Einen Gegenkandidaten hatte es auf dem Kreisparteitag am Freitagabend im Spreewald-Parkhotel Niewitz nicht gegeben.
Während die Vorsitzende erneut zur Wahl stand, sind einige ihrer bisherigen Stellvertreter sowie Schatzmeister Manfred Walther nicht wieder angetreten. Berufliche Gründe hätten zum Kandidaturverzicht geführt, hieß es in den Begründungen.
In geheimer Wahl wurden Ursula Schadow (Golßener Land), Carl-Heinz Klinkmüller (Luckau) und Carsten Saß (Unterspreewald) als Stellvertreter von Johanna Wanka gewählt. Das beste Wahlergebnis erreichte Benjamin Kaiser (Golßener Land) als neuer Schatzmeister mit 95 Prozent der abgegebenen Stimmen. Als Pressereferent wurde Joachim Kolberg (Schulzendorf) bestätigt.
Beisitzer sind Christine Dieu (Groß Köris), Werner Gäbler (Lübben), Dr. Markus Grünewald (Unterspreewald), Margret Keller (Groß Köris), Norbert Schmidt (Wildau) und Lidia Scheinemann (Lübben). Letztere setzte sich nach Stichwahl gegen Sabine von Platen (Königs Wusterhausen) durch.
Programmatisches stand an diesem Abend nicht auf der Tagesordnung. Wohl aber legte Johanna Wanka Rechenschaft ab und blickte nach vorn. Bei ihrem Rückblick unterdrückte sie ihre Enttäuschung über den Ausgang der Bundestagswahl nicht. Eine Erklärung für das schlechte Abschneiden der CDU führt sie darauf zurück, dass im Wahlkampf „zu viel Verstand und zu wenig Bauch“ eingesetzt worden sei.
Die große Koalition, so Johanna Wanka, müsse genutzt werden, um sich auf die Stärken der CDU zu besinnen. Trotz aller Kritik an den Koalitionsvereinbarungen sei es falsch, „alle Ansätze von vornherein schlecht zu reden“ . Sie verwies auf die gute Arbeit der großen Koalitionen auf Landes- und auf Kreisebene. Im Kreis beispielsweise habe es die CDU „trotz Schwierigkeiten“ geschafft, eine Schnellläuferklasse einzurichten und mit Carsten Saß einen Dezernentenposten zu besetzen.
Positiv bewertete die Vorsitzende die Arbeit der Jungen Union und der Seniorenunion in der CDU. Sie kündigte an, im nächsten Jahr verstärkt auf Gemeinsamkeiten wie der Pfingstradtour zu setzen. Auch möchte sie in Gemeindevertretersitzungen gehen und vor allem außerhalb von Wahlen vor Ort präsent sein.
Schnelle Verbesserungen in der finanziellen Ausstattung der Kommunen erhofft sich Kreistags-Fraktionsvorsitzender Norbert Schmidt von der großen Koalition. Sollte der Bund nicht handeln, müsse es das Land tun, sagte er mit Blick auf Johanna Wanka. „Sonst wird es eng im nächsten Jahr“ , selbst wenn der Kreis 2006 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen könne. (km)