück eingerichtet hat, zeigt er seine ersten Strukturübungen aus der Studienzeit. Da ist ein Lappen ins Bild gedrückt, Holzspäne in ein anderes, dem dick aufgetragene Ölfarbe weitere Struktur gibt.

Zu entdecken sind im Atelier auch drei Bilder mit Objektkunst-Darstellungen, die demnächst in der Engel-Ausstellung in der Dahmer Marienkirche zu sehen sein werden. Von goldfarbener Folie umhüllte Figuren wirken an verschiedenen Orten in differenziertem Licht unterschiedlich auf den Betrachter. Ergänzen wird er diese mit einem Aquarell, das „Engel auf der Haut“ erkennen lässt.

Zu einer neuen Ausstellung mit dem Titel „summer of love“ in der Galerie in Rosenthal wird Jürgen Villmow Ende August einladen.

Seine Idee, in der Region Netzwerke mit anderen Künstlern zu schaffen, entwickelt sich. „Inzwischen sind schon gute Kontakte entstanden“, sagt er. Die Galerie soll Möglichkeiten zur Begegnung mit Interessierten, Freunden und anderen Künstlern bieten.

„Ich finde es gut, wenn Leute hier in der Region etwas für künstlerisch Interessierte auf die Beine stellen“, begrüßt Harald Hirte diese Ambitionen. Gemeinsam mit seiner Frau Ingrid nutzte er den Tag des offenen Ateliers. „Die Ausstellung zeigt durch die vielen verschiedenen Künstler sehr viele unterschiedliche Stilrichtungen. Das finde ich sehr interessant“, resümierte sie.

 Beim Rundgang durch seine Ausstellung „Meistergrafik“ erläuterte Jürgen Villmow (r.) den Besuchern, was ihn an den Arbeiten besonders beeindruckt, beispielsweise der 1987 geschaffenen Lithografie "Khajuraho" von Arno Ring (links).
Beim Rundgang durch seine Ausstellung „Meistergrafik“ erläuterte Jürgen Villmow (r.) den Besuchern, was ihn an den Arbeiten besonders beeindruckt, beispielsweise der 1987 geschaffenen Lithografie "Khajuraho" von Arno Ring (links). FOTO: Birgit Keilbach