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Jimba ist nun ein Cottbuser

Jimba, hier noch klein, hat sich prächtig entwickelt.
Jimba, hier noch klein, hat sich prächtig entwickelt. FOTO: Hoberg
Zaue/Cottbus. Der Himmel hat zum Abschied von Jimba geweint. Dabei ist der Anlass für das Treffen am gestrigen Dienstagvormittag am Känguru-Gehege des Ferienhaus- und Campingparks "Ludwig Leichhardt" in Zaue aus vielerlei Hinsicht ein freudiger gewesen. Ingrid Hoberg

Denn Jimba, der Bennett-Känguru-Junge, ist innerhalb eines Jahres zu einem stattlichen jungen Mann herangewachsen, der nun neue Herausforderungen braucht. Und diese wird er im Gehege des Cottbuser Tierparks finden.

Dort haben ihn die Känguru-Damen schon erwartet. "Wir haben zurzeit fünf Weibchen mit vier Jungen im Beutel", sagt Direktor Dr. Jens Kämmerling. Für sie ist ein neues Männchen gesucht worden, da das Cottbuser nach Hoyerswerda in den Zoo umgezogen ist. Dieser Ringtausch soll die Zuchterfolge bei den Bennetts in der Region weiter fördern.

Die Anlage auf dem Campingplatz in Zaue hat sich als geeignet für die Haltung der Kängurus erwiesen, denn Jill und Jack, die Eltern von Jimba, haben bereits wieder Nachwuchs. "Das Kleine ist im Beutel zu sehen und hat auch schon herausgeschaut - bei dem Regenwetter zur Einweihung der Info-Tafel allerdings nicht", sagt Heiko Jahn von der Tourismus-Entwicklungsgesellschaft Lieberose/Oberspreewald (TEG). Und wenn auch alle Mitarbeiter auf dem Platz wussten, dass das Gehege nicht für zwei Känguru-Männchen ausgelegt ist, waren sie nun traurig, dass Jimba auf Reisen ging. Allerdings hatte er schon versucht, seinem Vater den Rang streitig zu machen. "Der ältere Sohn musste herausgenommen werden", erklärt der Cottbuser Tierparkdirektor. Das sei klar gewesen, als das Geschlecht des Jungtieres festgestellt wurde.

Seinen Namen nimmt Jimba mit in die neue Heimat, die ja gar nicht weit weg ist und für Besucher erreichbar bleibt. So führt die Spur von seinem Geburtsort Zaue am Schwielochsee nach Cottbus. Es ist die Verbindung zum Australienforscher Ludwig Leichhardt, der 1813 in Trebatsch geboren wurde und später in Cottbus zur Schule ging - ehe er den Fünften Kontinent erkundete.

"Jimba ist gut bei uns angekommen", sagt Jens Kämmerling am Nachmittag. Dass sich das Känguru zuvor auf den Arm nehmen und in die Transportkiste setzen ließ, sei bei den Tierparkbewohnern nicht denkbar. Auf dieser Anlage haben die Tiere nicht solch einen engen Kontakt zum Menschen. Doch auch in Zaue haben sie genügend Rückzugsmöglichkeiten, wie der Fachmann feststellt. Der jüngste Nachwuchs belegt, dass sich die Bennett-Kängurus dort wohlfühlen. "Für dieses Junge können Gäste unseres Platzes einen Namen vorschlagen", sagt Heiko Jahn. In den nächsten Tagen werde die TEG dazu näher informieren.