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| 07:43 Uhr

Dahme-Spreewald
Japanischer Konzern nutzt das Potenzial im ländlichen Golßen

  In Golßen werden Nahrungsergänzungsmittel hergestellt.   Foto: Ronstik/shutterstock
In Golßen werden Nahrungsergänzungsmittel hergestellt. Foto: Ronstik/shutterstock FOTO: shutterstock.com / ronstik
COTTBUS/POTSDAM. Fuji Oil zieht es mit dem Spreewald-Städtchen auf einen etablierten Standort für die Ernährungswirtschaft. Künftig werden hier Nahrungsergänzungsmittel hergestellt. Von Christian Taubert

 Ansiedlungen von Unternehmen sind im Kreis des Landrates von Dahme-Spreewald wahrlich keine Seltenheit. Im Speckgürtel von Berlin – zudem unweit des Flughafens Schönefeld und des künftigen BER – geben sich Investoren die Klinke in die Hand. Deshalb ist Stephan Loge über den Ende vergangener Woche offiziell verkündeten neuerlichen Ansiedlungserfolg – die RUNDSCHAU berichtete – für das ländliche Golßen besonders erfreut. Verwundert ist der SPD-Politiker dennoch nicht. „Golßen hat sich in den zurückliegenden Jahren zu einem exzellenten Standort der Ernährungswirtschaft entwickelt“, erklärt Loge und verweist darauf, dass vor diesem Hintergrund offenbar auch internationale Investoren zunehmend Interesse zeigen.

Am Rande des Spreewaldes – nahe Luckau – errichtet der japanische Konzern Fuji Oil eine Produktionsanlage für Nahrungsergänzungsmittel. Wie die Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB) am Freitag in Potsdam mitteilte, sind damit in einem ersten Schritt ein Investitionsvolumen von 15 Millionen Euro und bis zu 21 neue Arbeitsplätze verbunden. Das Ansiedlungsprojekt hat lange auf der Agenda der Brandenburger Wirtschaftsförderer gestanden. Letztlich führten Gespräche vor Ort in Osaka zum Erfolg. Jetzt geht die Investition an den Start.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) bewertet die Investition von Fuji Oil auch als ein starkes Signal für die Lausitz. „Fuji Oil erweitert die Wertschöpfungskette in der Ernährungswirtschaft“, sagt der Minister. Das biete der Lausitz eine Perspektive über die Kohle hinaus und trage dazu bei, den Standort zukunftsfest zu machen.

Für Brandenburgs Wirtschaftsförderer ist Japan nach eigenen Angaben eine der Schwerpunktregionen in der internationalen Investorenakquisition. Die Lausitz sei dabei ein attraktiver Standort für internationale Investitionen. „Das zeigt die Ansiedlung von Fuji Oil“, betont WFBB-Geschäftsführer Steffen Kammradt. Das Unternehmen habe ein hohes Innovationspotenzial. „Davon konnten wir uns beim Besuch der Firmenzentrale in Osaka überzeugen“, sagt Kammradt, um zugleich den Partnern im Land und in der Region für die Unterstützung zu danken. Jetzt werde die WFBB das japanische Unternehmen bei seiner weiteren Entwicklung aktiv begleiten.

Auf die von Landrat Stephan Loge verwiesene Exzellenz des Standortes Golßen nimmt auch der Geschäftsführer der neu gegründeten Fuji Brandenburg GmbH Naohiro Rokukawa Bezug. „Brandenburg spielt im Europageschäft unseres Konzerns eine besondere Rolle“, erklärt Rakukawa und fügt hinzu, dass „Golßen für die weitere Entwicklung unseres Unternehmens ideale Voraussetzungen bietet“.

Fuji Oil ist ein weltweit agierender Konzern der Ernährungswirtschaft mit mehr als 5000 Beschäftigten. Das Produktportfolio umfasst dabei neben pflanzlichen Ölen und Fetten auch Schokoladen und andere Nahrungsergänzungsmittel. Eigene Forschungs- und Entwicklungslabors belegen dabei die Innovationsfähigkeit von Fuji Oil. In Golßen siedelt sich das Unternehmen auf dem Gelände von Emsland-Stärke an. Emsland-Stärke ist seit 1991 in Golßen aktiv und hat seither umfangreiche Investitionen in Millionenhöhe getätigt, um das technische Know-how und die Kapazitäten zu steigern.

Der Standort Golßen stellt, zusammen mit dem dänischen Unternehmen Aller Aqua Technologies APS, die Emsland-Aller Aqua GmbH dar, die im September 2006 gegründet wurde und als Beteiligung der Emsland Group eingetragen ist. Das Hauptaugenmerk in Golßen wird auf die Herstellung von Stärke, Eiweiß und Fasern aus Erbsen und Kartoffeln sowie die Herstellung von Fischfutter gelegt.

Für die Industrie- und Handelskammer Cottbus ist jede Ansiedlung in der Lausitz eine Hilfe im Strukturwandel in der Region. „Die finanziellen Mittel sind dabei eine Seite der Medaille“, erklärt der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Maik Bethke. „Wir müssen als Region für Investoren interessant und sichtbar werden. Die Ansiedlung in Golßen zeigt, dass die Lausitz durchaus reizvoll auch für ausländische Investoren ist.“