(be) „Nachbarschaft lässt sich nur gemeinsam gestalten“, das ist die Idee hinter dem Quartier 53, das im April Am Mühlberg seine Pforten geöffnet hat.  Das neue Domizil soll sich als ein Ort der Beratung und Begegnng etablieren, so Susanne Herms, Vorsitzende des Trägervereins „Mensch Luckau“, vor dem Schul- und Sozialausschuss.

Die Idee zu einem Stadteilladen sei entstanden, weil Am Mühlberg viele Geflüchtete leben. Drei Mal wöchentlich bietet der Migarationsfachdienst von Caritas und Diakonie Migranten dort jetzt Hilfe bei Behördengängen, beim Ausfüllen von Formularen und bei anderen Belangen des Alltags an. In der übrigen Zeit sind die Ehrenamtlichen von „Mensch Luckau“ Ansprechpartner für alle Interessierten vor Ort.

„Wir sind nicht nur für Geflüchtete da, jeder kann kommen“, sagt Susanne Herms. Ein wichtiger Aspekt der Arbeit sei das Beschwerdemanagement. „Jeder soll sich äußern können zu Dingen, die auf den Nägeln brennen. Beispielsweise, wenn Sperrmüll mal wieder für Ärger sorgt“, so die Vereinsvorsitzende. „Die Leute können aber auch kommen, wenn sie Vorschläge haben“, fügt sie an. 60 Prozent der Geflüchteten seien Kinder. Zu den bereits geplanten Aktivitäten gehören deshalb eine Hausaufgabenhilfe, Vorlese-, Mal- und Bastelstunden, Filmvorführungen. Das  Anwohnercafé zieht von der Theaterloge, wo es bisher aus Platzgründen etabliert war, in die eigenen Vereinsräume  an den Mühlberg um. „Im Sommer soll es auch im Freien stattfinden. Wir denken dabei besonders an die zahlreichen Senioren in der Nachbarschaft, die in der schönen Jahreszeit gern draußen sitzen“, sagt Susanne Herms.

Gegründet während der großen Flüchtlingswelle 2015 habe sich der Verein in seinen ersten beiden Jahren auf die reine Integration konzentriert, sehe jetzt aber sein Anliegen darin, das Gemeinwesen in der Stadt zu fördern, so die Vorsitzende. Angebote wie die Kleiderkammer, Fahrradreparatur oder der Fahrdienst würden inzwischen ebenso von Alteingesessenen genutzt. „Unterm Strich sind wir für alle da, die sich einbringen und füreinander da sein wollen“, so Susanne Herms.