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| 13:44 Uhr

Kriminalitätsstatistik
Internetkriminalität steigt rasant an

Chritian Hylla, Leiter der Polizeiinspektion Dahme-Spreewald.
Chritian Hylla, Leiter der Polizeiinspektion Dahme-Spreewald. FOTO: Oliver Fischer
Dahmeland-Fläming. Polizei registriert insgesamt ein Sinken der Kriminalität. Dahmeland-Fläming liegt deutlich unterm Landesdurchschnitt.

 Auch wenn immer noch Wohnungen ausgeräumt und Autos gestohlen werden – die Kriminalität in der Region Dahmeland-Fläming ist rückläufig. Das geht aus den Kriminalitätsstatistiken hervor, die die Polizei nun für die Landkreise Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald vorgelegt hat.

Sowohl in Dahme-Spreewald als auch in Teltow-Fläming sinkt die Kriminalitätsrate seit einigen Jahren beständig. Die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, war 2017 in beiden Landkreisen so gering wie lange nicht, sie liegt regionsübergreifend auch deutlich unter dem Landesschnitt.

Zwar hinterlassen die Zahlen für Dahme-Spreewald auf den ersten Blick einen anderen Eindruck: Während in Teltow-Fläming 10 800 Straftaten registriert wurden, waren es in Dahme-Spreewald 15 600. Der Unterschied lasse sich aber auf den Flughafen Schönefeld zurückführen, sagt der Leiter der dortigen Polizeiinspektion, Torsten Bley.

Allein rund 3200 dieser Straftaten seien Verstöße gegen das Aufenthalts- und Asylrecht. Hinzu kämen noch Fälle von Urkundenfälschung, wenn etwa Ausländer mit gefälschten Pässen erwischt werden, und unerlaubtes Einführen von Waffen und ähnlichem. „Das sind alles Straftaten, von denen der Bürger nichts merkt“, so Bley.

Die Straftaten, die tatsächlich spürbar sind, liegen dagegen auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Wohnungseinbrüche etwa sind im Vergleich zum Jahr 2016 um etwa ein Viertel zurückgegangen. Während 2016 noch gut 400 Einbrüche in Dahme-Spreewald registriert wurden, waren es 2017 nur noch 300.  In Teltow-Fläming sank die Zahl von 350 auf 240. „Wir führen das zum Teil auch auf unsere stärkere Präsenz in der Fläche zurück“, sagt Christian Hylla, Leiter der Polizeiinspektion Dahme-Spreewald.

Während in Schönefeld die Zahl der Einbrüche von 112 auf 40 sank, stieg sie allerdings in Bestensee, Schenkenländchen und auch in Königs Wusterhausen an. „Die Täter gehen dort hin, wo sie sich sicher fühlen. Gut möglich, dass sich die Einbrecher künftig eher in den ländlichen Raum verlagern. Aber dort ist die soziale Kontrolle so gut, dass diese Strategie nicht funktionieren wird“, so Torsten Bley. Zurückgegangen sind auch Fahrraddiebstähle und – zumindest in Dahme-Spreewald – Autodiebstähle. Letztere bewegen sich inzwischen rund 20 Prozent unter dem Stand von 2014.

Die Kriminalpolizei in Dahme-Spreewald konnte auch einen größeren Fahndungserfolg melden. Im November wurden zwei Autodiebe auf frischer Tat auf dem Parkplatz an der Storkower Straße in Königs Wusterhausen gefasst. Die beiden werden für eine Serie von etwa 30 Autodiebstählen auf diesem Parkplatz verantwortlich gemacht.

Die Zahl der Fahrraddiebstähle sank im dritten Jahr in Folge. Auffällig sei aber, dass viele Diebstähle gar nicht mehr angezeigt werden. „Nach Fahndungserfolgen müssen wir mitunter die Eigentümer lange suchen, weil sie den Diebstahl gar nicht gemeldet haben“, sagt Christian Hylla.

Einen „riesigen Anstieg“ verzeichnet die Polizei dagegen bei der Internetkriminalität – einem schwierigen Feld, wie Heiko Wuntke, stellvertretender Leiter der Kripo Dahme-Spreewald einräumt. Der Bereich beschäftige mehrere Beamte, in vielen Fällen lasse sich aber nicht einmal der Wohnort der Tatverdächtigen feststellen. Die Betrüger agieren international, Bitten um Auskunft in anderen Ländern bleiben zumeist unbeantwortet. „Diese Form der Kriminalität wird weiter zunehmen“, glaubt auch Christian Hylla. Sie sei schlicht bequemer als Einbruch, womöglich auch das ein Grund dafür, dass der Einbruchsdiebstahl  zurück geht.

Die Polizeidirektion Süd hat für  Dahme-Spreewald auch die Straftaten von Asylbewerbern ausgewiesen. Die Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr von 2800 auf 3500 Fälle gestiegen.

Knapp 3000 davon seien allerdings Verstöße gegen das Asylgesetz und ähnliche Straftaten, die nur Ausländer begehen können, sagt Torsten Bley. Mehr als verdoppelt hat sich aber auch die Zahl der Diebstahlsdelikte, an denen Asylbewerber beteiligt waren. 2016 wurden in Dahme-Spreewald 195 Fälle registriert, 2017 waren es 417. Gewaltdelikte von Asylbewerbern lagen mit knapp 90 auf Vorjahresniveau. „Viele dieser Straftaten werden aber innerhalb der Heime begangen“ sagt Chrisian Hylla. Für den Landkreis Teltow-Fläming liegen solche Daten derzeit nicht vor.