Von Birgit Keilbach

Weit geöffnet hatte die Dahmer Feuerwehr am Samstag die Tore des Gerätehauses in der Luckenwalder Straße. Ein doppeltes Jubiläum war der Anlass dafür: zehn Jahre Kinderfeuerwehr und 135 Jahre Freiwillige Feuerwehr Dahme.

Vorbereitet und organisiert hatte diesen Höhepunkt der noch junge Feuerwehr-Förderverein der Stadt Dahme. „Am 19. Juli haben wir uns gegründet und inzwischen zählt der Verein 31 Mitglieder“, sagt Vorsitzende Dajana Berger. Daniel Schulz als Stellvertreter und René Binder als Kassenwart bilden mit ihr gemeinsam den Vorstand. „Durch Veranstaltungen wie den Tag der offenen Tür heute wollen wir die Arbeit der Feuerwehr vorstellen“, nennt Dajana Berger ein Anliegen. Unterstützung der Aktiven und des Nachwuchses, Sponsorengewinnung und Öffentlichkeitsarbeit zählen dazu. „Auch über weitere Mitglieder im Verein freuen wir uns, vielleicht haben ja auch Eltern Interesse daran“, so die Vereinschefin.

Die Jüngsten standen am Samstag besonders im Mittelpunkt. Alexander, Iven, Josephin, Jonas, Gregor und Paul gehören aktuell zur Kinderfeuerwehr und zeigten, was sie schon alles können. Dafür hatten sie ein kleines Theaterstück einstudiert. Wie im wahren Leben waren sie gerade mit verschiedensten Dingen beschäftigt, als plötzlich der Pieper ertönte. Im Sprint ging es in den Umkleideraum und von dort zum Einsatzfahrzeug, wo die kindgerechten Schläuche, Kupplungen und Strahlrohre deponiert waren. Wie bei einem richtigen Einsatz der Erwachsenen holten sie ihr Material heraus, rollten die Schläuche aus, kuppelten, flitzten nach vorn und bekämpften die „Flammen“ im Brandhaus. Kräftigen, anerkennenden Beifall erhielten die Sechs- bis Achtjährigen von den zahlreichen Zuschauern.

Amtsjugendwart Tino Braun blickte auf die Anfänge. Ab 2005 wurde ein Konzept erarbeitet und im September 2009 die Kinderfeuerwehr gegründet. „Ende des Jahres waren schon sechs Kinder dabei, zehn waren es meistens in den letzten Jahren“, sagte Tino Braun. Annika Kreißler stieg als Stellvertreterin ein und ist jetzt als Kinderwartin für die Jüngsten verantwortlich. „Wir beteiligen uns an zahlreichen Aktionen wie dem jährlichen Pokallauf der Löschkrümel, am Völkerballturnier und am Amtsausscheid.“ Gute Unterstützung erhalte sie von Maschinist Mario Watzke sowie Dajana Berger. Für ihr langjähriges Engagement erhielt Annika Kreißler das Ehrenzeichen des Landesjugendfeuerwehrverbandes in Silber.

Tizian Kaiser und Johanna Hehl gehörten vor zehn Jahren zu den ersten Mitgliedern der Kinderwehr und sind heute in der Jugendfeuerwehr aktiv. „Ich fand als Kind alles spannend, die großen Autos und die Technik“, erzählt Tizian Kaiser. Heute schätzt der 16-Jährige die Kameradschaft untereinander. „Es macht auch stolz zu wissen, dass man mit dieser Ausbildung auch Leben retten kann.“ Johanna Hehl war lange das einzige Mädchen, „aber ich habe mich mit den Jungs immer gut verstanden.“ In der Kinderwehr habe sie sehr viel gelernt. „Beim Übergang zur Jugendfeuerwehr musste ich nicht bei null anfangen, wusste schon über vieles Bescheid“, beschreibt sie den Vorteil. Heute gibt sie ihr Wissen gern an die Jüngsten weiter. „Das macht Spaß und es ist auch schön zu sehen, wie sie sich entwickeln“, sagt die 16-Jährige.

„Es wird immer schwieriger, Ehrenamtler zu finden. Umso wichtiger ist diese erfolgreiche Nachwuchsarbeit“, würdigte Dahmes Ortsvorsteher Marco Dastig das Engagement und sprach zugleich allen Dahmer Feuerwehrleuten die Anerkennung des Ortsbeirates aus. Die große Bedeutung der Jugendarbeit betonte auch Amtswehrführer Karsten Schmidt. Das Mitgliedsalter sei mit der aktuellen Änderung im Brand- und Katastrophenschutzgesetz nun auch offiziell gesenkt worden und neue Kinderwehren entstünden im Amt.

Die 1884 gegründete Dahmer Wehr verfüge heute über eine moderne Feuerwache und seit diesem Jahr über ein neues Tanklöschfahrzeug. Besondere Herausforderungen seien seit 2018 die großen Waldbrände bei Jüterbog, Hennigsdorf und insbesondere bei Altsorgefeld im munitionsbelasteten Gebiet gewesen. Für die hohe Einsatzbereitschaft dankte er allen Kameraden sowie den Arbeitgebern für die Freistellungen.