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| 14:03 Uhr

Luckau
2018 werden Weichen gestellt

Bürgermeister Gerald Lehmann, Planer Falko Hinz und Kita-Leiterin Bärbel Paulick (v.r.) bei der Grundsteinlegung für die Kita in Duben.
Bürgermeister Gerald Lehmann, Planer Falko Hinz und Kita-Leiterin Bärbel Paulick (v.r.) bei der Grundsteinlegung für die Kita in Duben. FOTO: Carmen Berg
Luckau. Bürgermeister Gerald Lehmann über Herausforderungen für Luckau als Mittelzentrum.

Die Gartenstadt wird Mittelzentrum. So sieht es die Landesentwicklungsplanung vor. Für Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) war das die schönste Nachricht des vergangenen Jahres. 2019 soll es soweit sein. In der Verwaltung laufen bereits die planerischen Vorbereitungen. „Denn der neue Status wird alle Bereiche des Zusammenlebens erfassen und positiv beeinflussen“, so der Bürgermeister.

Beispielsweise fallen dann Beschränkungen für die Ausweisung von neuen Baugebieten weg. Die weitere Erschließung von Bauland werde in den nächsten Jahren ein wichtiges Thema sein, sagt der Bürgermeister. Erste Schritte sind gemacht. So haben die Stadtverordneten 2017 die Umwandlung von freien Gewerbe- in Wohnflächen im Gießmannsdorfer Eßfeld beschlossen. Im Ortsteil Görlsdorf entstehen am Spring Parzellen für Häuslebauer.

Zudem müsse die Stadt ein heißes Eisen anpacken und ihren Umgang mit dem großflächigen Einzelhandel komplett neu überdenken, nennt Gerald Lehmann eine weitere Herausforderung.  Die Handelskette Rewe will sich bekanntlich in Luckau ansiedeln, auch Fachmärkte könnten folgen. Nachzudenken sei über ein Sondergebiet für den großflächigen Einzelhandel, das Wohn- und Gewerbestrukturen nicht beeinträchtigt, gleichzeitig aber Nähe garantiert, sagt der Bürgermeister. Für den Rewe-Markt hatten die Stadtverordneten einen Standort an der Lübbener Straße vorgesehen. Nachdem die  Grundstücksaquise dort erfolglos verlief, wurde die Ansiedlung im Gewerbegebiet favorisiert.

Erfreulich ist für den Bürgermeister, dass die Luckauer Bevölkerung wächst und der Storch gern hier Halt macht.  Für den Hort, der schon jetzt aus den Nähten platzt, sollen 2018 der langfristige Bedarf ermittelt und Lösungsvorschläge vorgelegt werden, kündigt Gerald Lehmann an.

 Wenn es gut läuft, könnte 2019 die konkrete Planung folgen und 2020 Baubeginn sein. Für eine Übergangszeit schließt der Bürgermeister nicht aus, dass Grundschule und Hort mit Kompromissen leben müssen. Aktuell werden Räume der Grundschule vom Hort genutzt. Es sei zu diskutieren, ob Fünft- und Sechstklässler vorübergehend an der Oberschule unterrichtet werden, um die Lage an der Grundschule zu entspannen, sagt er.

Bei den Kitas sieht das Stadtoberhaupt Luckau insgesamt gut für die Zukunft aufgestellt. Der Neubau in Duben wird 2018 bezogen, in Gießmannsdorf wird im Komplex mit einem neuen Feuerwehrhaus die Sanierung der Kita vollendet.  In Uckro ist die Kita in der alten Schule untergebracht, die seit Jahren leer steht. Zugleich sei der Zustand des Feuerwehrhauses im Dorf beklagenswert. Der Bürgermeister kündigt für Januar eine Einwohnerversammlung an, bei der die künftige Nutzung des Schulkomplexes Thema sein soll.  Für Gerald Lehmann macht es Sinn, Feuerwehr, Kita und Dorfgemeinschaftshaus an einem Standort zu vereinen, wie es sich in anderen Dörfern  bewährt habe.

Großes Infrastrukturvorhaben in der Kernstadt ist die Neugestaltung des Marktplatzes. Ideen dazu waren 2017 in mehreren Bürgerworkshops zusammengetragen worden. Ziel sei es, 2018 die Planungen abzuschließen und das Bau- und Investitionsprogramm zu verabschieden. Die Bauarbeiten sind für die Jahre 2019 und 2020 ins Auge gefasst.

Nicht zufrieden ist der Bürgermeister mit dem Sachstand bei der Versorgung der Luckauer Region mit schnellem Internet. Das Ausschreibungsverfahren beim Landkreis sei im Sommer abgeschlossen worden. „Seither ruht der See.“ Luckau brauche Aufklärung über die Abarbeitungsschritte und auch darüber, ob auch kleine Dörfer wie Tugam oder Caule für den Anschluss vorgesehen sind. „Wenn nicht, müssen wir für womögliche weiße Flecken eigene Alternativen planen“, sagt der Bürgermeister.

Vor der Vollendung steht das Regionale Entwicklungskonzept für die Bergbaufolgelandschaft, bei dem Luckau mit den Spreewaldstädten Lübbenau, Calau und Vetschau zusammenarbeitet. Die Ergebnisse sollen in einer Abschlussveranstaltung präsentiert werden. Jetzt komme es darauf an, mit den Projektpartnern über Organisationsformen zu reden, wie die Ideen aus dem Konzept praxiswirksam werden. „Wir brauchen kein Papier für die Schublade, sondern müssen es zum Leben erwecken“, sagt Luckaus Stadtoberhaupt.

So ist 2018 für Gerald Lehmann ein Jahr entscheidender strategischer Weichenstellungen. „Da liegt richtig Musik drin“, ist der Bürgermeister überzeugt.