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| 12:51 Uhr

Neue Ausstellung
Bilder von gegenwärtiger Zeitlosigkeit in Lübben

Die Künstlerin Irmgard Kühn und Kulturdezernent Carsten Saß bei der Ausstellungseröffnung.
Die Künstlerin Irmgard Kühn und Kulturdezernent Carsten Saß bei der Ausstellungseröffnung. FOTO: Landkreis Dahme-Spreewald
Lübben. Eine neue Ausstellung in Horizontaler Galerie des Lübbener Landratsamtes zeigt noch bis zum 12. Dezember „Malerei - Bildnisse - Stillleben“ der Künstlerin Irmgard Kühn.

Einzigartige Melodien des wendischen Dudelsacks schwingen über die Flure des Lübbener Landratsamtes. Die traditionsreichen Klänge stimmen auf die Eröffnung der neuen Kunstausstellung „Malerei - Bildnisse - Stillleben“ von Irmgard Kühn ein.  Etwa  50 Gäste sind zur Vernissage in die „Horizontalen Galerie“ an der Reutergasse gekommen. Bestaunt werden konnten dort gut 50 Werke aus dem OEuvre der seit mehreren Jahrzehnten aktiven Künstlerin aus Königs Wusterhausen. Noch bis 12. Dezember 2018 werden ihre detailreichen Bilder mit schlichten Namen, wie „Pfirsichschale“ (1985), „Kloster Sagorsk“ (1958) oder „Fliederstrauß mit Spielkarte“ (1995) ausgestellt sein.

Dahme-Spreewalds Kulturdezernent Carsten Saß begrüßte die Besucher und freute sich über die starke Resonanz auf die Ausstellungseröffnung. In einem offenen Dialog mit Irmgard Kühn brachte er den Anwesenden ihren Lebensweg und künstlerischen Werdegang näher.

Geboren 1933 und aufgewachsen in einer Pfarrersfamilie im Südharz entdeckte sie früh ihr künstlerisches Talent. Nach einer Lehre der Porzellanmalerei schloss sie als Diplom-Werkkünstlerin 1958 ihr Studium der angewandten Malerei in Halle/Saale ab. „Wir haben nahezu alle Kunsttechniken dort kennengelernt“, erinnert sich Irmgard Kühn.

Zusammen mit ihrem Mann, dem Maler Dankwart Kühn, arbeitet sie in der DDR künstlerisch ab Ende der 1970er Jahre in einem Atelierhaus in Neuzelle (Oder-Spree). Neben Wand- oder Keramikmalereien entdeckt die heute 85-Jährige das Tätigkeitsfeld der Denkmalpflege für sich. So wirkt die Malerin bis in die Nachwendezeit mit an der Restaurierung der Semperoper Dresden, dem Schauspielhaus Berlin oder dem ehemaligen Zisterzienserkloster in Neuzelle. Seit dem Jahr 2004 lebt sie als freischaffende Künstlerin in Königs Wusterhausen.

In all ihre Lebensphasen entstehen charakteristische Porträts, Zeichnungen oder Stillleben, die von „gegenwärtiger Zeitlosigkeit“ sind, wie es Kunstwissenschaftler Ulrich Kavka in seiner Laudatio bezeichnet.

Im Rahmen der Ausstellungseröffnung wurden außerdem die im Jahr 2018 über die Kulturförderrichtlinie sowie die Richtlinie zur Förderung des sorbischen/wendischen Volkes geförderten Publikationen vorgestellt.

Irmgard Kühn hat eine Förderung in Höhe von 1000 Euro zur Herstellung eines Künstlerkataloges über ihr Lebenswerk vom Landkreis Dahme-Spreewald erhalten. Karen Ascher wurde mit 1300 Euro für die Realisierung eines sorbischen/wendischen Malheftes für Grundschüler unterstützt. Sebastian Franzka ist mit 300 Euro zur Erstellung des Kunstkatalogs „Monotypie Tiefschwarz“ unterstützt worden. Beide Künstler sind zusammen im Lübbener Atelier „Franzka + Ascher“ tätig.