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Niederlausitzer Hubertusjagd
Jagd mit Hunden und Pferden

Vor dem Start zum Jagdschauspiel versammelten sich die Reiter auf dem Markt. In ihrer Mitte Master Thorsten Mönchmeyer (l.) mit seiner Hundemeute der Rasse „Harrier“ und der Equipage.
Vor dem Start zum Jagdschauspiel versammelten sich die Reiter auf dem Markt. In ihrer Mitte Master Thorsten Mönchmeyer (l.) mit seiner Hundemeute der Rasse „Harrier“ und der Equipage. FOTO: Birgit Keilbach / Medienhaus Lausitzer RUNDSCHAU
Luckau . Es hat etwas Feierliches, wenn die Klänge der Parforcehörner durch die Luckauer Nikolaikirche hallen. Dieser besondere Klang war am Samstagvormittag in der liebevoll herbstlich geschmückten Kirche wieder zu hören, bei der Hubertusmesse. Sie bildete den Auftakt zur Niederlausitzer Hubertusjagd, den der Ländliche Reit- und Fahrverein „Luckauer Land“ zum inzwischen 19. Mal veranstaltete. „Wir leben Traditionen hier in Luckau und die Hubertusjagd ist eine davon“, betonte dann auch Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) zur Begrüßung von Reitern und Zuschauern auf dem Marktplatz. Von Birgit Keilbach

Auch dort stimmen die Parforcehornbläser „Les Trompes du Val du Rhin“ mit ihren Instrumenten auf den abschließenden Höhepunkt der Jagdsaison ein. In der Mitte Master Thorsten Mönchmeyer mit seiner Hundemeute der Rasse „Harrier“ und der Equipage. Rundum standen die 16 Gespanne für die Zuschauer bereit, die das Ereignis aus der Nähe miterlebten. Zahlreiche Schaulustige verfolgten das Geschehen, bewunderten die herausgeputzten Pferde mit ihren Reitern und verabschiedeten sie mit Beifall zum Ausritt durch die Straßen der Stadt. Über Wiesen und Felder führte die Schleppjagd von Luckau nach Wierigsdorf zum Schüsseltreiben nach Paserin und über Zöllmersdorf zurück nach Luckau, wo auf den Sandoer Wiesen zum großen Halali geblasen wurde.

Claudia Daniel aus Adlebsen bei Göttingen war in diesem Jahr die Schleppenlegerin. Das heißt, sie legt für die Hunde eine imitierte Wildspur, der diese dann folgen. Neben ihr ritt die zwölfjährige Charlott Stirnal als „Fuchs“, in diesem Jahr bereits zum dritten Mal. „Man muss darauf achten, dass die Schleppe ordentlich gelegt wird, sonst sind die Hunde weg.“ Das bedeute, dass sie auch plötzlich einer echten Wildspur folgen, beispielsweise von einem Reh. „Deshalb muss ich als Reiterin immer voll konzentriert sein, denn in so einem Fall kann es passieren, dass die Hunde einem plötzlich entgegen kommen. Dann muss man schnell handeln und anhalten“, erläutert Cathleen Stirnal vom gleichnamigen Reiterhof, an dem viele organisatorischen Fäden zusammenlaufen. So wurde nach dem Sturm „Xavier“ auch noch einmal die Strecke für Pferde und Gespanne komplett geprüft, ob der Weg wirklich frei ist.

Entspannt genießen die Zuschauer das sich mehrfach wiederholende Schauspiel der voranflitzenden Hunde und der folgenden Reiter, die mit ihren Pferden über die aufgestellten Hindernisse springen. Auch Tosca Lehmann aus Paserin ist schon oft dabei gewesen. „Wir haben uns auch dieses Jahr wieder Freunde eingeladen und sitzen gemeinsam auf dem Kremser.“

Schon am Abend vorher treffen sich im Dorf alle Mitfahrenden zum „Geschirre putzen“, das sei eine Tradition. „Die Geschirre sind meistens schon fertig und so sitzen wir gemütlich beisammen und freuen uns auf den Tag der Jagd“, erzählt die Paserinerin. Joachim Metzke aus Wüstermarke ist mit seinem Gespann von Anfang an dabei. „Es ist immer eine gute Stimmung auf dem Wagen und die Verpflegung stimmt auch“, erzählt er schmunzelnd. Doch auch als Gespannfahrer müsse man stets aufmerksam sein. „Vor allem junge Pferde lassen sich von der Jagd gerne anstecken, da hat man alle Hände voll zu tun, um sie im Zaum zu halten“, berichtet er. Seine zwei achtjährigen Kaltblüter hätten aber den nötigen Gleichmut. „So kann ich dieses Naturerlebnis und die Ruhe genießen“, sagt Joachim Metzke, der sich auf dem Kutschbock mit Franziska Sallmann aus Altsorgefeld abwechselte.

Der heilige Hubertus

Die Tradition der Hubertusjagd geht zurück auf den heiligen Hubertus, der als Hubertus von Lüttich, Bischof von Maastricht und Lüttich lebte, um das Jahr 655 in Toulouse geboren, am 30. Mai 727 in Tervueren bei Lüttich gestorben. Der Legende nach soll ihm auf der Jagd nach einem Hirsch zwischen dessen Geweih ein Kruzifix erschienen sein. Seither wird er als Schutzpatron vieler Gewerke, darunter auch der Jagd und der Schützen, angesehen. Am 3. November 743 wurden seine Gebeine erhoben, die 825 nach Andagium, heute St. Hubert, in den Ardennen kamen. Der 3. November gilt als der Hubertustag.