Wer schreibt da noch eigenhändig Karten„ Denn auch diese findet man per Mausklick im Computer schnell und in witziger Auswahl, sogar animiert und mit Musik im riesigen Archiv des Internet.
Es gibt sie aber doch noch, die Weihnachtskartenschreiber. „Es sind nicht mehr so viele, wie zu den vergangenen DM-Zeiten, als wir noch Weihnachtskarten nachbestellen mussten“ , verrät Susan Sobala aus dem Büro- und Schreibbedarf in der Luckauer Hauptstraße. Die Käufer, die sich aus der großen Auswahl an Karten oft die heraussuchen, die auch mit Umschlag sind, gehören der schreibfreudigen Altersgruppe Ü 50 an.
Die bunten Grüße sind für den Empfänger auch gleich eine abwechslungsreiche Dekoration in der Adventszeit. Aufgereiht auf dem Schrank, an einer Leine angeklammert oder als Baumschmuck angehangen, ziehen sie die Blicke auf sich und verraten gleichzeitig, wer und wie viele Bekannte sich noch die Zeit nehmen, selbst ein paar Zeilen zu verfassen. Susan Sobala gesteht, dass sie ihre Grüße oft nur per E-Mail und SMS erhält. „Eigentlich finde ich das doch sehr unpersönlich.“
Und unpraktisch ist diese Art der Wünsche auch, denn wie sollen die zu erwartenden Geldgeschenke verpackt werden und greifbar auf dem Gabentisch landen“ Karten mit Umschlag sind genau die richtige Verpackungsidee. Omas und Opas wissen eben noch, was der liebe kleine Enkel will. Viel buntes, wertvolles Papier mit möglichst hohen Zahlen darauf, mache nennen es einfach nur Geld.
Auch wenn Kartengrüße auf die Reise gehen, kann es noch einen guten Grund geben, einfach mal zum Telefon zu greifen. Endlich die Stimme der Lieben hören und ein schönes Gespräch führen. Selbst über viele hunderte Kilometer hinweg. Das kann das Herz viel mehr erwärmen, als eine neue Heizdecke oder dicke Socken, die auf dem Gabentisch zu finden waren.
Im Geschäft für Schreibwaren und Zeitungen am Markt verrät Annett Woigk ihre Erfahrungen in den letzten Jahren mit den bunten Grüßen. Sie zeigt auf die witzigen, vor allem die jungen Verbraucher ansprechenden Karten. Diese sind auch gleich als Überbringer von Liebeserklärungen für den oder die Liebsten dienlich. „Nach der Wende bemerkte man eine Flaute beim Schreiben von Karten. Da haben die Leute das Telefon ausgiebig genutzt. Aber nun besinnt man sich augenscheinlich wieder auf die bunten Grüße zum Fest“ , erinnert sich Annett Woigk. Gern werde nun zu den vielseitigen und lustig gestalteten Geldkarten gegriffen. Damit liegt Mann und Frau zum Fest fast immer auf der richtigen Seite.
Außerdem ist die Karte an sich schon ein Geschenk, das nicht nur des Preises wegen, sondern weil sie ein fast unerschöpfliches Gestaltungselement darstellt. „Eine sehr besondere Form von Weihnachtskarten findet noch nicht so den wirklichen Liebhaber, obwohl sie oft verwendbar und sehr haltbar ist“ , bedauert Annett Woigk. Denn diese sind aus Holz und auch eine ganz ausgefallene Dekoration für Kamin oder Weihnachtsbaum. Hier hängt sie neben Exemplaren mit Weihnachtsliedern, Gedichten, schönen Bildern oder nostalgisch gezeichneten Nikoläusen und natürlich auch Weihnachtsmännern.
Schon die Auswahl der Karte für Freunde und Bekannte bringt mehrfache Freude schon im Vorfeld.