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| 17:38 Uhr

Stadt Golßen
Singend Kontakt aufbauen

Iris Ramel liegt die Kreativität sehr am Herzen. Das möchte die Motzenerin als neue Jugendkoordinatorin des Amtes auch den Jugendlichen von Golßen weitergeben.
Iris Ramel liegt die Kreativität sehr am Herzen. Das möchte die Motzenerin als neue Jugendkoordinatorin des Amtes auch den Jugendlichen von Golßen weitergeben. FOTO: Anja Brautschek / LR
Golßen. Iris Ramel ist die neue Jugensozialarbeiterin in Golßen. Von Anja Brautschek

Singen und Musizieren liegen Iris Ramel besonders am Herzen. In ihrer Freizeit beschäftigt sie sich intensiv mit Musik, übt selbst gern Lieder ein. Eine Leidenschaft, die sie gern auch in Golßen weitergeben möchte. Seit September 2017 ist ist die Jugendkoordinatorin des Amtes vom Deutschen Roten Kreuz.

Bei den Jugendlichen stößt ihre lockere Art auf Zustimmung. Wenn die Karaoke-Maschine angemacht wird, singen alle mit. „Man kann so viel darüber ausdrücken. Das ist einfach toll“, sagt sie. Innerhalb nur weniger Monate hat die 51-Jährige das Vertrauen der Jugendlichen gewonnen. Sie haben mitgeholfen, den Jugendclub an der Hauptstraße neu zu dekorieren und alles gemütlicher zu machen. Derzeit verschönern sie den Außenbereich im Hof. Bänke werden abgeschliffen und neu lackiert und der Garten umgegraben. In jede Entscheidung werden die Jugendlichen einbezogen. „Sie würden am liebsten jeden Tag kommen und freuen sich richtig auf den Jugendclub“, sagt Iris Ramel. Von anfangs nur einer Handvoll Jugendlichen besuchen nun bereits 13 Mädchen und Jungen der Klassenstufen fünf und sechs regelmäßig den Jugendclub.

Iris Ramels Anliegen ist es dabei, die Jugendlichen mit zahlreichen Angeboten weg von Smartphone und Konsole zu locken. Das gelingt. Wenn die Jugendlichen das Clubhaus betreten, schalten sie freiwillig das Handy ab oder stecken es in die Tasche. „Die Idee dazu hatten sie selbst. Ich habe die besten Jugendlichen hier“, schwärmt die ausgebildtete sozialpädagogische Jugend- und Familienberaterin von der Gruppe. Dann wird gemeinsam gespielt, gebastelt oder über aktuelle Themen ausgetauscht. Im Winter haben sie unter anderem Glücksbringer für die Kinderkrebsstation in Buch angefertigt.

Diese Aktion haben die Jugendlichen gemeinsam mit Senioren der Stadt umgesetzt. „Ich möchte noch weitere Veranstaltungen mit Senioren etablieren“, sagt Iris Ramel. Der Austausch von Erfahrungen, Ideen und Meinungen sei dabei besonders wichtig. Dafür sollen regelmäßig Erzählnachmittage als Plattform dienen. Auch Kochabende mit dem Seniorenclub will sie anbieten. Geschirr und Besteck stehen bereits bereit. Nur ein paar Pfannen fehlen noch. „Es wär doch schön, wenn wir alte Traditionen pflegen und alte Rezepte von früher nachkochen“, schlägt Iris Ramel vor. Auch in die kulturellen Veranstaltungen der Region will sie die Jugendlichen einbinden. Zum Weihnachtsmarkt haben sie bereits gemeinsam bei einem Stand mit Senioren ausgeholfen. Auch für den anstehenden Gurkentag möchten sie etwas vorbereiten. „Ich finde das sehr wichtig“, sagt sie.

Darüber hinaus wird sie sich künftig gemeinsam mit den Jugendlichen auch intensiv mit dem Thema Prävention auseinandersetzen. Die Jugendlichen sollen zu den Gefahren und Folgen von Alkohol und Drogen aufgeklärt werden, aber auch das Thema Internet und Cyber-Mobbing soll in den Fokus gerückt werden. „Ich möchte nicht nur den Zeigefinger heben. Es soll ein Austausch stattfinden“, erklärt sie. Vorstellbar sei, gemeinsam mit den Jugendlichen eine Therapieeinrichtung zu besuchen. Dort können sie Therapeuten und ehemaligen Suchterkrankten über die Abhängigkeit und deren Folgen sprechen.

Das notwendige Fingerspitzengefühl dafür bringt Iris Ramel mit. Zehn Jahre hat sie in einem Jugendclub in Berlin gearbeitet und war anschließend in der Fontane-Klinik in Motzen im Bereich der Psychosomatik tätig. Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung fand sie über das Deutsche Rote Kreuz nach Golßen. „Ich stecke noch voller Ideen und möchte, dass sich die Jugendlichen wohlfühlen.“ Weil ihr die Musik so sehr am Herzen liegt, hat sie für Golßen noch einen besonderen Vorschlag: eine Talentschmiede. Dort können Jugendliche ihr können auf einer Bühne vor Publikum präsentieren. Das schafft vor allem Selbstbewusstsein. „Ich hoffe, dass wir so etwas mal umsetzen können.“