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Jetzt regieren Christoph I. und Angelique I. im Gurkenland

Beim Rundgang auf dem 19. Spreewälder Gurkentag in Golßen hat der neue Gurkenkönig Christoph I. von seiner Gurkenkönigin Angelique I. eine Kostprobe leckerer Senfgurken bekommen.
Beim Rundgang auf dem 19. Spreewälder Gurkentag in Golßen hat der neue Gurkenkönig Christoph I. von seiner Gurkenkönigin Angelique I. eine Kostprobe leckerer Senfgurken bekommen. FOTO: Birgit Keilbach
Golßen. Den Spreewald hautnah erleben, ihn schauen, hören, riechen und schmecken – diese Gelegenheit bot sich am Wochenende in Golßen. Zum 19. Spreewälder Gurkentag stand alles im Zeichen der knackigen grünen Früchte und weiterer regionaler Spezialitäten. Höhepunkt war die Krönung des neuen Spreewälder Gurkenkönigspaares am Samstag. Birgit Keilbach

Ein Jahr lang werden Christoph Frehn und Angelique Fengler die Wirtschaftsregion Spreewald deutschlandweit präsentieren. Der 30-jährige Christoph I. arbeitet als selbstständiger Landwirt auf dem gleichnamigen Gurkenhof in Schön eiche. Die 21-jährige Angelique I. arbeitet als Sachbearbeiterin für Verkauf in der Spreewaldkonserve Golßen GmbH. Als Gurkenkönigspaar stehen sie sinnbildlich für die Gemeinschaft von Gurkenanbau- und Verarbeitungsbetrieben in der Region.

Zahlreiche Zuschauer verfolgten gespannt die Krönungszeremonie auf der Bühne, die Sigurd Heinze, Landrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, vornahm, unterstützt von Brandenburgs Landwirtschafts-Staatssekretärin Carolin Schilde. Die Spreewaldgurke habe eine mehr als 500-jährige Tradition und stehe als Symbol für den Fleiß und die Innovationskraft der ganzen Region, erklärte sie. Ein aktuelles Projekt der Europäischen Innovationspartnerschaft werde für eine noch bessere Qualität sorgen. "Das stärkt unsere heimischen Betriebe und erhält die Arbeitsplätze", sagte Carolin Schilde. "Der Gurkentag zeigt, dass Sie sicher sein können, wo Spreewald drauf steht, da ist Spreewald drin", ging sie auf die Bedeutung des Festes ein.

Erkennbar sind die Produkte am Qualitätssiegel der regionalen Dachmarke Spreewald. "Wir wollen vermitteln, dass Sie sich als Verbraucher bewusst für regionale Spezialitäten entscheiden können", sagte Melanie Kossatz. Der Gurkentag werde gemeinsam vom Spreewaldverein, dem Marketingverband pro Agro, den Spreewälder Anbau- und Verarbeitungsbetrieben und den drei Landkreisen Oberspreewald-Lausitz, Dahme-Spreewald und Spree-Neiße getragen. Im direkten Kontakt mit den Erzeugern könnten sich die Besucher von Qualität und Herkunft der Produkte überzeugen, betonte die Geschäftsführerin des Spreewaldvereins.

Die erste Möglichkeit dazu bot das frisch gekürte Spreewälder Gurkenkönigspaar. Nach dem traditionellen Fassanstich verteilten die Hoheiten Kostproben der ersten frisch veredelten Gürkchen der Saison an die Gäste. Viele weitere Geschmacksrichtungen der verarbeiteten grünen Feldfrüchte konnten sie während des Marktbummels kennenlernen. Am Stand von Spreewald-Feldmann aus Lübben, des Golßener Spreewaldhofes und des Lübbenauer Gurkenverarbeiters Krügermann, präsentiert von Gurken-Paule, gab es Knoblauch-, Pfeffer-, Senf-, Gewürz- und natürlich saure Gurken zum Naschen und Mitnehmen, wovon die Gäste reichlich Gebrauch machten. Frisches Spreewaldgemüse vom Burger Gemüseanbaubetrieb Duschka, der Göritzer Agrar GmbH und dazu reichlich frische Einlegegurken vom Gurkenhof Frehn waren bei den Gurkentagsbesuchern ebenso gefragt. Die breite Palette weiterer Spreewälder Spezialitäten vom Meerrettich über Leinöl, Wurst und Honigprodukte zeigte die große Einkaufs- und Schlemmermeile vom Markt bis zum Lindenplatz.

Einblick in die traditionelle Herstellung von Schnellgurken gab die Spiel- und Trachtengruppe der Domowina aus Briesensee auf dem Markt. Nebenan führten die Zimmerermeister Klaus Altkrüger aus Lübben und Wilfried Golze aus Wierigsdorf vor, wie ein Gurkenfass aus Eichenholz repariert wird. Am Stand vom "Haus des Kindes" in Golßen konnten sich kleine Gurkeneinleger im Zubereiten von Schüttelgurken üben.

Führungen durch die Produktion im Spreewaldhof gaben Einblick in die industrielle Herstellung der Gurkenkonserven. Für Unterhaltung sorgten Sänger, Musiker und Tänzer aus der Region mit abwechslungsreichen Programmen auf zwei Bühnen im Festgelände.