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Freimaurer
Mehr Leben im Logenhaus

Mit musikalischen Darbietungen umrahmten Schülerinnen und Schüler der Niederlausitzer Musik- und Kunstschule Luckau den Neujahrsempfang.
Mit musikalischen Darbietungen umrahmten Schülerinnen und Schüler der Niederlausitzer Musik- und Kunstschule Luckau den Neujahrsempfang. FOTO: Birgit Keilbach
Luckau. Johannisloge „Zum Leoparden“ in Luckau lädt zu Veranstaltungen ein. Von Birgit Keilbach

Zum traditionellen Neujahrsempfang hatte die Johannisloge „Zum Leoparden“ der Freimaurer in Luckau am Freitagabend eingeladen. Das musikalische Programm gestalteten junge und erwachsene Musikschüler der Niederlausitzer Musik- und Kunstschule. Schwungvoll trommelte die Percussion-Gruppe zum Auftakt und Abschluss. Am Klavier und auf den Violinen überzeugten junge Nachwuchsmusiker mit ihrem Können, was das Publikum mit viel Beifall honorierte. Unter ihnen die Hermine Wenzel und Maria Schöne als Violinen-Duo. „Beide haben ihre Aufnahmeprüfung beim Landesjugendorchester erfolgreich bestanden“, informierte Musikschulleiterin Martina Moriabadi. Einen Scheck in Höhe von 500 Euro erhielt sie aus den Händen von Sebastian Dosch, Meister vom Stuhl der Johannisloge. „Wir haben alle gehört, dass die Musikschule wirklich gute Arbeit leistet. Das wollen wir mit unserer Spende unterstützen“, sagte er. Die Musikschule wolle das Geld insbesondere für die weitere Entwicklung der Ensemblearbeit einsetzen, erklärte Martina Moriabadi.

Weitere 500 Euro erhielt die evangelische Kita „Haus Gottessegen“. „Wir wollen die Arbeit mit den Kindern unterstützen und das Geld soll vor allem Kindern aus sozial schwachen Familien zu Gute kommen“, erläuterte Sebastian Dosch. Kita-Leiterin Anke Kullick dankte für die Zuwendung. Damit werde für alle 17 Vorschulkinder eine Reise ins Floriansdorf im Kindererholungszentrum Frauensee möglich, „auch für jene, deren Eltern sich das sonst nicht leisten könnten“, erläuterte Anke Kullick. Seit Jahren pflege die Loge mit der Evangelischen Kirchengemeinde Luckau einen guten Kontakt, erklärte Sebastian Dosch.  Beim Gästeabend am 23. März wird Pfarrer Martin Meyer über das „Christentum heute“ sprechen. „Ich bin schon sehr gespannt auf unseren Gesprächsabend, die Vielfalt der unterschiedlichen Meinungen und Standpunkte“, sagte der Pfarrer.

In diesem Jahr soll in das Logenhaus in der Luckauer Brauhausgasse wieder mehr Leben einziehen. Aktuell zähle die Loge 30 Mitglieder zwischen 20 und 95 Jahren, davon komme die Hälfte aus Luckau und Umgebung. Der Berliner Sebastian Dosch ist seit 15 Jahren aktiver Freimaurer in Berlin und seit 2017 Meister vom Stuhl der Johannisloge. Er habe sich bewusst für Luckau entschieden, erklärte er gegenüber der Rundschau. „Hier gibt es eine sehr familiäre Atmosphäre, das ist schon eine Besonderheit. Und die Mitglieder haben Ideen und Lust, etwas aufzubauen.“ Stärker in die Öffentlichkeit hinaus wirken wollen die Logenbrüder in diesem Jahr. „Einige Veranstaltungen sind schon geplant“, erklärte Sebastian Dosch in seiner kurzen Rede zum Jahresauftakt. So werde die Loge am 2. März gemeinsam mit der Sielmann-Stiftung einen Filmabend im Saal gestalten. Eine musikalische Lesung mit dem trockenen Alkoholiker Dirk Marx aus Königs Wusterhausen sei für das Frühjahr geplant und im Herbst werde die Dahmer Autorin von Fantasy-Romanen, Swantje Bernd, eine Buchlesung halten. Eine neue Homepage habe die Loge vom Luckauer Fred Bauer und MiziDesign gestalten lassen und auch bei facebook sei die Loge zu finden.

„An jedem letzten Freitag im Monat laden wir zu Gästeabenden ein. Jeder ist dort willkommen“, machte der Meister vom Stuhl aufmerksam. Große Resonanz habe die Einladung am Tag des offenen Denkmals gefunden. Deutlich geworden sei dadurch, dass es in Luckau ein Interesse am Thema Freimaurerei gebe. So habe beispielsweise die Meisterin vom Stuhl aus Potsdam  mit dem Vorurteil aufgeräumt, dass Frauen in der Freimaurerei nichts zu suchen hätten. „Wir wollen mit den Luckauern gern in den Dialog treten, mit den verschiedensten kursierenden Vorbehalten und Vorstellungen aufräumen. Freimaurerei heute stellt sich anders dar als zu Zeiten Goethes“, erklärte Sebastian Dosch. Für die Logenbrüder gelte es, Antworten zu finden auf die Fragen, die die Gesellschaft heute stellt. Im Mittelpunkt stehe die lebenslange Arbeit jedes Logenbruders an sich selbst. „Das ist nichts Geheimnisvolles, nur eine sehr vertrauensvolle Atmosphäre, in der jeder seine Potenziale selbst herausfinden muss“, betont er. Sich damit zu beschäftigen, könne auch helfen, mit schwierigen Situationen konstruktiv umzugehen.

Am Freitag, 23. Februar beginnt um 19 Uhr der nächste Gästeabend im Logenhaus. Thema sind Organisation und Vereinsgrundlagen der Freimaurerei.

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